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Im Check: Gigaset elements – smarte Sicherheitslösung

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Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen liest sich beinahe unglaublich. So gab es laut Polizeilicher Kriminalstatistik im Jahr 2013 aller 4 Minuten einen Einbruch, was in der Summe 149.500 macht. Gewerberäume wie Büros und Geschäfte sind noch nicht einmal mitgezählt. Das ist eine Bedrohung, die einem auch dann ein ungutes Gefühl gibt, wenn man sich selbst aufgrund der Wohnlage nicht direkt betroffen fühlt. Beruhigung und Sicherheit bietet Gigaset mit seiner modularen Überwachungslösung „elements“. Verschiedene mit der Cloud verbundene Sensoren incl. Überwachungskamera mit Bewegungsmelder bilden ein modulares System. Dieses ist „Made in Germany“, zudem noch sehr günstig zu haben und leicht installierbar. Mit der kostenlosen App für Android und iOS kontrolliert man den Status. Unser Check zeigt die Funktionen und erklärt, für welche Einsatzzwecke Gigaset elements ideal ist.

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Intelligentes Wohnen als Konzept

Das intelligente Haus ist schon seit einigen Jahren ein Trend, wie sich jeder z.B. beim Besuch der ifa in Berlin überzeugen kann. Immer mehr Geräte verbinden sich mit dem Internet und nicht mehr nur die üblichen Verdächtigen der Kategorie Unterhaltungselektronik, wie der Smart TV. Kühlschränke bestellen im „Smart Home“ selbstständig Milch und Butter, wenn sie ausgehen. Der wohl interessanteste Teilbereich ist hierbei aufgrund der eingangs genannten Zahlen gewiss jener der Sicherheitslösungen. Übers Internet kontrollierte Alarmanlagen sind State of the Art, jedoch leider preislich für den Privatanwender fern jeder Erschwinglichkeit, isolierte Komponenten wie IP-Kameras bringen nicht die erforderliche Anwendungsbreite mit, mal ganz abgesehen von Offline-Varianten. Entsprechend ist Gigaset elements mit seinem Komplettsystem gut positioniert. Ein Preisvergleich zum Einstieg ist da sicher interessant. So kosten bei spezialisierten Händlern die Zentralen schon mehr als das dreifache des komplettem Systems von Gigaset. Bei Amazon gibt es z.B. derzeit das Starter Kit mit Basisstation und je einem Bewegungssensor und Türsensor für 140 Euro. Erhältlich sind außerdem eine Kamera für etwa 110 Euro, eine Alarmsirene, Fenstersensoren sowie weitere Türsensoren und Bewegungsmelder einzeln nach Bedarf für je etwa 40 Euro. Wer sich zunächst das „Safety Starter Kit“ holt und dieses dann modular erweitert, kann wohl nichts falsch machen.

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Das Safety Starter Kit

Herzstück der Gigaset-Anlage ist die Basistation, welche neben einem Türsensor und dem Bewegungsmelder „motion“ im Safety Starter Kit enthalten ist. Wer ein Telefon von dem Hersteller mit mehreren Mobilteilen hat, kennt das Prinzip. Gigaset bietet ja schon sehr lange analoge und digitale Telefone an und ist eine vertraute Marke auch in meinem Haushalt. Die Basisstation ist ein schick gestaltetes Kästchen in der Größe eines kleinen DSL-Modems. Auf der Vorderseite sind drei Statuslämpchen, auf der Rückseite lassen sich hinter einer Abdeckung der Strom- und LAN-Anschluss verstecken. Zur Inbetriebnahme liegt eine bebilderte deutsche Anleitung bei, welche einem schrittweise die Montage des Geräts erklärt, wenn man den Prozess so hochtrabend bezeichnen möchte. Tatsächlich geht die Einrichtung (Strom verbinden, an den Router anschließen, aktivieren) innerhalb von 5 Minuten und ist für jeden machbar, der schonmal eine SIM-Karte eingelegt hat. Positiv aufgefallen an der Basistation ist mir, dass man die Kabel durch den Fuß zieht und damit ein geschlossenes Gehäuse hat, sodass man als Einbrecher die Anschlüsse nicht sofort sieht. Auch steht nirgends Alarmanlage als Aufdruck, sodass man sie gerade wegen des Aufdrucks Gigaset leicht als einfachen Router ansehen kann.

