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Realm Grinder – Und wenn dein Finger nicht gestorben ist…

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Realm Grinder ist ein neuer Idle Clicker von Kongregate, entwickelt vom italienischen Zwei-Mann-Indiestudio Divine Games. Wie immer bei dem Publisher ist sie vorher schon im Netz mit über 10 Millionen Spielern erfolgreich gewesen. Die App-Neuerscheinung ist genretypisch gratis für Android und iOS mit In-Apps und optionalem Ad-Gucken. Sie hat ein feudales Fantasysetting in einem Königreich und damit wäre eigentlich alles gesagt. Fast ist die Geschichte von Realm Grinder schon erzählt, sagen wir mal. Als Moral fehlt noch was und die heißt wohl: Und wenn dein Finger nicht gestorben ist, dann tippt er noch heute. Aber taktisch anders möchte Realm Grinder sein bzw. eine solche überhaupt erstmal bieten. Und damit hab ich vielleicht doch noch ein paar Zeilen in unserem App-Review für euch.

Reichtum ist wie immer das Spielziel. Gold soviel, dass eine Ente darin baden kann. Nein, soviel, dass die Erde darin im Ozean aus Gold wie ein Wasserball verschwinden würde. Eine Triade. Insofern verdeutlicht der Realm Grinder auf eine dialektische Art im Schema „Gratis Download – Wunde Finger – In-App-Heilung“ den State-of-the-Art der Appstores. Hat ja Hegel schon so gesehen, auch wenn Emil Lask dem widersprechen würde. What, Herr Precht?

Die App ist im Kern wieder so simpel, dass ich mir schon ein paar schön klingende Worte ausdenken musste soeben. Kommen wir zum Versprechen zurück: Neue taktische Möglichkeiten soll sie also bieten. Stichwort „Deep Strategy“. Diese bestehen offenbar darin, dass man sich für eine gute Seite und eine weniger gute Seite entscheiden kann. Tippen mache ich bei solchen Spielen aus dem Genre Idle Clicker eigentlich mittlerweile äußerst ungern. Das ist nicht so als würde man Wintergames ohne Joysticks gewinnen.

Spielprinzip und -spaß von Realm Grinder

Realm Grinder heißt mal 1:1 übersetzt „Reich Mühle“, also man baut mühlenartig durch immer die gleiche Aktion ein Imperium auf. Übersetzungen sind notwendig, denn das Spiel ist komplett auf Englisch und nicht unbedingt leicht durchschaubar. Die UI mit Schriftgröße 0,01 ist nicht unbedingt hilfreich. Nein, die Grafik würde ich niemals als „schlicht und unabwechslungsreich“ bezeichnen. Wohl aber fehlt ihr etwas die Selbsterklärung, wie man sie eigentlich gewohnt ist von anderen Spielen. Ist das jetzt Tiefe oder Verwirrungstaktik? Jedenfalls wirkt es mehr Retro als die Darstellung von Siedler 1, bei welchem man sich ja ständig gefragt hat, ob das nun eine Kirche ist als Bauoption oder ein Werkzeugmacher oder was z.B. die drei farbigen Balken neben den KI-Leaderprofilen bedeuteten. Knapp 25 Jahre später sag ich es euch – rot stand für die Rohstoffe, grün und blau haben die Intelligenz beeinflusst. Anders als das Strategiespiel gibt es bei Realm Grinder zumindest Tooltipps, wenn man lange auf eins der Icons drückt.

Ihr tippt auf den Bildschirm. Eigentlich reicht es besagte 10 Taps zu machen, damit du dir mit den zehn Münzen das erste Gebäude, nämlich eine Farm leisten kannst. Diese produziert dann für dich automatisch Gold. Und wie das so ist, wird die Produktionsrate mit jedem Level höher. Auch wenn du offline bist, wird weiter produziert, sodass die Begrüßung nach ner Pause stets einen hohen Verdienst beinhaltet, der sogleich in neue Gebäude investiert werden kann. Tatsächlich gibt es aber neben Gold auch Trophies der Serie „Treasure Finder“ zu ertappen. Auch passiv hingegen könnt ihr die acht verschiedenen „Faction Coins“ verdienen. Erst durch diese Fraktionen kommt eine gewisse Wahl ins Spiel, entweder die Produktionsgebäude zu verbessern oder auf Magie zu gehen. Aber dazu ggf. später mehr. Wichtig ist noch zu wissen, dass es auch Mana zu sammeln gibt und man es für Spells ausgeben kann.

Natürlich ist auch das Konzept des Neustarts Teil des Realm Grinders. Das heißt hier „Abdication“ und ist unter dem grünen Button im Upgrades-Menü versteckt.

Fazit: Insgesamt ist Realm Grinder tatsächlich mal was anderes im Genre. Hauptsächlich entsteht die Komplexität dadurch, dass sich viele Spielfeatures erst mit der Zeit freischalten und man entsprechend auch „Fehler“ machen kann. Der Button „Hard Reset“ dürfte nicht ohne Grund vorhanden sein.

Update nach einer Woche Realm Grinder: Sorry, ist es langweilig geworden. Events – Fehlanzeige. Die Währung oben wird mit seltsamen Abkürzungen dargestellt, wie man es auch von anderen Spiele des Genres kennt. Ich bin also reich und habe 336240 Gems. Aber was damit anfangen? Klar, die Trophies würde ich gern alle haben wollen. Doch gerade im Bereich „Secret“ braucht man wohl Insiderwissen oder Glück.

