2 Jahren .

Buch-Review: Android-Apps entwickeln für Kids – Mehr als Hello World

Geschrieben von:

“Android-Apps entwickeln für Kids” ist eine Einführung in die Programmierung von mobilen Anwendungen fürs Google-OS mit der Zielgruppe ab 12 Jahre. Was sich also auch mitunter zunächst so anhört, als würde der geneigte Dev hier einen Leitfaden erhalten, um Kinder-Apps zu gestalten, liegt falsch. Die Reihe “für Kids” des mitp-Verlags umfasst ein ganzes Spektrum von Arduino, über Raspberry Pi bis WordPress für die junge Zielgruppe. Vielmehr hat sich also auch Hans-Georg Schumann, ehemaliger Lehrer für Mathe und Informatik, dem sowohl interessanten als auch ehrenwerten Ziel gewidmet unter den jungen Techbegeisterten die Fähigkeit zu verbreiten eigene Ideen als App zu realisieren. Für 25 Euro bekommt ihr nicht nur das gedruckte Buch (Kindle Edition verfügbar), sondern es gehört auch eine DVD mit den benötigten Tools, Beispielen und Bonuskapital dazu.

Android-Apps_entwickeln_fuer_Kids_Buch_Review_Cover

Auf dem Cover spielen in einer Comic-Darstellung ein Robodog mit dem Android Maskottchen und ein Smartphone und Tablet werden von den Figuren präsentiert. Der Klappentext fragt: “Hattest du auch schon selbst einen tollen Geistesblitz für eine Smartphone-App, aber keinen blassen Schimmer, wie sich solch eine Idee in ein kleines Programm umsetzen lässt?” Das Buch verspricht “eine wirklich einfache Einführung”.

Was darf man von diesem Buch erwarten? Als Resultat steht mehr als ein bloßes “hello world”. Natürlich wird auf den 440 Seiten vermittelt, wie man eine Android App erstellt. Und nicht mit irgendeinem wysiwyg App-Baukasten mit html5. Nein, so richtig mit Ecclipse pardon Android Studio, Java und XML. Man darf also was erwarten. Zwar werden Spiele-Apps als Lernziel angekündigt. Aber sagen wir mal so, Angry Birds wurde auch nicht an einem Tag geschrieben und gerade bei Spielen sind bekanntlich die letzten 10 Prozent, das Feintuning an Balancing oder Belohnungssystem eine Wissenschaft für sich. Wer das Buch durcharbeitet, erwirbt das grundlegende Handwerkszeug und das Verständnis für die Strukturen einer App, um sie komplexer werden zu lassen.

Die Einleitung und das erste Kapitel dienen als Setup für Kopf und Technik. Der Einstieg ist dem Autor sehr gut gelungen, da er hinterfragt. Warum Java? Was ist eine Entwicklungsumgebung? Das Android Studio wird mir beinahe schon zu detailliert erklärt. Das Buch ist jedoch klar in 14 Kapitel aufgeteilt, welche zwar aufeinander aufbauen, aber auch einen späteren Einstieg erlauben. Wie bekommt man es hin, dass die App einen Text als “Reaktion” anzeigt, wenn man einen Button drückt, ist dabei der simple Start. Spätestens am Kapitel 7 sollte man aber linear mitarbeiten, da es hier um ein größeres Projekt geht, was bis zum Ende hin stufenweise aufgebaut wird. Jedes der Kapitel stellte ich mir beim Lesen als eine Unterrichtsstunde von 30 bis 45 Minuten vor. Lernziele wie “den Einsatz von Arrays kennen” oder “die Komponente ImageView” stehen klar formuliert am Anfang, am Ende auch jeweils nochmals eine Art Hausaufgabe mit Wiederholungsaufgaben und Experimentierideen steht. Viele Screenshots und klare Handlungsanweisungen erleichtern den Umgang. Ansprache ist übrigens komplett die “Du-Form”, was ich generell für alle Tutorialbücher als angenehm empfinde. Das Buch behandelt in den weiteren Kapiteln die grundsätzlichen Elemente einer Java-App, wobei der Code stehts fertig vorgegeben ist. Überforderung sollte also komplett ausbleiben. Ein großer Anhang mit fünf Teilen zu Elternhinweisen, einfachen Debugging-Tipps sowie Index und Register runden das Buch ab.

Android-Apps_entwickeln_fuer_Kids_Buch_Review_Fazit

Programmieren für Kinder, das haben sich einige NPOs und Förderer auf die Fahnen geschrieben. Auch ohne Karriereambitionen in der Branche eine lohnenswerte Freizeitbeschäftigung. Beim Klavier lernen rechnet man ja auch nicht damit, dass das eigene Kind gleich die Carnegie Hall füllen wird. Aber wer von Digital Natives spricht und damit diejenigen meint, welche witzige Sprüche in einer Kamera aufsagen können und den Upload-Button bei YouTube finden, sollte mal den Begriff revidieren. Immer öfter haben auch wir hier im Blog schon Apps vorgestellt, bei welchen uns ein Schüler geschrieben hatte mit den Worten “Ich und mein Kumpel haben da mal eine App gemacht”, welche genau das machen, was in den 80ern am C64, Anfang der 90er an den Amigas und Windows 3.1 PCs und so weiter passiert ist.

Das Gebiet der Einführungen ins Programmieren ist unüberschaubar. Manche versuchen es über eine eher abstrakte Einführung in Programmierprinzipien, andere reduzieren die Nutzereingabe aufs Anordnen von Operatoren in einer grafischen Nutzeroberfläche (Game Maker). Um die Extreme zu nennen. Was der richtige Weg ist? Das dürfte wohl mit der Persönlichkeit des Lernenden zusammenhängen. Ich hole hier soweit aus, da ich zum Buch auf Amazon ein negatives Review eines “Experten” gesehen habe, welchem ich so ganz und gar nicht zustimmen kann. Was auf 440 Seiten für 25 Euro geleistet werden kann, das wird durch die Zugabe der DVD noch überboten. Es gibt viele Zusatzerklärungen in den grauen Kästen zu Elementen und Strukturen. Der Autor versetzt den “Schüler” auch in die Lage selbst zu denken, Fragen zu stellen, welche man dann ja auch mal zusätzlich bei Google eintippen könnte. Dass man Code einfach wild kopieren soll und es keine Erklärung zum Aufbau einer Java- oder XML-Datei gibt, stimmt nicht. Achja, Java wird bereits auf Seite 15 das erste Mal genannt und es gibt auch noch ein Buch speziell für Java vom gleichen Autor im Verlag.

Android-Apps_entwickeln_fuer_Kids_Buch_Review_Inhalt

Insgesamt ist das Buch “Android-Apps entwickeln für Kids” eine gute kompakte Einführung und in der Skala von “theoretisch zu praktisch” recht ausgewogen. Für die besagten 25 Euro bekommt man hier bei Amazon ein empfehlenswertes Geschenk.

Themen
·
Kategorien
News & Reviews
https://www.check-app.de

Hallo liebe Leser, bereits seit 2011 schreiben wir hier täglich über Apps und Gadgets und freuen uns über jedes Like / Teilen unserer Beiträge. Viel Spaß beim Stöbern im Blog! Habt ihr Fragen zu einem unserer Artikel? Dann schreibt einfach einen Kommentar!

Kommentare zu Buch-Review: Android-Apps entwickeln für Kids – Mehr als Hello World

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Menu Title