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Die Basisstation verbindet sich mit den „elements“, also den Sensoren. Die Reichweite zwischen Basis und Sensoren beträgt 50 Meter. Enthalten sind ein kleiner quadratischer Sensor „Door“ sowie ein Sensor „motion“, deren Installation noch einfacher geht. Beide werden mit Batterien betrieben, welche eingesetzt werden. Der Sensor für die Tür wird angeklebt, direkt überm Türgriff. Der Bewegungssensor wird im Eingangsbereich in Überkopfhöhe angebracht, auch geklebt, geschraubt oder auf ein Möbelstück gestellt (Halterungen und Standfuß liegen bei). Die Hardware steht und wartet auf ihren Einsatz, nun geht es an die Software.

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Als nächstes sollte man sich die App für Android (Download Gigaset elements bei Google Play) und iOS (Download bei iTunes) laden. Für die Nutzung ist ein Konto beim Cloud-Dienst „My Elements“ erforderlich, welches in der App bzw. im Browser am PC einrichtbar ist. Verlangt werden nur Name und E-Mail-Adresse für die kostenfreie Anmeldung. Persönlich finde ich für die Registrierung die Weboberfläche besser. Hier wird nun die Basis mit dem Code auf der Rückseite mit dem Account verbunden. Der Türsensor möchte danach noch kalibriert werden, wozu man die Tür öffnet und schließt. Fertig. Auch dieser Teil der Einrichtung ist so kurz und einfach, sodass ich kaum etwas zu schreiben habe.

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Wie geschrieben ist elements ein modulares System und da passt es gut, dass eine Kamera kürzlich zur Familie dazugekommen ist.

Gigaset elements Kamera und weitere Sensoren

Die Kamera liefert Bilder in HD und mit ist mit Mikrofon ausgestattet. Stimmen und Geräusche werden gut verstehbar übertragen. Das Blickfeld bietet einen Weitwinkel, sodass man bei einem Raum mit 40 qm alles im Blick hat und nicht nur die Tür. Außerdem ist ein Nachtmodus aktivierbar, welcher auch bei schwachen Lichtverhältnissen gute Bilder liefert. Dann jedoch nur schwarz-weiß. Für sachdienliche Hinweise, was mit dem Weihnachtsmann zwischen 18:37 und 18:41 passiert ist, sind fünf Smarties ausgelobt:

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Kameramodus Tag und Nacht im Vergleich (Bildqualität nicht objektiv, da stark reduziert für Screenshot hier im Blog)

Mitgeliefert werden ein Standfuß (auch zur Wandmontage), ein Netzteil mit Verlängerungskabel auf mehrere Meter und ein Ethernetkabel. Zunächst wird die Kamera per Kabel an den Router angeschlossen, auch sie erfordert die Eingabe des am Gerät befindlichen Aktivierungscodes. Während der Einrichtung wechselt man dann ins WLan. Ihre Positionierung ist folglich nur noch von der Stromversorgung abhängig, ein Batteriebetrieb ist logischerweise nicht möglich. Die Einbindung der Kamera ins System geht ebenso reibungslos wie der gesamte Prozess vorher. Deshalb gehe ich mal davon aus, dass die Erweiterung um weitere Sensoren ebenso unproblematisch vonstatten geht. Der Fenstersensor, welcher ebenso wie der Türsensor starke Bewegungen von schwachen unterscheiden kann, gehört dazu, ebenso wie eine Alarmsirene (beides nicht in unserem Test enthalten). Der Hersteller hat auf seiner Homepage außerdem die Einführung weiterer Sensoren in Aussicht gestellt.

