Nachdem bei der ING zuletzt die geplanten Abo-Modelle für Diskussion gesorgt haben, folgt nun der nächste Punkt, der Kunden direkt im Alltag treffen kann. Die ING erhöht die technischen Voraussetzungen für ihre Banking-App. Wer ein älteres Smartphone nutzt, sollte deshalb prüfen, ob die App auch in den kommenden Monaten noch läuft.

Nach aktuellen Berichten soll die ING-App ab dem 15. September 2026 mindestens Android 11 oder iOS 16 voraussetzen. Auf den Hilfeseiten der Bank werden diese Versionen bereits als Mindestvoraussetzung genannt. Empfohlen werden sogar Android 14 und iOS 17, damit die App möglichst lange mit vollem Funktionsumfang genutzt werden kann.

Das klingt nach einer normalen technischen Anpassung. Für manche Nutzer ist es aber mehr. Ein Smartphone kann im Alltag noch völlig brauchbar sein und trotzdem aus der Banking-Nutzung herausfallen. WhatsApp läuft, Fotos gehen, Mails kommen an, der Akku hält vielleicht noch ausreichend. Nur die Bank-App sagt irgendwann: nicht mehr unterstützt.

Banking hängt immer stärker am Smartphone

Die ING-App ist längst nicht mehr nur eine mobile Kontoübersicht. Nutzer sehen dort Kontostände, machen Überweisungen, prüfen Kartenumsätze, verwalten das Depot, aktivieren Kartenfunktionen und geben Aufträge frei. Die App ist damit nicht Beiwerk, sondern ein zentraler Zugang zum Konto.

Genau deshalb ist eine neue Mindestversion relevant. Wenn eine Wetter-App oder ein Spiel auf einem alten Gerät nicht mehr läuft, ist das ärgerlich. Wenn die Banking-App nicht mehr läuft, betrifft das den Zugang zu Geld, Karten, Überweisungen und Freigaben. Für viele Kunden ist das Smartphone inzwischen der eigentliche Bankschalter.

Die ING begründet solche Anforderungen nicht groß mit Marketing, sondern mit Technik und Sicherheit. Das ist nachvollziehbar. Banking-Apps müssen sensible Daten schützen, moderne Verschlüsselung unterstützen, Geräteintegrität prüfen und mit aktuellen App-Store-Vorgaben mithalten. Alte Betriebssysteme bekommen keine oder nur noch eingeschränkte Sicherheitsupdates. Irgendwann wird daraus ein Risiko.

Trotzdem bleibt der praktische Ärger. Nicht jeder tauscht sein Smartphone alle zwei Jahre. Viele nutzen ältere Geräte bewusst länger, weil sie funktionieren. Genau diese Nutzer merken jetzt wieder, dass „funktioniert noch“ bei Apps nicht dasselbe ist wie „wird weiter unterstützt“.

Welche Geräte betroffen sein können

Bei Apple trifft es vor allem sehr alte iPhones, die kein iOS 16 mehr bekommen. Dazu gehören etwa das iPhone 7, das iPhone 7 Plus und das iPhone SE der ersten Generation. Diese Geräte können technisch noch laufen, bleiben aber bei iOS 15 stehen. Für die neue ING-Grenze reicht das nicht mehr.

Bei Android ist die Lage unübersichtlicher. Android 11 erschien 2020, viele Geräte aus den vergangenen Jahren können diese Version oder neuer ausführen. Es gibt aber genug ältere Modelle, günstige Smartphones oder lange genutzte Zweitgeräte, die bei Android 9 oder Android 10 stehengeblieben sind. Auch manche Geräte, die theoretisch ein Update bekommen hätten, laufen noch mit einer alten Version, weil Nutzer das Systemupdate nie installiert haben.

Deshalb sollte man nicht nur auf das Alter des Handys schauen. Entscheidend ist die installierte Betriebssystemversion. Ein altes Gerät kann noch passen, wenn ein Update verfügbar ist. Ein neuer wirkendes Gerät kann rausfallen, wenn es nie aktualisiert wurde oder der Hersteller den Support früh beendet hat.

