Nach der Rückkehr in Mondstadts Norden im April zieht Genshin Impact im Mai 2026 spürbar an der Story-Schraube. Version Luna VII „Wahrheit zwischen den Seiten von Purana“ erscheint am 20. Mai und führt die Reise wieder nach Sumeru, also ausgerechnet in jene Region, in der Wissen, Erinnerung, Götterfragen und alte Schuld ohnehin nie ganz sauber voneinander zu trennen waren. Nach Mondstadt, Linnea und dem Tempel des Raums wirkt dieser neue Patch wie der nächste logische Schritt: weniger gemütliches Erkunden, mehr Krise, mehr Lore-Druck und eine Figur, auf die viele Spieler schon wegen ihres Hintergrunds achten werden.
Denn mit Nicole Reeyn wird erstmals eine spielbare Hexe des Hexenzirkels eingeführt. Das allein reicht schon, um Luna VII interessanter zu machen als einen normalen Figuren-Patch. Der Hexenzirkel gehört seit langer Zeit zu den geheimnisvolleren Gruppen in Genshin Impact, wurde immer wieder angedeutet, aber selten wirklich greifbar gemacht. Wenn HoYoverse jetzt eine solche Figur spielbar macht und gleichzeitig ein neues Kapitel des Archontenauftrags in Sumeru startet, dann dürfte das für viele Spieler mehr sein als ein weiterer Banner-Termin im Kalender. Es geht um Story-Fortschritt, um neue Teamideen und um die Frage, wie tief dieser Patch in die größeren Zusammenhänge von Teyvat greift.
Sumeru gerät in eine Krise, und Nahidas Schlaf ist kein kleines Detail
Der neue Archontenauftrag ist der eigentliche Grund, warum man Luna VII nicht einfach nebenbei abhaken sollte. Sumeru steht laut Ankündigung am Rand des Chaos, weil Nahida in einen unerklärlichen tiefen Schlaf fällt. Für Spieler, die Sumeru noch gut im Kopf haben, ist das sofort ein harter Einstieg. Nahida ist in dieser Region keine austauschbare Figur im Hintergrund, sondern der Kern vieler Konflikte, Erinnerungen und Entscheidungen. Wenn sie plötzlich ausfällt, kippt das Machtgefühl der ganzen Region.

Dazu erscheint ein mysteriöser Gegner, der auffällige Ähnlichkeiten mit Il Dottore besitzt. Genau hier wird es spannend, weil Dottore in Genshin nie wie eine Figur wirkte, die man erzählerisch einfach sauber abschließt und dann vergisst. Wenn der neue Gegner tatsächlich bewusst an ihn erinnert, kann das mehrere Richtungen nehmen: Überreste seiner Experimente, eine neue Variante seiner alten Methoden oder ein größerer Konflikt, der nur an seine Spuren anknüpft. Sicher ist bisher nur, dass HoYoverse diesen Namen nicht zufällig mitschwingen lässt.
Mit Collei, dem König der Ibisse Thoth, Nicole und weiteren bekannten Verbündeten zieht der Auftrag zudem mehrere Figuren in dieselbe Krise. Das ist gut, weil Sumeru gerade dann stark funktioniert, wenn persönliche Geschichten und politische oder akademische Verwerfungen ineinandergreifen. Collei passt hier besonders gut hinein, weil ihre Vergangenheit ohnehin stark mit Fatui-Experimenten und Sumerus dunkleren Seiten verbunden ist. Wenn dieser Patch sie wieder näher an einen Dottore-ähnlichen Konflikt führt, kann das emotional deutlich mehr Gewicht haben als ein reiner Boss-Auftritt.
Der neue wöchentliche Boss dürfte mehr sein als Material-Farm
Wer den neuen Archontenauftrag innerhalb der vorgegebenen Zeit abschließt, kann bis zu 560 Urgestein sowie Aufstiegsmaterialien für Nicole erhalten. Das ist für viele Spieler direkt relevant, weil neue Figuren am Anfang ohnehin Materialdruck erzeugen. Noch wichtiger ist aber, dass durch das Kapitel ein neuer wöchentlicher Boss freigeschaltet wird. Solche Bosse sind in Genshin fast immer mehr als reine Ressourcenspender. Sie markieren Story-Knotenpunkte, liefern Musik, Inszenierung und oft auch genau den Kampf, an den man sich später erinnert.
