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The Last Door – Lovecraft meets Atari

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So langsam kommt wieder diese Zeit im Jahr, in der es draußen immer ungemütlicher wird und man  die Schauergeschichten aus dem Bücherregal kramt. Ganz voran natürlich die unheimlichen Geschichten von Poe und H. P. Lovecraft! „The Last Door: Collector’s Ed“, einem Point & Click-Adventure von Phoenix Online Studios LLC, dessen erstes Kapitel kostenlos für Android und iOS -und Windows Phone! Ist ja der Wahnsinn!- spielbar ist, ist von Werken dieser Autoren inspiriert. Raben und verlassene Herrenhäuser, sowie Abgründe der menschlichen Psyche, schaffen eine unheimliche und reichlich verpixelte Welt. Episode 1: Der Brief, die kostenlos spielbar ist, haben wir für euch getestet.

Leichen auf Dachböden

Oktober, 1891, England. Jeremiah Devitt, die reichlich verpixelte Hauptfigur, erhält einen mysteriösen Brief seines alten Schulfreunds Anthony Beechworth. Da sich Jeremiah um seinen Kumpel sorgt, beschließt er nach ihm zu sehen. Zu diesem Zeitpunkt weiß der Spieler jedoch schon etwas, was Jeremiah nicht weiß: Anthony hat sich gleich während des Intros umgebracht. So kommt es, dass Jeremiah das Anwesen Beechworth verlassen vorfindet, die Dienerschaft hat sich verdünnisiert und von dem Hausherren keine Spur! Die einzigen anderen Lebewesen, die tatsächlich am Leben sind, sind ein paar Raben und ein Kater. Mr. Devitt stellt das Haus seines Freundes ziemlich auf den Kopf (Soviel zum Thema „feine englische Art“, ne?) und kombiniert durch Drag & Drop Gegenstände, um auch die letzte Tür zu öffnen. (Was er dort findet, könnt ihr euch ja denken.)

… Und plötzlich hat sich der Lateinunterricht DOCH NOCH ausgezahlt!

Point & Touch, äääh, Click

Aktuell existieren in der Collectors Edition vier Episoden: Der Brief, Erinnerungen, Die Vier Zeugen und Uralte Schatten. Wer noch nicht genug hat, kann sich in vier weiteren Miniepisoden austoben. Die erste Episode ist gratis spielbar, die drei folgenden Episoden, plus Miniepisoden, kosten 4,19€.

Durch etwas Logik ist die Kombination der Items ein Leichtes, Streichhölzer plus Lampe oder, ganz klassisch, Schlüssel plus Tür. Per Point & Click bewegt sich unsere Spielfigur von A nach B und interagiert mit der Umgebung. Die Rätsel sind nicht besonders kniffelig, jedoch braucht man oft einen Moment, bis man in der pixeligen Welt auch alle Gegenstände als solche identifiziert hat, anstatt als Matschfleck.

Stimmungsvoll-schauriger Pixelbrei

Keine Angst, es liegt nicht an euren Augen: Die Grafik von „The Last Door“ ist extrem pixelig und lässt ein fast vergessenes Atari-Feeling aufkommen. Der düsteren, nur von Kerzenschein erhellten Atmosphäre tut dies zwar keinen Abbruch – Kommt schon. Es ist ein Point & Click-Adventure! Ihr wolltet es doch so!-, jedoch muss man ganz schön aufpassen, dass man an Objekten nicht einfach vorbeirennt, weil man den bunten Farbfleck nicht als Schlüssel erkannt hat. Dadurch, dass man nicht alles gestochen scharf erkennen kann, bleiben die Details der eigenen Vorstellungskraft überlassen. Der Text lässt sich jedoch problemlos entziffern und ist mittlerweile auch auf Deutsch spielbar, ein paar kleine Fehler in der Rechtschreibung tun der stimmungsvollen Story jedoch keinen Abbruch.

Fazit zu The Last Door: Collector’s Ed

Was die unheimliche Stimmung in Lovecrafts Werken ausmacht, ist vor allem das beklemmende Gefühl der Angst vor dem Unbekannten oder Unbegreiflichen und dieses Gefühl wurde in „The Last Door“ auf fantastische Weise umgesetzt. Die schwermütige Stimmung, die man aus gewissen Büchern besagter Autoren kennt, findet sich auch in diesem Horror-Adventure wieder. Der Soundtrack untermalt den Gesamteindruck super, so dass man das beklommene Gefühl, verwaiste Flure eines alten Hauses entlang zu schleichen, beinahe selbst spüren kann. Kleine Schreckmomente finden sich hier auch wieder, wenn Raben sich dazu entschließen, sich ganz und gar nicht rabenmäßig zu verhalten oder … na ja. *hüstel* Dachboden. Die Atari-Optik weckt schon ein bisschen Nostalgie an alte Tage und punktet durch ihren Retro-Charme, trotz all der Pixel ist das Adventure voller liebevoller Details. Alles in allem macht „The Last Door“ große Lust auf mehr! In diesem Sinne, viel Spaß beim Zocken!

App-Check von The Last Door: Collector's Ed
Name der App
The Last Door: Collector's Ed
Entwickler
Phoenix Online Studios LLC
Sprache
Deutsch
getestete Version
1.0 vom 27. Juli 2017
getestet für
Samsung Galaxy S7
Größe
Positiv
+ spannendes Point&Klick- Adventure
+ old school Atarigrafik
+ Lovecraft inspirierte Horrorstory
Negativ



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Kategorien
Android · Check · iOS · Spiele · Windows

    Hey liebe Leser! Mein Name ist Jasmin, ich bin 26 Jahre alt und studiere Germanistik. Wer sich im Studium mit Literatur und der deutschen Sprache auseinandersetzt, schreibt natürlich auch sehr gern selbst Texte. Überwiegend zocke ich Spiele am PC, schätze aber auch Handyspiele, wenn ich unterwegs bin. Ich zeichne gern, am liebsten digital mittels Zeichentablet und verbringe so ziemlich jede freie Minute mit meinen beiden Dackeln. Euch noch viel Spaß beim Lesen!

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