Josep de Tena ist kein zufälliger Name in dieser Geschichte. Auf TikTok läuft er unter @josepdt11, dort folgen ihm rund 2,5 Millionen Menschen. Seine Videos haben mehrere Hundert Millionen Likes gesammelt. Wer seinen Account öffnet, bekommt genau die Art Fußball, für die TikTok gemacht ist: schnelle Reaktionen, Spieler-Geschichten, Transfers, Gerüchte, kurze Einschätzungen, klare Bilder, wenig Leerlauf.
Kein langer Studiotalk, keine trockene Vorberichterstattung, kein Fußballabend mit drei Experten am Bildschirmrand. Josep liefert Fußball im Tempo der Plattform. Genau deshalb ist er für TikTok und FIFA interessant. Er gehört zu den offiziellen FIFA World Cup 2026 Creator Correspondents, also zu jenen Creatorn, die die Weltmeisterschaft 2026 aus ihrer Perspektive begleiten sollen.
Und genau bei solchen Profilen beginnt TikToks WM-Plan sichtbar zu werden.
Ein kleines WM-Symbol öffnet eine eigene FIFA-Welt
Wer aktuell auf ausgewählten Fußball-Profilen unterwegs ist, kann ein kleines WM-Symbol entdecken. Tippt man darauf, öffnet sich innerhalb von TikTok eine eigene FIFA-Erfahrung. Das ist kein normales Video, kein Hashtag und auch keine klassische Landingpage im Browser. Es ist ein Bereich direkt in der App.
Dort können Nutzer einem Team beitreten, offiziellen Accounts folgen und digitale Belohnungen freischalten. Dazu gehören etwa Team-Fan-Karten oder Profilrahmen. TikTok macht aus der WM damit schon jetzt ein App-Ereignis. Nicht erst am Spieltag, nicht erst nach dem ersten Tor, sondern lange bevor der Ball überhaupt rollt.
Das ist schlau. TikTok wartet nicht auf die Live-Übertragung. Die App baut vorher Bindung auf: Team wählen, Creator folgen, Belohnung mitnehmen, wiederkommen.
Live-Spiele eher nicht – TikTok besetzt die Räume drumherum
Die Spiele selbst werden auf TikTok aller Voraussicht nach nicht live laufen. Dafür gibt es TV-Sender, Streaminganbieter und Rechtepakete. TikTok setzt auf etwas anderes: alles, was rund um die 90 Minuten passiert.
Also Fanmärsche, Warm-ups, Reaktionen, Trainingsszenen, kurze Einordnungen, virale Momente, Kabinenflur-Gefühl, Jubel nach dem Spiel und Ärger nach dem Abpfiff. Genau diese Szenen funktionieren auf TikTok oft besser als ein klassischer Vorbericht.
Für Nutzer heißt das: Wer wissen will, wie das Spiel steht, schaut weiter Liveticker, TV oder Stream. Wer aber die Stimmung sucht, die kleinen Geschichten und die schnellen Clips, wird bei dieser WM sehr wahrscheinlich oft auf TikTok landen.
Curaçao ist nicht nur ein hübscher Außenseitername
Spannend wird es aus deutscher Sicht, weil in der TikTok-WM-Fläche auch Curaçao auftaucht. Für deutsche Fans ist das nicht irgendeine Mannschaft aus der Qualifikation. Curaçao ist der erste Gruppengegner der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2026.
Viele werden bei dem Namen erst einmal hängen bleiben. Curaçao kennt man eher als Karibikinsel, als Urlaubsziel oder vom blauen Likör als aus der WM-Vorschau. Aber Curaçao hat eine eigene Nationalmannschaft, weil das Land sportlich eigenständig organisiert ist. Curaçao gehört zwar zum Königreich der Niederlande, tritt im Fußball aber mit eigenem Verband und eigener Auswahl an.
Dass dieses Team nun bei einer Weltmeisterschaft dabei ist, ist eine große Geschichte. Curaçao hat sich erstmals für eine WM qualifiziert und gehört zu den kleinsten Teilnehmern, die je bei einem solchen Turnier dabei waren. Für TikTok ist das perfekter Stoff: ein unbekannter Gegner, ein großer Favorit, eine einfache Frage und eine Story, die man in kurzen Clips erzählen kann.
Warum Curaçao sportlich trotzdem kein Witz ist
Curaçao ist kein klassischer Fußballzwerg, der zufällig auf der Bühne steht. Das Team profitiert von Spielern mit Wurzeln auf der Insel, die häufig in den Niederlanden ausgebildet wurden oder dort im Profifußball unterwegs sind. Dazu kommt mit Dick Advocaat ein Trainer, den europäische Fußballfans kennen. Der frühere niederländische Nationaltrainer hat Curaçao auf die WM-Bühne geführt.
Das macht Deutschlands Auftaktgegner interessanter, als es der Name im ersten Moment vermuten lässt. Natürlich wird Deutschland Favorit sein. Aber genau diese Mischung aus klarer Rollenverteilung und unbekannter Geschichte macht das Spiel für TikTok interessant. Aus „Deutschland gegen Curaçao“ wird mehr als eine Paarung im Spielplan. Es wird ein Thema, das erklärt, geteilt und emotional aufgeladen werden kann.
TikTok macht aus der WM ein dauerhaftes Begleitprogramm
Hier liegt der eigentliche Punkt. TikTok will die WM 2026 nicht als reine Ergebnis-Maschine begleiten. Die Plattform will nicht nur Clips zeigen, wenn jemand ein Tor schießt oder ein Spieler weint. TikTok will früher anfangen und länger dranbleiben.
Mit Creator-Profilen wie Josep, offiziellen FIFA-Bereichen, Team-Auswahl und digitalen Fan-Elementen entsteht eine zweite Ebene zum Turnier. Eine App-Schicht über der WM. Nutzer sollen sich durch Teams klicken, Creators entdecken, Belohnungen sammeln und die Geschichten rund um die Spiele verfolgen.
Das passt zur Art, wie viele Menschen Sport inzwischen konsumieren. Nicht nur 90 Minuten anschauen und danach abschalten. Sondern vorher die Aufstellung sehen, währenddessen Kommentare lesen, danach Reaktionen schauen und am nächsten Morgen die besten Szenen im Feed wiederfinden.
Für Nutzer beginnt die WM nicht erst mit dem Anpfiff
Die Fußball-WM 2026 läuft noch nicht, aber TikTok bringt sich schon in Stellung. Die App will bei diesem Turnier mehr sein als der Ort für Jubelvideos nach dem Abpfiff. Sie will Begleitmedium werden: schnell, laut, nah am Fan und ständig verfügbar.
Josep ist dafür ein gutes Beispiel. Über seinen Account führt TikTok Nutzer in die neue WM-Erfahrung. Von dort geht es weiter zu Teams, offiziellen Accounts und digitalen Belohnungen. Und plötzlich steht auch Curaçao im Blickfeld — der erste Gegner Deutschlands, sportlich unbekannt genug für Neugier, aber groß genug für eine WM-Geschichte.
Der Ball rollt noch nicht. TikTok wärmt sich längst auf.



