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iPhone X – Kauf ich mir! (?)

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iPhone X, schon mal gehört? Apple Jüngern, also jenen legendären Nutzern, die sowieso einfach aus Euphorie und Überzeugung heraus kaufen, muss ich diese Frage wohl nicht stellen. Auch muss ich nicht erklären, dass es „Zehn“ oder „Ten“ ausgesprochen wird. Die haben ohnehin schon vorbestellt und vielleicht schon die ersten Rekorde bei einer der neuen AR-Apps aufgestellt. Vielmehr sind mit diesem abwägenden Beitrag vor allem jene (Android) Nutzer angesprochen, welche bisher einfach ein Smartphone wollten. Und hier habe ich öfters mitbekommen, dass das neue Top-Gerät von Apple sowohl vom Gesamtpaket als auch den Specs im Detail nicht so bekannt ist, wie ich es vermutet hatte. Informieren möchte ich jetzt, wo sich der Staub nach den ersten Tests etwas legt. Das hört sich neutral an: abwägen und informieren. Und doch wird es kein App- oder Gadget-Review der normalen Sorte. Allein schon, da das iPhone X definitiv kein übliches Gerät ist. Beworben wird es (wie immer) sehr markig und verlockend. Mit „Hallo Zukunft“. Also typisch Apple. Und das kommt auch bei mir an, auch hatte ich ne Gänsehaut bei der Keynote. Ne leichte. Erstmals seit einer ganzen Reihe von Gerätegenerationen ist bei mir tatsächlich wieder dieses Gefühl „haben wollen“ entstanden. Währenddessen es bei den anderen 5, 6, 7 immer ein „kann man machen“ das Upgrade war. Und doch gibt es da eine Regel, der ich bisher gefolgt bin, welche mich noch zurückgehalten hat. Was andere zurückhält, wollen wir auch mal schauen. Kurz in einem Satz: Selten war die Entscheidung für ein neues iPhone leichter, selten war sie schwerer als beim iPhone X.

Geschmeidig liegt es in der Hand mit seiner Glasrückseite und seinem glänzenden Rahmen, der Ausschnitt oben im ansonsten beinahe rahmenlosen Display wirkt gar nicht so groß und störend hereinragend als Kerbe, wie immer wieder behauptet wird. Der fehlende Home-Button und Fingerabdrucksensor ist in der Bedienung dann schon irritierend. Die Entsperrung per Face ID wäre für mich ideal. Ungewohnt ist es also und schön im Ersteindruck. Wegen des Designs kann man das iPhone X haben wollen und wegen der Innovation in der Technik, welche das fremdeln bedingt. Wenn alles gleich und wie immer wäre, dann bräuchte es wohl nur eine neue Verpackung.

iPhone X, Quelle: 1&1

Ich bin kein Fanboy. Oder doch?

Schritt zurück: Jimmy Kimmel hatte ja Leute auf der Straße mit einem iPhone 4 geprankt. Ein Gerät aus dem Jahr 2010 und nicht das 10. Viele dachten, es wäre ein iPhone X und bezeichneten es als revolutionär und interessant. Schöne Idee. Die Bewohner der Westküste sind aber auch eigen. Wenn man den gleichen Versuch in, sagen wir mal Bielefeld, machen würde, was da wohl herauskommen würde? Den Prank kann man aber auch so verstehen, dass selbst die uralten Geräte noch immer cool sind. Auch mir geht es so, wenn ich die Schublade mit dem schlummernden iPhone 4 ab und zu mal aufräume. Schön kantig, schön handlich. Was es also eher trifft, ist jene Uninformiertheit: „Was? Es gab dieses Jahr gleich zwei iPhones neu vom Apple?“ Tatsächlich habe ich jetzt schon öfters Leute getroffen, welche davon ausgingen, dass das iPhone X das einzige neue Gerät ist. Dabei gab es auch zwei 8er, aber egal. Das liegt wohl vor allem an der Strahlkraft des Device. Ich meine: die Entsperrung per Gesicht, drahtloses Laden und die neue Kameramodi haben die Aufmerksamkeit auf sich gezogen wie schon immer bei den „One more things“. Auch wenn es keine Überraschung war, unser Gerüchtecheck damals war enttäuschend ausgefallen, so hat die Präsentation wieder so geklappt, dass eben ein Zusatzprodukt der Bringer war.

Ich denke, wir können also festhalten, dass es doch mal interessant wäre genauer hinzuschauen, was das iPhone X so bietet. Eine erste Übersicht der Highlights des iPhone X habe ich bei 1&1 gefunden. Wer nicht mehr lesen will, findet dort alle lohnenswerten Eigenschaften mit Bildern auf einem Blick. Natürlich wollen wir auch jeweils kurz einen Satz einschieben, welcher die Features kritisch hinterfragt.