Jedenfalls habe ich bereits zweifach den Button Abdication gedrückt. Wenn man dann das Upgrade „Gem Power“ dann für eine Coin erwirbt, erlebt man einen Boost für die Produktion und die Chance Faction Coins zu finden wird auch erhöht. Derzeit kann ich aufgrund der mehrerern Tausendprozent an Steigerung bereits mit einer Farm 13451 Coins pro Sekunde herstellen. Ich habe sowohl das „Proof of Evil Deed“ als auch das „Proof of Good Deed“ erworben in den Partien, sodass ich nun das Gefühl habe nix Neues mehr zu sehen. Next one please.

App-Check von Realm Grinder
Name der App
Realm Grinder
Entwickler
Kongregate
Sprache
Englisch
getestete Version
2.5.2 vom 17.01.17
getestet für
Gigaset ME Pro
Größe
78,52 MB
Positiv
+ größere Spieltiefe
+ gratis spielbar
+ Retrografik
Negativ
- nicht Deutsch lokalisiert


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Kategorien
Android · Check · iOS · Spiele
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Kommentare zu Realm Grinder – Und wenn dein Finger nicht gestorben ist…

  • Das ist mal ein leicht peinliches Review. Wenn ein Spiel auf Kongregate das meistgespielte Spiel ist, dann kann man davon ausgehen, dass es auf irgendeinem Gebiet gut ist.
    Natürlich ist es schwierig, ein Spiel wie Realm Grinder, das nach vielen Monaten noch neue features und Mechaniken offenbart, mal eben zu „checken“. Andererseits bietet zumindest die Web-Version die möglichkeit, savegames zu importieren. Einmal bei der sehr aktiven community nachfragen hätte es erlaubt, auch bei begrenzter Zeit ein paar spätere features zu begutachten.

    Auch ich habe nach dem ersten Anspielen das Spiel eine Weile nicht angerührt und hielt es für langweiliges „more of the same“. Dann habe ich weiter gespielt. Jetzt weiß ich: es revolutioniert mal eben das Genre und hat nur auf den ersten Blick viel gemeinsam mit anderen idle/clicker/incremental Spielen

    Klaus Von Bullerdingen 17. März 2017 09:20 Antworten
    • Hallo „Klaus von Bullerdingen“ und vielen Dank für deinen Kommentar! Dir scheint das Spiel sehr gut zu gefallen. Mich würde konkret natürlich interessieren, was du daran so „revolutionär“ findest. Ich habe fast alle Idle Clicker der vergangenen Jahre gespielt. Mir hat Realm Grinder so „lala“ gefallen. Ich bin mir gar nicht sicher, ob du das Review gelesen hast, denn ich schreibe an einigen Stellen, was mir gut gefallen hat und wo Unterschiede zu erkennen sind. Von „schnell gecheckt“ kann auch keine Rede sein. Tatsächlich habe ich es über zwei Wochen gespielt und bin, wie ich finde, zu einem recht ausgewogenen Ergebnis über Realm Grinder gekommen. Habe sogar nochmal ein Update eingefügt. Kritikpunkt war, dass zu viel versprochen wurde. Damals gab es in der App eben keine Events und Neuigkeiten, obwohl sie versprochen wurden. Was die Webversion angeht, so spielt das hier keine Rolle. Wir schreiben hier App-Reviews für Spieler aller Genre und da muss man gerade bei Tappern etwas kritischer sein. Wenn so eine App nach dem Release durch die Fans nach oben kommt in den Charts, wollen eben die Durchschnittsspieler auch mal schnell wissen, um was es geht. Im Store sind auch recht viele Negativreviews als nützlich nach oben gewählt worden, was meine Haltung bestätigt. Viele sehen in ihnen ja gar keine Spiele, da ihnen die typischen Spielelemente abgehen. Ja, die Idle Clicker sind ein besonderer Fall, sodass ich eigentlich Lust gehabt hätte, noch kritischer an Realm Grinder ranzugehen. Ein Entwickler hatte diese Spiele ja als Fluchgenre schlechthin bezeichnet, als „Pest der Stores“. Ob man soweit geht, ist eine andere Sache, über welche man sicher ne gute Bachelorarbeit schreiben könnte.

      Check-App 17. März 2017 11:58 Antworten
  • Mittlerweile kann man auch die deutsche Sprache auswählen. Das Game gibt es seit Juni bei Steam und der Spielstand kann über die Cloud auch mit dem Handy synchronisiert werden.

    Bei Gut und Böse gibt es zu Beginn je 3 Fraktionen. Die gute Seite ist für aktive Klicker und die böse Seite richtet sich an die Idler. Ab 1 Mrd. Gems schaltet man Ausgrabungen frei und kann dort wohl weitere Fraktionen entdecken. Man kann auch Zauber automatisch starten lassen, sobald genug Mana vorhanden ist. Beim idlen läuft das dann von selbst.

    Nach Abdankungen folgen wohl auch noch Reinkarnationen.

    Die App macht für mich nur Sinn zusätzlich zum Idlen am PC, damit man Ressource verbauen kann oder eine Ausgrabung macht, wenn man unterwegs ist. Ich habe keine Lust stundenlang aufs Handy zu tappen oder dort zu idlen, beides geht am PC besser.

    PinoCarino 27. September 2017 11:31 Antworten

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