Moderne Saug- und Wischroboter werden immer aufwendiger. Sie wischen mit rotierenden Pads oder Walzen, waschen diese selbstständig aus und dosieren teilweise sogar automatisch Reinigungsmittel. Passend dazu verkaufen viele Hersteller ihre eigenen Reinigungslösungen – häufig zu deutlich höheren Preisen als universelle Alternativen.
Doch braucht ein Wischroboter wirklich den Originalreiniger? Oder funktioniert auch ein günstiger Reiniger eines Drittanbieters?
Die kurze Antwort: Ein geeigneter Universalreiniger kann durchaus funktionieren. Einfach irgendeinen Bodenreiniger sollte man allerdings nicht in den Roboter kippen.
Warum normaler Bodenreiniger problematisch sein kann
Ein Wischroboter stellt andere Anforderungen an ein Reinigungsmittel als ein klassischer Wischmopp.
Besonders wichtig ist die Schaumbildung. Ein stark schäumender Reiniger kann in Tanks, Leitungen, Pumpen und Filtern Probleme verursachen. Bei Robotern mit Reinigungsstation kommt noch ein zweiter Kreislauf hinzu: Dort wird das Pad oder die Wischwalze regelmäßig mit Wasser ausgewaschen.
Dass dieser Punkt nicht nur theoretischer Natur ist, zeigt beispielsweise Roborock. Der Hersteller warnt ausdrücklich davor, fremde Reinigungsmittel zu verwenden. Als Grund nennt Roborock unter anderem mögliche Blasenbildung, durch die Filter verstopfen und Fehlfunktionen beim Wischen auftreten können.
Auch andere Hersteller empfehlen ihre eigenen Lösungen. Ecovacs weist bei aktuellen Geräten beispielsweise darauf hin, die dafür vorgesehenen DEEBOT-Reinigungslösungen zu verwenden. Bei Modellen mit automatischer Dosierung gehört das Mittel zudem in einen separaten Behälter und nicht einfach in den Frischwassertank.
Darauf sollte man bei günstigen Alternativen achten
Entscheidend ist deshalb weniger der Markenname auf der Flasche als die Frage, ob der Reiniger ausdrücklich für Wischroboter beziehungsweise Saugwischer entwickelt wurde.
Ein geeigneter Reiniger sollte vor allem:
- möglichst wenig schäumen,
- sich vollständig mit Wasser vermischen,
- keine klebrigen oder öligen Rückstände hinterlassen,
- korrekt dosierbar sein,
- zum jeweiligen Bodenbelag passen und
- entsprechend den Herstellerangaben des Roboters verwendet werden können.
Produkte mit Wachs, pflegenden Ölen oder stark schäumenden Zusätzen würde ich in einem Wischroboter vermeiden.
Auch beim vermeintlich günstigen Reiniger gilt: Mehr hilft nicht mehr. Eine höhere Konzentration kann eher zu Rückständen und Schaumbildung führen.
Warum Konzentrate besonders günstig sein können
Interessant sind vor allem Reinigungskonzentrate.
Ein Beispiel ist der von uns getestete Wischroboter-Reiniger von Maxxi Clean. Der Hersteller gibt ein Mischungsverhältnis von 1:20 an. Auf 300 Milliliter Wasser kommen beispielsweise 15 Milliliter Konzentrat.
Eine 750-ml-Flasche reicht damit rechnerisch für 50 solcher Dosierungen. Maxxi Clean selbst nennt abhängig von der verwendeten Menge etwa 45 bis 60 Anwendungen pro Flasche. Aktuell wird eine 750-ml-Flasche vom Hersteller für 6,95 Euro angeboten.
Bei unserem Kauf kosteten drei Flaschen mit insgesamt 2,25 Litern rund 18 Euro. Auf eine Dosierung mit 15 Millilitern heruntergerechnet sind das lediglich rund 12 Cent für das Konzentrat.
Zum Vergleich: Originalreiniger können erheblich mehr kosten. Ecovacs verlangt aktuell beispielsweise 39 Euro für einen Liter seiner DEEBOT-Reinigungslösung und nennt bei diesem Produkt rund 20 Milliliter als empfohlene einmalige Menge.
Die Preise lassen sich allerdings nicht eins zu eins vergleichen, weil Dosierung und Verbrauch je nach Roboter unterschiedlich ausfallen. Klar wird trotzdem: Ein ergiebiges Konzentrat kann die laufenden Kosten erheblich reduzieren.