iPhone X – das sind die Features

Das Display des Geräts ist das zentrale Feature. Der Spruch „Display, wohin du siehst“ passt wie nie zuvor beim iPhone X. Bis in die abgerundeten Ecken hinein dehnt es sich aus, jedoch nicht über den Rand, also die bei der Konkurrenz namensgebende Edge hinaus. 5,8 Zoll hat das iPhone X, ein Seitenverhältnis von 18:9 und die Auflösung wird nun als Super-Retina bezeichnet. Wir erinnern uns, schon Retina war eine Wortschöpfung von Apple, da die iPhones so scharf waren wie kein anderes Gerät. Das wirkt sich vor allem auf die Textlesbarkeit aus, zumal das Gerät mit TrueTone-Technik die Farbtemperatur augenfreundlich anpasst. Zum ersten Mal hat Apple kein LC-Display, sondern ein AMOLED eingesetzt und erreicht damit extrem hohe Kontrastwerte. Theoretisch hat der Display-Typ aber die Gefahr eines Einbrennens inhärent, was wohl nur für Nutzer wie mich relevant ist. Ich schalte die automatische Deaktivierung gern mal aus. Um Fotos zu machen von einem Screen oder wenn ich ein Review schreibe und mir alle Details einer App genau anschaue. Achja, das Display hat eine errechnete Pixeldichte von 458 ppi, was mehr als z.B. beim Pixel 2 ist. Viele Normalnutzer können wohl aber nach dem ersten Wow-Effekt dann im Alltag ohnehin kaum die Schärfe würdigen. Sinn macht sie, wie ich finde schon. Gerade wenn man das Gerät im Zusammenhang mit VR direkt vor den Augen nutzen möchte, was bei Apple ja teils noch immer Zukunftsmusik ist. Leider.

iPhone X und iPhone 8, Quelle: 1&1

Vom Display ausgehend kann man freilich auch kritisch fragen, ob das nicht zu groß ist. Also so rein haptisch. Es fülle die ganze Hand aus, wird schon als Feature angeführt. Was für viele super ist, das finden andere mit kurzem Daumen vielleicht störend. Man kann das Gerät eben nicht mehr so gut nur mit einer Hand bedienen. Apple bietet mit der Reachability einen Einhandmodus, welcher genau hier helfen soll. Gerade der Punkt sollte wirklich niemanden überraschen, da man ja hier wirklich probieren und schauen kann. Apple bedient mit den Plus-Modellen ja schon seit ein paar Jahren, konkret seit dem 6er in 2014, den Bedarf nach Größe. Das iPhone X ist in der Breite mit 70,9 mm und Höhe von 143,6 mm wesentlich kleiner als das 8 Plus mit 158,4 mm und 78,1 mm. Entsprechend bin ich hier positiv eingestellt, was die Handlichkeit angeht. Zumal es ja auch entsprechende Hüllen und Cases fürs iPhone X gibt, um die Kratzergefahr zu reduzieren.

iPhone X, Quelle: 1&1

Was eine Vorderseite hat, das hat auch eine Rückseite. Niemand kauft das iPhone X deshalb? Von wegen. Das Glasdesign mit dem glänzenden Rahmen finde ich persönlich zwar nicht perfekt, aber die Mehrzahl wohl schon. Angeblich ist genau dieses Bauteil in der Herstellung auch an zweiter Stelle, was die Kosten angeht. Naja, endlich hat Apple also drahtloses Laden an Bord (auch beim 8) und dafür wird Glas notwendig, da durch Metall die Strahlung geblockt wird. Kabellose Aufladung ist für mich seit den ersten Lumias mit Windows Phone bzw. dem Nexus 7 aus dem Jahr 2012 einfach ein Must-Have. Wesentlicher für andere ist wohl noch der Schutz gegen Wasser und Staub, welchen noch immer nicht alle Androiden besitzen.

Die Hauptkamera ist wie bei den Plus-Modellen Dual und besitzt eine Blende von f/1.8 (Weitwinkel) sowie f/2.4 (Tele). Während die Vorgängermodelle schon die Möglichkeit boten den Hintergrund so weich zu zeichnen, wie man es sonst nur von DSLR kennt, hat das iPhone X das Porträtlicht an Bord. Hier werden Gesichter individuell einstellbar ausgeleuchtet. Das ist für mich in der Fotografie ein Killer-Feature, für was allein ich mir schon das X holen würde. In der ins Display oben reinreichenden Leiste ist die TrueDepth-Kamera. Also auf der Vorderseite. In der Keynote wurde gezeigt, dass man hier nicht nur visuell im sichtbaren Licht das Gesicht scannt, sondern auch per Infrarot. Das soll zuverlässiger sein. Im Netz wird es immer wieder getestet und kritisiert. Auch was den Datenschutz angeht. Gerade an diesem Punkt würde selbst ich mal Apple vertrauen, da eben versprochen wird, dass sie auf dem Gerät bleiben.

iPhone X, Quelle: 1&1

Wenn von Kameras die Rede ist, dann ist natürlich noch das „Spaßfeature“ mit den Animoji zu nennen. Was man bisher nur im Science Center Berlin konnte, also sich als Tier sehen, das kann man nun mit anderen teilen.

Insgesamt ist das iPhone X ein super kaufbares Gerät. Die Features überzeugen, gerade die Kamera und der neue Formfaktor. Wenn wir hier ein aktuelles iPhone bräuchten, dann wäre es die Zehn. Warum ich es mir trotzdem wohl noch nicht kaufe? Das iPhone 7 läuft noch super. Da wir zudem die erste Gerätegeneration gern überspringen, wird es wohl das iPhone X2 (ausgesprochen dann wohl X Quadrat, oder ob BMW da mitmacht?).

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