So prüfst du die Version

Auf dem iPhone findet man die installierte iOS-Version unter Einstellungen, dann Allgemein und Info. Dort steht die Softwareversion. Wenn dort iOS 16 oder höher steht, ist die Mindestanforderung erfüllt. iOS 17 oder neuer ist besser, weil die ING selbst diese Version für längere Nutzung empfiehlt.

Bei Android führt der Weg je nach Hersteller leicht anders, meist über Einstellungen, Telefoninfo oder Geräteinformationen und dann Softwareinformationen. Dort steht die Android-Version. Android 11 oder höher ist nötig. Android 14 oder neuer ist aus Sicht der ING die bessere Basis für die nächsten Jahre.

Wenn ein Update angeboten wird, sollte man es vor dem Stichtag installieren. Nicht am Abend vor einer wichtigen Überweisung, nicht im Ausland und nicht erst dann, wenn die App bereits meckert. Ein Systemupdate kann dauern, Speicherplatz brauchen oder Fehler zeigen. Genau das will man nicht im falschen Moment herausfinden.

Was passiert, wenn kein Update mehr kommt

Wenn das Smartphone kein Android 11 oder iOS 16 mehr bekommt, wird es für die ING-App schwierig. Die App lässt sich dann nach der Umstellung voraussichtlich nicht mehr mit aktueller Version nutzen. Eine Neuinstallation kann scheitern, Updates können ausbleiben, Funktionen können nicht mehr freigegeben werden.

Die ING nennt zwei Wege: auf ein anderes Gerät wechseln oder statt der App einen photoTAN-Generator verwenden. Das ist wichtig, weil nicht jeder sofort ein neues Smartphone kaufen möchte. Der photoTAN-Generator ist ein separates Gerät zur Freigabe von Aufträgen. Es ist weniger bequem als die App, aber für Nutzer älterer Smartphones kann es eine brauchbare Alternative sein.

Trotzdem muss man sich darum rechtzeitig kümmern. Wer am 15. September merkt, dass die App nicht mehr läuft, hat genau das Problem, das bei Banking besonders nervt: Man braucht Zugriff, muss aber erst die Zugriffsmethode retten.

Das betrifft nicht nur Technikfans

Solche Änderungen werden oft so erklärt, als ginge es um ein paar Leute mit sehr alten Geräten. In Zahlen mag das stimmen. Der Anteil dürfte nicht riesig sein. Aber genau diese Nutzergruppe ist oft besonders empfindlich für solche Umstellungen: ältere Menschen, Zweitgeräte-Nutzer, Sparfüchse, Leute mit günstigen Android-Geräten oder Kunden, die beim Smartphone einfach keinen ständigen Wechsel mitmachen wollen.

Für diese Menschen ist ein Handy kein Hobby. Es ist ein Werkzeug. Wenn es läuft, bleibt es. Dass eine Bank-App plötzlich ein neueres Betriebssystem verlangt, wirkt dann schnell wie versteckter Kaufdruck. Aus Sicht der Bank geht es um Sicherheit. Aus Nutzersicht geht es um ein Gerät, das gestern noch reichte und morgen vielleicht nicht mehr.

Beides stimmt. Banking braucht aktuelle Sicherheit. Nutzer brauchen verlässliche Zugänge, ohne alle paar Jahre in neue Hardware gedrückt zu werden.

Warum die ING sogar neuere Versionen empfiehlt

Interessant ist nicht nur die neue Mindestgrenze. Die ING empfiehlt bereits Android 14 und iOS 17. Das ist ein Hinweis darauf, dass Android 11 und iOS 16 nur die untere Linie sind. Wer heute gerade so die Mindestanforderung erfüllt, sollte sich nicht darauf verlassen, damit noch viele Jahre Ruhe zu haben.

Banking-Apps bewegen sich schneller als viele andere Apps. Neue Sicherheitsvorgaben, App-Store-Regeln, Betrugserkennung, biometrische Freigaben und Schnittstellen zu Karten oder Zahlungen verändern die Anforderungen. Dazu kommt, dass Banken bei veralteten Systemen weniger Spielraum haben. Ein Fehler in einer Social-App ist peinlich. Ein Fehler in einer Banking-App kann teuer werden.

