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Es ist ein Igor – die Vogel-ID-App im Test

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Wer bist du und warum um alles in der Welt sitzt du jeden Morgen um 4.35 Uhr vor meinem Fenster und singst, so laut du kannst? So klingt seit einigen Wochen mein morgendliches Gespräch mit Igor. Besser gesagt „klang“, denn inzwischen weiß ich,  wer er ist -daher hat er jetzt auch einen Namen- wie er aussieht, woher er kommt und noch so einiges anderes. Der Sommer ist toll,  das finden auch die lieben Vögelchen, die uns lautstark verkünden…ja, was verkünden sie eigentlich? Was es bei Ihnen zum Mittag gibt? Dass Herr Schubert eine garstige Katze hat, vor der man sich in Acht nehmen muss? Erzählt der jugendliche Spatz seinen Eltern, dass er keine Würmer mehr frisst, sondern sich von nun an lieber vegetarisch ernährt? Kann schon sein, endgültig kann man das wohl nicht klären, aber bei allen anderen Fragen hilft euch die heute vorgestellte App „Vogel ID – Vögel im Garten“, mit der ihr schnell und einfach herausfinden könnt, ob ihr nun die Taube auf dem Dach oder doch eher den Spatz in der Hand habt.

Vogel_ID_Beitragsbild

Es weht ein laues Lüftchen, die Grillen zirpen und ringsherum zwitschert es, das ist doch wohl der Inbegriff des Sommers. Wer ist das aber, der sich hier rumtreibt? Ich kann Spatz und Amsel erkennen, Meisen auch noch, Raben von Krähen zu unterscheiden wird schon schwierig, aber dann hört es auch schon auf. „Vogel-ID – Vögel im Garten“ ist gerade für diese Jahreszeit wunderbar geeignet und hat mir beim Testen gezeigt, dass es richtig spannend werden kann,  den vogelfüßigen Spuren im heimischen Garten oder Park zu folgen. Die Entwickler Sunbird Images haben dafür eine App herausgebracht, die sich direkt auf die 100 häufigsten deutschen Vogelarten, belegt durch die jährlichen Zählungen des NABU, konzentriert. Erhältlich ist sie für Android zum Preis von 4,99 € und iOS für 5,99 €. Wie ihr dabei vorgeht und was die App sonst noch drauf hat, erfahrt ihr jetzt im Detail.

Was der Garten hergibt…

…natürlich so vogelmäßig, erfahrt ihr unter dem Button „Vögel“. Dort findet ihr in alphabetischer Reihenfolge  verschiedene Vogelfamilien mit Bild, wie zum Beispiel Enten/ Gänse, Finkenvögel oder Drosseln. Das ist vor allem interessant, um die Verwandschaftsverhältnisse auszukundschaften. Eine kleine Zahl in der linken unteren Ecke zeigt an, wieviele Vertreter der Familie gelistet sind. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Amseln zur Familie der Drosseln gehören oder ein Steinadler zur Familie der Habichtartigen? Wenn ja, Respekt, ansonsten viel Spaß beim Stöbern!

Vogel_ID_Voegel Vogel_ID_Habichtartige

Unter dem Button „Index“ werden euch ebenfalls alphabetisch alle Arten gezeigt, dieses mal allerdings ohne Gruppierung. Tippt ihr darauf, bekommt ihr eine detaillierte Beschreibung geliefert.

Phoenicurus phoenicurus im Detail dank Vogel-ID

Die Detailbeschreibung der einzelnen Vögel ist ein großes Plus dieser App und liefert dir alle Infos, die du brauchst, um zum Beispiel den Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) vom Hausrotschwanz unterscheiden zu können. Vom lateinischen Namen über die Taxonomie und Ökologie ist hier alles aufgelistet.

Vogel_ID_Gartenrotschwanz_Details

Im Einzelnen findet ihr Informationen über

  • Allgemeines
  • Gattung
  • Vorkommen/ Verbreitung
  • Habitat
  • Größe
  • Häufigkeit
  • Populationsgröße
  • Status
  • Name/ Ordnung/ Familie/ Gattung

So habe ich zum Beispiel herausgefunden, dass in unserem Garten neben dem weitverbreiteten Haussperling auch der seltene Feldsperling Einzug gehalten hat. Wer etwas über eine bestimmte Vogelart wissen möchte, kann über die Suchfunktion direkt zum Eintrag gelangen. Neben der detaillierten Beschreibung finden sich aussagekräftige Bilder, die bei der Bestimmung helfen und den Vogel nicht nur von vorn, sondern vor allem von der Seite zeigen. So lassen sich besondere Merkmale besser abgleichen. Meist findet sich sogar noch ein zweites Bild, dann eines weiblichen Exemplars und eine Gesangsprobe.