Der Boss soll abwechslungsreiche Fähigkeiten besitzen und verheerende Kräfte herbeirufen können. Das klingt nach einem Kampf, bei dem man nicht nur stumpf Rotation drückt und wartet, bis die Lebensleiste verschwindet. Gerade wöchentliche Bosse profitieren davon, wenn sie klare Phasen, erkennbare Muster und genug Druck haben, um auch nach dem ersten Story-Abschluss nicht völlig egal zu wirken. Ob das am Ende wirklich so aufgeht, hängt natürlich vom tatsächlichen Kampfdynamik ab. Auf dem Papier passt dieser Boss aber gut zu einer Sumeru-Krise, die sich größer anfühlen soll als ein kurzer Event-Ausflug.
Nützlich ist außerdem die neue Funktion „Hinweise des Reiseführers“. Sie soll Rückblicke auf Ingame-Handlungen geben und Spielern helfen, vergangene Abenteuer besser einzuordnen. Das klingt trocken, ist aber für Genshin inzwischen ziemlich wichtig. Wer nicht jeden Dialog aus den letzten Jahren präsent hat, verliert bei neuen Archontenaufträgen schnell den Überblick. Eine bessere Rückblick-Funktion kann genau dort helfen, wo die Story stark ist, aber die Menge an Namen, Orten und alten Konflikten irgendwann selbst für treue Spieler zur Gedächtnisprüfung wird.
Nicole ist der große Banner-Haken von Luna VII
Nicole Reeyn wird als 5-Sterne-Pyro-Figur mit Katalysator eingeführt und ist die erste spielbare Hexe des Hexenzirkels. Dazu kommt ihre besondere Art der Kommunikation: Sie wird als stimmloser Engel beschrieben, dessen Worte direkt die Köpfe anderer erreichen können. Das ist schon im Figurenkonzept deutlich spannender als der nächste normale Elementar-Damage-Dealer. Nicole wirkt wie eine Figur, bei der HoYoverse bewusst Mythos, Kampfrolle und Erkundungsnutzen zusammenlegt.
Spielerisch liest sich Nicole zuerst wie eine starke Support-Figur. Ihre Elementarfähigkeit gibt allen Truppenmitgliedern, auch inaktiven Figuren, ANG-Boni und erzeugt zusätzlich einen Schild. Das ist eine sehr angenehme Mischung, weil sie sowohl Schaden vorbereitet als auch Sicherheit bringt. Gerade in Teams, in denen die aktive Figur längere Feldzeit braucht oder in denen Off-Field-Schaden dauerhaft mitläuft, kann ein gruppenweiter Bonus viel wert sein.
Ihre Spezialfähigkeit beschwört ein Arkanes Abbild, das der aktiven Figur folgt und abhängig vom Elementartyp der aktiven Figur abgestimmte Angriffe ausführt. Unter dem Effekt „Hexerei – Geheimes Ritual“ wird dieses Abbild weiter verbessert. Genau dieser Teil macht Nicole interessant für Team-Bastler. Wenn ihre Angriffe wirklich sinnvoll mit verschiedenen aktiven Figuren zusammenspielen, könnte sie flexibler werden als ein reiner Pyro-Support mit festem Schema. Entscheidend wird am Ende sein, wie stark die Skalierung ausfällt, wie zuverlässig der Schild ist und wie gut das Arkane Abbild in echten Rotationen trifft.
Für die offene Welt bringt Nicole ebenfalls ein nützliches Extra mit. Sie kann Spieler zu Schätzen in der Nähe führen, indem sie nahegelegene Seelien zu Hilfe nimmt. Solche Features wirken im ersten Moment kleiner als ein starker Burst, sind im Alltag aber Gold wert. Wer Genshin viel auf dem Handy spielt, kennt das Problem: Man will nur kurz Materialien sammeln oder eine Ecke abschließen und hängt dann doch wieder zehn Minuten an einer Truhe, die irgendwo hinter einem Hang, einer Wurzel oder einem halb übersehenen Mechanismus steckt. Wenn Nicole hier wirklich sauber hilft, wird sie nicht nur im Abyss- oder Boss-Kontext interessant.
Die Hexenhütte könnte zum besten Nebeninhalt für Lore-Spieler werden
Besonders reizvoll klingt Nicoles Treffpunkt „Garten der Hexe“. Dort werden erstmals die Innenbereiche der Hexenhütte zugänglich gemacht. Neue Räume, Geschichten und versteckte Belohnungen sollen wöchentlich freigeschaltet werden. Das ist genau die Art Content, bei der Genshin oft seine stärkeren Momente hat: kleine Räume, seltsame Details, Bücher, Andeutungen, Gegenstände, die erst harmlos wirken und später plötzlich Bedeutung bekommen.
