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Bau-Simulator 2 – Get to Work

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+++ Morgens halb 7 ereignete sich auf einer Nebenstraße von Desert Springs ein folgenleichter Fehler. +++ Anstatt das Schüttgut (Erdreich) korrekt ins vorgegebene Loch einzubringen, fuhr der Muldenkipper, Typ CT660 6X4, etwas zu weit nach rechts. +++

Wir befinden uns natürlich nicht im Lokalradio einer texanischen Kleinstadt südlich von Odessa, wo es außer schnellen Wüstenhasen nur Ölfelder gibt. Vielmehr habe ich aus stundenlangem Spielvergnügen mit dem Construction Simulator 2 eine Empfehlung zusammengebaut, welche gerade über die Feiertage recht paradox wirkt. Denn das Motto des feinen Spiels von astragon Entertainment „Get to Work“ kann man durchaus wörtlich verstehen. Auf Reddit hatte ich die Ankündigung gesehen, wonach alle mit Lust auf Arbeit hier richtig sind. Allerdings habe ich eine Korrektur für den Titel dort. Bezahlt wird man absolut. Mit viel Spielvergnügen.

Gleich zu Beginn kommt natürlich der Vergleich mit der Ausgabe von 2014. Diese ist auch der Grund, warum das Review des Spiels recht spät kommt. Denn eigentlich wollte ich die neue Ausgabe gar nicht spielen, da ich schon damals viel zu viel Zeit mit dem Simulator verbracht habe. Doch dann kam die Pressemappe ins Büro und es war passiert. Nach anfänglicher Skepsis. Und da ich noch eine bessere Ausgabe erwartete, sollte das diesmal nicht anders werden. Es folgt dem Prinzip „ach, noch ein Auftrag, dann kann ich mir Maschine X auch noch leisten“. Der Kauf der neuen Version lohnt sich, da man nicht nur ein neues Setting erlebt, sondern die Steuerung nochmals verbessert hat. Solche Unfälle mit dem LKW wie damals als ich im Gleisbett landete, sind nicht mehr möglich. Fehler sind eher direkt auftragsbezogen, etwa wenn man das Schüttgut nicht richtig verteilt. Die Lösung lautet dann: Baggerladder holen und manuell verteilen. So wie man es wohl auf der echten Baustelle machen würde.

Gameplay des Bau-Simulators 2

Die Fähigkeiten sind der Schlüssel zum Erfolg. Mit der durch Aufträge gesammelten Erfahrung kann man in 20 Stufen jeweils Talentpunkte in fünf Kategorien verteilen, welche die Arbeit extrem erleichtern. Dies möchte ich gleich zu Beginn loswerden, da man sich beim Bausimulator doch vor allem vor den immer gleichen Abläufen fürchtet. Ein Hilfsarbeiter holt die Schüttgüter automatisch, Waren werden zur Baustelle geliefert. Wer es einfach haben möchte, der lässt auch von Location zu Location automatisch fahren.

Der Bau-Simulator bietet eine offene Welt mit vier freischaltbaren Gebieten. Anfangs gibt es eine kleine Story als Tutorial mit Hans Peter und zwischendrin ab und zu nochmal ne kleine Dialogsequenz. Hauptsächlich befinden wir uns aber hinterm Steuern, entweder fahrend oder auch nur direkt an der Baustelle, siehe Abschnitt 1. Das Spiel ist auftragsorientiert. Diese kommen in der Firmenzentrale rein und erneuern sich timergesteuert. Hat man einen Auftrag jedoch angenommen, kann man sich viel Zeit lassen. Hektisch wird es nicht. Nur sollte man die Kosten reinholen, damit die monatliche Abrechnung nicht negativ ausfällt. Geld und Erfahrungspunkte werden für erledigte Aufträge gutgeschrieben. Neue Maschinen kann man kaufen und komplexere Aufträge annehmen. Anfangs baggert man vor allem Löcher, bringt Beton oder Kies zu Baustellen. Die ersten Fahrzeuge reichen schon bald nicht. Für Beton etwa muss man sich den CAT CT 660 8X6 holen. Entweder mieten oder besser gleich kaufen.