Praxistest: Das Wichtigste war für uns der Schaum
Wir haben exemplarisch einen solchen günstigen Universalreiniger in einem modernen Wischroboter mit automatischer Station ausprobiert.
Dabei ging es uns weniger darum, ob der Boden anschließend nach einem bestimmten Duft riecht. Entscheidend war eine viel technischere Frage:
Was passiert mit dem Reiniger im gesamten Wasserkreislauf des Roboters?
Während des Wischens war keine auffällige Schaumbildung zu erkennen. Auch auf der Wischwalze entstand kein sichtbarer Schaum.
Noch interessanter wurde es nach der Rückkehr zur Station. Dort wurde die verschmutzte Walze automatisch ausgewaschen. Auch während dieser Reinigung entstand in unserem Test kein sichtbarer Schaum. Im Schmutzwasserbehälter zeigte sich ebenfalls keine auffällige Schaumschicht.
Genau das ist ein Punkt, den wir bei günstigen Alternativen für besonders wichtig halten.
Der getestete Boden wurde sauber, trocknete schnell und zeigte bei unserer Kontrolle keine auffälligen Rückstände. Ob ein Reiniger auf jedem Boden und unter allen Lichtverhältnissen vollkommen streifenfrei arbeitet, kann ein einzelner Praxistest natürlich nicht belegen.
Was steckt in solchen Reinigern?
Beim getesteten Produkt werden auf der Flasche weniger als fünf Prozent nichtionische Tenside und Duftstoffe angegeben. Außerdem enthält die getestete Variante Ethanol.
Nichtionische Tenside helfen dabei, Fett und Schmutz von Oberflächen zu lösen. Solche Tenside sind in Reinigungsmitteln nichts Ungewöhnliches.
Das enthaltene Ethanol kann unter anderem ein schnelleres Abtrocknen unterstützen. Das Konzentrat trägt gleichzeitig den Warnhinweis, dass es schwere Augenreizungen verursachen kann.
Auch daran sieht man: Ein Wischroboter-Reiniger ist kein Duftwasser, sondern ein Haushaltsreinigungsmittel. Er sollte entsprechend der angegebenen Dosierung und der Sicherheitshinweise verwendet und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.
„Für alle Wischroboter geeignet“ bedeutet nicht automatisch Herstellerfreigabe
Hier liegt der wichtigste Haken bei Universalreinigern.
Maxxi Clean bewirbt seinen Reiniger beispielsweise als kompatibel mit Wischrobotern verschiedener Hersteller wie Roborock, Dreame, Eufy, iRobot oder Ecovacs. Der Reiniger wird ausdrücklich als schaumarm und für Robotertanksysteme entwickelt angeboten.
Das ist allerdings eine Aussage des Reinigungsmittelherstellers.
Der Hersteller des Roboters kann gleichzeitig etwas anderes vorgeben. Roborock empfiehlt beispielsweise ausdrücklich ausschließlich die eigenen Reinigungslösungen.
Deshalb lohnt sich vor der Verwendung ein Blick in die Bedienungsanleitung des eigenen Modells. Besonders wichtig ist das bei Geräten mit automatischer Reinigungsmitteldosierung und speziellen Kartuschen oder separaten Reinigungstanks.
Muss es also das Original sein?
Technisch kann ein geeigneter günstiger Wischroboter-Reiniger durchaus funktionieren. Unser Praxistest zeigt zumindest, dass eine deutlich günstigere Alternative sauber wischen kann und dabei weder während des Wischens noch beim Auswaschen der Walze sichtbar schäumen muss.
Das bedeutet aber nicht, dass jeder günstige Bodenreiniger geeignet ist.
Wer eine Alternative zum Original sucht, sollte deshalb nicht einfach nach dem niedrigsten Literpreis gehen. Wichtiger sind die Eignung für Wischroboter, geringe Schaumbildung, die richtige Dosierung und die Vorgaben des jeweiligen Geräteherstellers.
Unser Fazit
Der teilweise hohe Preis von Original-Reinigungslösungen ist kein Beweis dafür, dass nur diese technisch funktionieren können. Speziell entwickelte Universalreiniger können eine interessante und erheblich günstigere Alternative sein.
Von normalem Spülmittel, Allzweckreiniger oder irgendeinem Bodenreiniger aus dem Putzschrank würden wir dagegen abraten.
Die entscheidende Frage lautet nicht: Original oder günstig? Sondern: Ist der Reiniger für die Technik des Wischroboters geeignet?