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Nutzung im Alltag

Die App dient als Nachrichtenzentrale für den Systemstatus (wie Firmware Updates), die Übertragung von Kamerabildern und gibt einem per Push-Nachricht einen Hinweis auf Events. Das geht auf mehreren Smartphones gleichzeitig. Neben den laufenden Logs von Ereignissen wie „Bewegung registriert“ und so weiter lassen sich drei vordefinierte Events nutzen, um eine Push-Benachrichtigung auf dem Smartphone erscheinen zu lassen: Homecoming, Alarm und Holidaymodus. All das geht auch per Weboberfläche, dann kommt eine Mail. Nicht jede Bewegung muss ein Einbruch sein, sodass diese drei Events sozusagen nach der Schwere unterscheiden. Zusätzlich wurden zusammen mit der Kamera weitere Dienste als Abo kürzlich gelauncht, die über dieses „Freemium“ Angebot hinausgehen.

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Homecoming bedeutet, dass eine Türöffnung und eine danach registrierte Bewegung als normaler Vorgang betrachtet werden. Wenn jemand in den Raum kommt oder eben dem Worte gemäß nach Hause, wird kein Alarm ausgelöst (praktisch wenn man eine Sirene hat). Tiere im Raum, also die Katze allein Zuhaus, werden nicht beachtet, da die Reihenfolge Tür-Bewegung eingehalten werden muss. Dieser Modus ist eine nette Funktion für Haushalte mit mehreren Bewohnern oder Familien. Interessanter finde ich die Unterscheidung der anderen beiden Modi, da ich darauf nicht gekommen wäre. Beim Einbruchsalarm wird ein gewaltsames Öffnen der Tür registriert. Ein Test zeigt, dass selbst heftiges Zuschlagen keinen Einbruchsversuch simulieren kann. Beim Urlaubsmodus letztlich wird neben dem Türaufbruch jede andere Sensoraufzeichnung als Signal für einen Einbruch gewertet, was dann die aggressivste Einstellung darstellt.

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Noch ein kurzes Wort zu den Zusatzkäufen. Bei iOS gibt es derzeit im Reiter „Mehr Funktionen“ noch ein Willkommens-Paket für 89 Cent. Mit diesem kannst du manuell oder automatisch Videos aufzeichnen.

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Die Apps sind sehr benutzerfreundlich gestaltet und werden offenbar ständig weiterentwickelt. Ich war überrascht, wie einfach die App die Sensoren zusammenfasst und die Kamera live anzeigt. Einziger Wunsch von mir wäre eine Anpassung fürs iPad, die Registrierung ist hier wegen der überdeckenden Tastatur nicht möglich.

Anwendungsfälle und Fazit

Kameras und Überwachungssystem im öffentlichen Raum, darüber kann man sich streiten. Im Privatbereich allerdings können sie zusätzlich zu mechanischen Schutzmaßnahmen einen großen Vorteil darstellen. Gerade was Wohnsituationen angeht, gibt es aber große Unterschiede, schon vom ersten zum zweiten Stockwerk in einem Mietshaus, gleich recht bei freistehenden Häusern. Entsprechend ist ein anpassbares System Pflicht. Was hilft es den Vordereingang mit einer Kamera zu überwachen, wenn das Kellerfenster ungeschützt ist? Der größte Vorteil des Gigaset elemens sind für mich die erweiterbaren Sensoren in Verbindung mit dem transparenten Preis. Wenn man sich ein Angebot für eine Alarmanlage von Techniker machen lässt, ist das nicht so gegeben.

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Natürlich gibt es mit der Stromversorgung und der Verbindung zum Internet einen Schwachpunkt, das dürfte bei allen Systemen so sein. Positiv ist trotzdem, dass die Kamera ins Internet überträgt, wodurch Videoaufnahmen sicher sind und es nicht reicht einen Rekorder etc. mitzunehmen.

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Der Nutzen des Gigaset elements liegt für mich aufgrund des günstigen Preises auf der Hand. Gerade mit Kamera hat man eine direkte visuelle Kontrolle, wenn eine Benachrichtigung über eine Bewegung reinkommt. Das gibt Sicherheit, das kann im Ernstfall nützliche Zeit geben. Ein akustischer Alarm empfiehlt sich außerdem. Ob man damit Einbrüche verhindern kann? Natürlich nicht. Aber es hilft ganz sicher bei der Aufklärung und gibt das gute Gefühl, mit welchem auch der App-Startbildschirm lockt: all is good. Insofern ist das System für eine ganze Reihe von Nutzern interessant.