Die Steuerung der Fahrzeuge ist so intuitiv wie möglich gestaltet. Es gibt 36 mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Klar, mit dem Bagger kommt man nicht sofort klar. Die Schaufel und zwei Gelenke wollen gedreht werden. Beim Kran am Pritschenwagen kann man in der Länge ausfahren. Meist erfolgt die Bedienung über zwei Touchfelder, welche mit kleinen Icons bezeichnet sind.

Eine riesige Hilfe stellen die farblichen Indikationen dar. Man sieht wo noch gebaggert werden muss, beim Hausbau sieht man blau umrandet, wo jedes Bauteil hin muss. Aber das ist nicht alles. Nach einer Zeit entwickelt man ein Gefühl, aber wieviel „Perfektion“ die App die Aufgabe als erledigt ansieht. Bauteile am Haus müssen nicht genau an ihre Position. Löcher dürfen auch zu tief sein an manchen stellen, während sie anderswo nur angebaggert sind. All diese Hilfen machen das Gameplay mega flüssig.

Natürlich habe ich auch schwierige Situationen erlebt. So habe ich mich im Level 4 etwa mit dem Kauf eines Fahrzeugs übernommen. Der Muldenkipper war angeschafft, das Schüttgut im Kieswerk konnte ich mir nicht mehr leisten. Einen Kredit in der Bank gab es aber erst ab Level 5. Also Auftrag abbrechen und erstmal weiter baggern. Seltsam realistisches erlebte ich auch als ich versuchte den noch minimal gefüllten Muldenkipper neu zu befüllen. Erde und Kies darf nicht gemischt werden. Auch direkt mit der Aufstellung der Fahrzeuge hatte ich Probleme. Etwa fuhr der Kran nicht mehr ein, da eine Holzplatte unters Auto gerutscht war. Immer dann hilft die Funktion „Zurücksetzen“.

Wer will fleißige Bauarbeiter sehen?

Der Simulator ist für mich die Referenz im Genre. Grafisch einladend wirkt die Stadt. Es laufen Leute herum, es wirbeln solche Wüstenbüsche herum. Es gibt Tag- und Nachtwechsel. Realistisch fahren sich die Baufahrzeuge, sowohl auf der Straße als auch auf der Baustelle. Die Aufträge sind abwechslungsreich. Es soll 60 unterschiedliche Bauaufträge geben, u.a. auch Straßenbau, an welchen ich mich allerdings noch nicht gewagt habe. Wiederholende Aufträge gehören dazu. So musste ich bereits mehrfach zum Ölfeld liefern. Hier scheint der Vorarbeiter auch mächtig Dampf auf Burritos zu haben. Jedes Mal muss ich ihm einen mitbringen von der Tankstelle. Zwar lassen sich alle Aufträge abbrechen, aber alsbald beginnt der Ehrgeiz, wo man das gerade nicht möchte. Wie eine Wirtschaftssimulation fühlt sich das Spiel derweil nicht an.

Das Spiel ist werbefrei. Für den Betrag von 5 Euro bekommt man stundenlangen Spielspaß. Drei Spielerprofile sind parallel einrichtbar, sodass man auch wunderbar in der ganzen Familie spielen kann. Achja, In-Apps gibt es trotzdem. In der Bank kann man sich Credits gegen Echtgeld kaufen. Muss man aber nicht, die Baufahrzeuge werden ohnehin levelweise erst freigeschalten. Man kann auch sehr gut offline spielen, also ohne Internetverbindung.

App-Check von Bau-Simulator 2
Name der App
Bau-Simulator 2
Entwickler
astragon Entertainment
Sprache
Deutsch
getestete Version
1.03 vom 03.04.2017
getestet für
iPad
Größe
1.39 GB
Positiv
+ viele Baufahrzeuge und Aufträge
+ realistische Steuerung und Grafik

Negativ



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Kategorien
Android · Check · iOS · Spiele
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