Das erklärt, warum Banken ältere Systeme früher abschneiden als manche anderen Apps. Es macht die Umstellung nicht angenehmer, aber verständlicher.

Was Nutzer jetzt konkret tun sollten

Zuerst sollte man prüfen, welche Version auf dem eigenen Smartphone läuft. Danach folgt der Blick auf verfügbare Systemupdates. Wenn Android 11 oder iOS 16 erreichbar ist, sollte man das Update installieren und danach die ING-App aktualisieren.

Wer kein Update mehr bekommt, sollte nicht warten. Dann gibt es drei praktische Optionen: ein neueres Smartphone nutzen, die ING-App auf einem vorhandenen geeigneten Zweitgerät einrichten oder den photoTAN-Generator prüfen. Wichtig ist dabei, dass ein Gerätewechsel bei Banking-Apps meist zusätzliche Aktivierungsschritte erfordert. Wer sein neues Gerät erst einrichtet, wenn das alte nicht mehr funktioniert, macht sich das Leben unnötig schwer.

Auch Backups sind sinnvoll. Nicht, weil die ING-App selbst einfach aus einem Backup heraus weiterläuft, sondern weil ein Gerätewechsel ohne saubere Datensicherung schnell chaotisch wird. Kontakte, Passwörter, E-Mail-Zugänge und Authenticator-Apps sollten vor dem Wechsel geprüft werden. Banking scheitert oft nicht an der Bank-App allein, sondern an vergessenen Zugangsdaten drumherum.

Der größere Punkt: App-Zwang braucht Auswege

Die ING ist mit dieser Umstellung nicht allein. Auch Krankenkassen-Apps, E-Rezept, ePA, Messenger und andere Dienste erhöhen regelmäßig ihre Mindestanforderungen. Das Muster bleibt dasselbe: Sicherheit wird zur Update-Pflicht. Wer ein altes Smartphone nutzt, fällt irgendwann aus der bequemen App-Nutzung heraus.

Bei Banking ist diese Entwicklung besonders sensibel. Eine Bank kann nicht einfach sagen: Dann kauf dir eben ein neues Handy. Sie muss sichere Alternativen anbieten und die Umstellung früh erklären. Genau deshalb ist der Hinweis auf den photoTAN-Generator wichtig. App-first ist bequem, aber App-only wäre für viele Kunden ein Problem.

Für Nutzer heißt das: Das Smartphone ist heute Teil der Finanzinfrastruktur. Es ersetzt nicht nur den Kontoauszugsdrucker, sondern auch TAN-Liste, Filialbesuch, Kartenverwaltung und Freigabegerät. Wenn dieses Smartphone zu alt wird, betrifft das nicht nur Komfort, sondern den Zugang zum Konto.

Fazit: Jetzt prüfen, nicht erst im September

Die neue Mindestanforderung der ING-App ist aus Sicherheitssicht nachvollziehbar. Android 11 und iOS 16 sind keine exotisch neuen Systeme mehr. Wer aber noch mit Android 9, Android 10 oder iOS 15 unterwegs ist, sollte jetzt handeln.

Der wichtigste Schritt ist simpel: Betriebssystemversion prüfen, Update installieren, ING-App aktualisieren. Wenn kein Update mehr möglich ist, rechtzeitig ein anderes Gerät oder den photoTAN-Generator einplanen.

Der eigentliche Ärger entsteht nicht durch die neue Grenze selbst, sondern durch schlechte Vorbereitung. Wer erst beim Login, bei einer Überweisung oder im Urlaub merkt, dass die App nicht mehr läuft, hat ein echtes Problem. Genau das lässt sich vermeiden.

Die ING-App bleibt für viele Kunden der zentrale Zugang zum Konto. Deshalb sollte man sie nicht wie irgendeine App behandeln. Wenn Banking am Smartphone hängt, gehört der Versionscheck inzwischen leider zur Kontopflege dazu.

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