Kaufen könnt ihr das Starter Kit hier bei Amazon.de, dort gibt es auch einzeln die Sensoren für Tür und Fenster sowie die Kamera und die Sirene direkt vom Hersteller. Alle Produkte sind derzeit auch besonders günstig mit dicken Preisnachlässen erhältlich.

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Kommentare zu Im Check: Gigaset elements – smarte Sicherheitslösung

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  • Servus,

    das Gigaset-Elements kenne ich, wir haben das ebenfalls mal getestet. Eines möchte ich hier aber wirklich anmerken: Diese Lösungen sind nicht als Einbruchmeldeanlage oder zur Videoüberwachung gedacht. Das ist leider Realität. Wer will kann ja mal auf eine echte Sicherheitsmesse wie der IFSEC oder Intersec gehen, auch die Messe in Essen empiehlt sich dort. Ratet mal was man nicht bzw. nur ganz ganz selten findet.. Richtig: Solche „smart“ Lösungen. Das ist nicht gegen Gigaset gedacht, ganz im Gegenteil, das macht erstmal einen netten Eindruck. Wer aber einer solchen Anlage sein Hab und Gut bzw. sein Leben (bei Rauchmeldern) anvertraut, dem ist nicht zu helfen. Fragen Sie sich doch mal, was passiert wenn (wie es sehr oft bei einem Einbruch passiert), einfach mal der Strom abgeschaltet wird… Oder bei einem Kabelbrand mit Kurzschluss… Bekommen Sie dann Bescheid? Wenn Sie Bescheid bekommen, was sollten Sie dann tun? Eines ganz sicher nicht: Versuchen die Einbrecher zu stellen.

    BTW, das wissen Sie sicher besser als ich, wird die Gigaset-Sache auch in das iOS Smart Home Konzept integrierbar sein?

    Viele Grüße

    Hauke 23. Februar 2015 00:06 Antworten
    • Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar!

      Die Schwachpunkte des Gigaset elements sind uns bekannt und sie wurden oben im Text auch aufgeführt. Dazu gehört nicht nur das von dir erwähnte Problem mit der Stromversorgung, sondern auch noch die ständige Verbindung zum Internet und gar zum Gigaset-Server. Dieser war gerade anfangs ja nicht so stabil, mittlerweile läuft das System bei uns aber schon mehrere Monate ohne Unterbrechungen. Wir denken sehr wohl, dass Gigaset elements als Heimsicherung sinnvoll und nützlich ist. Wie kommt die generelle Ablehnung zustande? Einen Test des Gigaset elements ist auf deiner Seite gar nicht zu finden? Klar kann sie keine professionelle Anlage ersetzen, auch das haben wir oben beschrieben. Was kostet eine autarke Anlage? Kann die jeder selbst installieren? Insofern ist es schon klar, dass es „bessere“ Anlagen gibt. Das ist aber gar nicht die Frage, sondern ob das System zu dem Preis eine vernünftige Lösung darstellt. Auch wir empfehlen nicht die Einbrecher zu stellen. Wo steht das? Die Benachrichtigung an die Polizei ist wohl selbstverständlich, wenn man durch die Sensoren und die Kamera einen Hinweis auf einen Einbruch bekommt. Die Sirene bietet zudem Abschreckung.

      Ob eine Integration bei HomeKit, also der Smart Home Lösung von Apple möglich sein wird? Das werden wir wohl erst nach der WWDC wissen, bei der aktuellen Liste mit Withings etc. war Gigaset m.E. nicht vertreten. Aber selbst wenn eine Integration möglich wäre, stellt sich hier eher die Frage, ob man Siri auch noch alle Daten zu seinem Zuhause geben möchte, oder eher auf eine Lösung aus DE setzt. Insofern ist es schon spannend, was in dem Bereich gerade passiert.

      Check-App 23. Februar 2015 14:21 Antworten
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