Für Spieler, die gern nach Lore-Spuren suchen, kann dieser Bereich fast wichtiger werden als der eigentliche Banner. Der Hexenzirkel ist eine Gruppe, die Genshin lange eher aus der Ferne aufgebaut hat. Eine zugängliche Hexenhütte schafft nun einen Ort, an dem dieser Hintergrund greifbarer werden kann. Wenn HoYoverse die wöchentlichen Freischaltungen gut nutzt, entsteht daraus ein kleiner Dauergrund, regelmäßig zurückzukehren. Nicht wegen täglicher Pflichtarbeit, sondern weil man wissen will, welcher Raum sich als Nächstes öffnet.
Lohen bringt Ordo-Favonius-Lore und aggressives Kryo-Gameplay
In der zweiten Phase von Luna VII folgt Lohen, eine neue 5-Sterne-Kryo-Figur mit Stangenwaffe. Er ist stellvertretender Truppenführer der fünften Truppe des Ordo Favonius. Allein das ist schon interessant, weil Mondstadt nach dem April-Update ohnehin wieder stärker im Fokus steht. Lohen verbindet also den neuen Patch nicht direkt mit Sumeru, aber mit einer Entwicklung, die seit dem letzten Monat vorbereitet wurde: Mondstadt bekommt wieder mehr Gewicht.

Sein Kampfstil basiert auf zwei Ressourcen: „Freude“ und „Siegeswille“. Seine Elementarfähigkeit aktiviert den Zustand „Geniestreich“, über den er Freude ansammelt und verbraucht, um eine besondere Elementarfähigkeit einzusetzen. Siegeswille baut sich während der Kämpfe seiner Truppenmitglieder weiter auf und erhöht Lohens Kampffähigkeit. Das klingt nach einer Figur, die Timing und Teamrotation stärker belohnt als simples Draufhalten. Wer gern Figuren spielt, bei denen Ressourcenverwaltung Teil des Spaßes ist, sollte Lohen im Blick behalten.
Spannend ist auch seine Verbindung zu Hexerei-Figuren. Wenn Lohen mit ihnen zusammenarbeitet, kann er sein Kampfpotenzial weiter entfalten. Das wirkt wie ein klarer Hinweis darauf, dass Nicole und Lohen zumindest konzeptionell zusammen gedacht sind. Ob daraus ein wirklich starkes Duo wird, hängt an Zahlen, Cooldowns und Energiebedarf. Aber die Richtung ist klar: Luna VII möchte nicht nur einzelne Figuren veröffentlichen, sondern offenbar ein neues kleines Figurenfeld rund um Hexerei, Ordo Favonius und besondere Team-Synergien aufbauen.
Sein Legendenauftrag soll außerdem ein bisher unerzähltes Kapitel des Ordo Favonius enthüllen. Das ist ein guter Zusatz, weil Lohen sonst neben Nicole und der Sumeru-Krise leicht untergehen könnte. Eine neue 5-Sterne-Figur braucht in Genshin nicht nur ein starkes Kit, sondern auch einen erzählerischen Anker. Wenn sein Auftrag mehr über die fünfte Truppe und den Ordo Favonius erzählt, kann er sich stärker von der reinen Banner-Rolle lösen.
Prune klingt nach Chaos, Glocke, Hammer und Minihexenzirkel
Mit Prune kommt außerdem eine neue 4-Sterne-Anemo-Figur mit Katalysator ins Spiel. Sie bezeichnet sich als durch Alice zertifizierte „Hexenjägerin“, was schon nach genau jener Mischung aus Genshin-Humor und leicht absurder Figurenlogik klingt, die solche Nebenfiguren charmant machen kann. Im Kampf nutzt sie Glocke und Hammer, verursacht verschiedene Arten von Elementar-Schaden und kann Verwirbelung auslösen.

Als 4-Sterne-Figur wird Prune für viele Spieler vor allem deshalb interessant, weil sie in der ersten Bannerphase zusammen mit Nicole erscheint. Wer auf Nicole geht, dürfte Prune also automatisch häufiger sehen. Anemo mit Verwirbelung bleibt grundsätzlich nützlich, sofern die Anwendung sauber funktioniert. Ob sie am Ende ein ernsthafter Team-Baustein oder eher eine spaßige Event-Figur wird, lässt sich vor dem Release schwer sagen. Ihr Konzept passt aber gut in diesen Patch, weil Luna VII ohnehin stark mit Hexenmotiven spielt.
Auch im zeitlich begrenzten Event rund um Klees Minihexenzirkel taucht Prune auf. Zusammen mit Qiqi, Yaoyao und Sayu nimmt sie an einer Reihe von Minispielen teil. Das klingt deutlich leichter als die Sumeru-Krise, was dem Patch guttun könnte. Nach einem schweren Archontenauftrag ist so ein verspielter Event-Rahmen oft genau richtig. Außerdem gibt es das exklusive Waffenaussehen „Superstarker magischer Schlüssel“, was für Sammler natürlich wieder gefährlich nah an Pflichtinhalt liegt.