Identifiziereren

Hier kommen wir zur Kernfunktion der Vogel ID App, die für mich ausschlaggebend war, denn ich wollte ja schließlich wissen, wer der Missetäter ist. Also stand ich eines schönen Donnerstag-Morgens um exakt 4.35 Uhr auf, den Wecker musste ich mir ja nicht stellen, und fing an, mich mit dem gefiederten Ding da draußen zu beschäftigen. Böse sein kann man ihm nicht, denn er folgt ja nur dem Ruf der Natur und singt zudem noch wirklich schön, nur eben ein bisschen früh, aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt und würde ihn wahrscheinlich vermissen. Über den Button „Identifizieren“ kommt man auf eine Oberfläche, auf der man zum Beispiel Gestalt, Größe, Haupt- und Nebenfarbe oder die Sprenkelung bestimmen kann. Ja, das klingt nicht nur wie die Gegenüberstellung bei der Polizei, sondern fühlt sich auch ein bisschen so an. Das Bestimmungsschema wurde von echten Ornithologen entwickelt und bietet auch für Laien eine einfache Art, zum richtigen Ergebnis zu kommen.

Vogel_ID_Identifizieren Vogel_ID_Gestalt

Vogel_ID_gesprenkelt Vogel_ID_Ergebnis

Meist ist es schwer, alle Eigenschaften durch kurzes Sehen richtig im Schema zu erfassen. Besonders praktisch finde ich daher, dass man nicht nur einen Treffer geliefert bekommt, sondern eine ganze Liste. Inwieweit der jeweilige Eintrag dann zum Eingegebenen passt, wird durch eine Prozentzahl in der Ecke angezeigt. Und damit kommen wir zurück zu Igor. Ich habe herausgefunden, dass es sich dabei um einen lediglich 10 cm großen Zaunkönig handelt. Ich zitiere: „Die Stimmte des Zaunkönigs ist auffallend laut und kräftig“. Yep, hab‘ ich auch gemerkt. Inzwischen weiß ich auch, dass er bis zu 90 db laut singen kann, das ist ungefähr so laut wie ein Lastwagen. Habt den mal auf eurem Fensterbrett sitzen…Ich habe ihn auf jeden Fall nach dem berühmten Komponisten und Dirigenten Igor Strawinsky benannt, denn ich glaube, er stiftet auch die anderen Vögel zum Singen an und leitet heimlich den ganzen Verein.  Seit wir uns näher kennen, hat sich unsere Beziehung erheblich verbessert. Wer das Ganze etwas professioneller betreiben möchte, hat sogar die Möglichkeit, seine Beobachtungen inklusive Spezie, Name, Breiten- und Längengrad und,  wenn gewünscht, einer Notiz festzuhalten.

Fazit

Vogel ID- Vögel im Garten ist eine gelungene App, die ohne Umwege die wichtigsten Informationen über die 100 häufigsten Vogelarten inklusive Bildern, Gesangsausschnitt und der Möglichkeit, seine Sichtungen festzuhalten, liefert. Die Möglichkeit, seine Suche direkt einzugeben oder eine Vogelart über das Bestimmungsschema zu identifizieren, sind besonders praktisch. Wer möchte, kann mithilfe der wunderschönen Bilder seine Kenntnisse sogar beim mitgelieferten Quiz vertiefen oder auffrischen. Ich habe alle von mir gesuchten Vogelarten gefunden oder bestimmten können. Eine Ausnahme machte der Schwarzstorch, den ich zufälligerweise während des Testens vor’s Smartphone bekam, der aber leider nicht verzeichnet ist. Da er allerdings in Deutschland ziemlich selten zu sein scheint und nicht zum alltäglichen Bild gehört, erklärt sich sein Nichtvorhandensein von selbst. Lobend zu erwähnen ist daher die Tatsache, dass er dennoch erwähnt wurde, wenn auch nur im Beitrag seines weit verbreiteteren Bruders, dem Weißstorch, ihr wisst schon, der mit den Babies. Die Vogel ID App ist auf jeden Fall empfehlenswert und bietet eine schöne Möglichkeit, sich einmal mit der heimischen Tierwelt auseinanderzusetzen. Für diejenigen, die auf den Geschmack gekommen sind und sich gern weiter mit dem Thema beschäftigen möchten, bietet Sunbird Images noch andere, interessante Alternativen, zum Beispiel „Baum ID“, „Blumen ID“ oder, vor allem vor dem Essen sehr zu empfehlen, „Pilz ID“.

App-Check von Vogel-ID
Name der App
Vogel-ID
Entwickler
Sunbird Images
Sprache
deutsch
getestete Version
v6 vom 10. Februar 2015
getestet für
Huawei P8 Lite
Größe
50 MB
Positiv
- offline verwendbar
- aussagekräftige Bilder
- integriertes Quiz
Negativ



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    Mein Name ist Freya und ich bin 28 Jahre alt. Am allerliebsten verbringe ich die Zeit mit meiner Familie und meinen zwei Hunden Lotta und Jamie. Darüber hinaus bin ich ein riesiger Frankreich-Fan und verbringe soviel Zeit wie möglich im Land des „savoir vivre“…oder träume zumindest bis zum nächsten Frankreich-Aufenthalt davon!

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