Die Banner sind diesmal ziemlich gemein geplant
In der ersten Phase von Version Luna VII erscheinen Nicole und Prune erstmals im Aktionsgebet, während Durin zurückkehrt. In der zweiten Phase folgen Lohens Debüt und die Rückkehr von Mavuika. Das ist eine ziemlich unangenehme Aufstellung für alle, die ihre Urgesteine eigentlich zusammenhalten wollten. Nicole ist als erste spielbare Hexe des Hexenzirkels der offensichtliche Hype-Pull. Prune nimmt man in Phase eins als neue 4-Sterne-Figur mit. Danach kommt Lohen mit eigenem Ordo-Favonius-Hintergrund und potenzieller Synergie zu Hexerei-Figuren. Und dann steht da auch noch Mavuika.
Für Free-to-Play-Spieler heißt das: vorher überlegen, was wirklich gebraucht wird. Wer hauptsächlich Story, Erkundung und Support-Wert sucht, dürfte zuerst auf Nicole schauen. Wer Kryo-Damage, aktive Ressourcenmechanik und aggressiveres Gameplay mag, wartet eher auf Lohen. Wer Mavuika verpasst hat oder gezielt ihre Rückkehr wollte, muss Phase zwei ohnehin ernst nehmen. Die Gefahr ist diesmal weniger, dass ein Banner egal wirkt. Die Gefahr ist, dass zu viele Banner auf einmal gut begründbar sind. Klassischer Genshin-Finanzunfall, nur mit hübscherem Menü.
Miliastra Wonderland bekommt wieder mehr Spielwiese
Neben Story, Figuren und Event wird auch Miliastra Wonderland weiter ausgebaut. Dort findet ein besonderes Sportfest statt, außerdem können Mannekins nun überall in Teyvat ihre Posen zeigen und mit dem Fotoapparat festgehalten werden. Dazu kommen weitere Updates für Bearbeitungstools und Assets. Das klingt für reine Kampfspieler wahrscheinlich zweitrangig, aber für die kreative Community ist es sinnvoll.
Genshin lebt längst nicht mehr nur von Archontenaufträgen, Spiralabyss und neuen Figuren. Viele Spieler bauen, fotografieren, inszenieren und sammeln Momente. Wenn Mannekins freier in Teyvat eingesetzt werden können, entstehen daraus schnell neue Screenshots, kleine Szenen und Community-Beiträge. Solche Funktionen wirken auf dem Papier nebensächlich, halten aber die Welt lebendig, weil Spieler eigene Inhalte daraus machen.
Luna VII wirkt wie ein Patch für Story-Spieler, Sammler und Team-Bastler
Version Luna VII erscheint am 20. Mai 2026 und bringt genau die Mischung mit, die Genshin im besten Fall stark macht: ein neuer Archontenauftrag mit echter Krise, eine bedeutende neue 5-Sterne-Figur, ein weiterer 5-Sterne-Charakter mit eigenem Kampfsystem, eine schräge neue 4-Sterne-Figur, ein Event mit Belohnungen und zusätzliche Kreativfunktionen. Vor allem aber wirkt dieser Patch nicht wie ein isolierter Figurenmonat. Nach dem April-Update mit Mondstadts Norden und Linnea setzt Luna VII den größeren Bogen fort und verschiebt die Aufmerksamkeit nach Sumeru, ohne die neuen Mondstadt-Fäden ganz loszulassen.
Für mich ist Nicole der klare Mittelpunkt des Updates. Nicht nur wegen Pyro, Katalysator, Schild und Support-Boni, sondern wegen ihrer Rolle als erste spielbare Hexe des Hexenzirkels. Wenn HoYoverse diese Figur gut schreibt und ihre Hexenhütte wirklich mit interessanten Details füllt, kann Luna VII für Lore-Spieler einer der wichtigeren Patches des Jahres werden. Lohen klingt spielerisch ebenfalls spannend, gerade wenn seine Ressourcenmechanik nicht zu sperrig ausfällt. Prune bringt den leichteren, verspielten Ton hinein, der nach einer Sumeru-Krise vermutlich nötig ist.
Wer im Mai nur Zeit für das Wichtigste hat, sollte zuerst den Archontenauftrag spielen, Nicole genau anschauen und die zeitlich begrenzten Belohnungen nicht liegen lassen. Die 560 Urgestein, Nicoles Aufstiegsmaterialien, der neue wöchentliche Boss und das exklusive Waffenaussehen sind genug Gründe, den Patch nicht auf die lange Bank zu schieben. Und ja, natürlich nimmt man sich wieder vor, diesmal vernünftig mit den Pulls umzugehen. Genau wie jeden Monat. Genau wie immer.



