Mit Monsterfalle steckt aktuell eines der auffälligeren KOSMOS-Spiele im McDonald’s Happy Meal. Nach dem Auspacken ist allerdings nicht sofort klar, wie aus den vielen Pappteilen überhaupt eine spielbare Villa wird und was man anschließend mit der orangefarbenen Monsterfigur, den vier Schiebern, den Monsterkarten und der Oma-Frieda-Drehscheibe anfangen soll.

Wir haben die Happy-Meal-Version aufgebaut und gespielt. Die wichtigste Erkenntnis vorweg: Monsterfalle ist kein Denk- oder Labyrinthspiel wie man zunächst vermuten könnte, sondern vor allem ein schnelles Geschicklichkeitsspiel, bei dem die Monster möglichst flott in die Falle in der Mitte der Villa geschoben werden müssen.

Monsterfalle aus dem Happy Meal aufbauen

Bevor überhaupt gespielt werden kann, wartet zunächst die eigentliche Herausforderung: die Villa. Der Spielplan wird ausgelegt und die verschiedenen Wände werden in die dafür vorgesehenen Schlitze gesteckt.

Dabei helfen die farblichen Markierungen. Eine braun markierte Wand gehört beispielsweise in einen entsprechend braun markierten Schlitz. Einige Pappteile müssen vorher an den vorgesehenen Stellen geknickt werden, damit sie richtig sitzen und während des Spiels nicht sofort wieder herausfallen.

In der Mitte des Spielplans befindet sich das schwarze Loch beziehungsweise die Monster-Falle. Dort hinein sollen später die gesuchten Monster gelangen.

Zusätzlich werden folgende Teile bereitgelegt:

  • die orangefarbene Figur „Monster im Sack“
  • vier verschiedenfarbige Schieber
  • fünf Monsterkarten
  • die Oma-Frieda-Drehscheibe
  • vier Oma-Chips
  • die Katzen-Wertungsmarker

Die fünf Monsterkarten werden gemischt und als verdeckter Stapel neben den Spielplan gelegt. Die Monster im Haus selbst sind auf dem Spielplan zu sehen und haben unterschiedliche Punktwerte.

Was ist das Ziel bei Monsterfalle?

Das aktive Team versucht, innerhalb der verfügbaren Zeit möglichst viele Monster zu fangen. Dazu wird jeweils eine Monsterkarte aufgedeckt und die orangefarbene Figur „Monster im Sack“ auf das entsprechende Monster im Haus gestellt.

Anschließend muss die Figur durch die Gänge bis zur schwarzen Monster-Falle in der Mitte geschoben werden. Dabei darf sie nicht einfach mit der Hand bewegt werden, sondern ausschließlich mit den vier farbigen Schiebern.

Genau darin steckt das eigentliche Spiel.

Die wichtigste Regel: Die Farbe des Bodens bestimmt den Schieber

Die vier Schieber besitzen unterschiedliche Farben. Welchen davon ihr benutzen dürft, entscheidet der Boden, auf dem die Monsterfigur gerade steht.

Steht das Monster beispielsweise auf einem lila Weg, muss der lila Schieber benutzt werden. Anschließend wird die Figur gerade so weit über die Grenze auf das nächste farbige Feld geschoben.

Wechselt der Boden beispielsweise von Lila zu Hellblau, muss ab dort der hellblaue Schieber verwendet werden. Danach kann Orange oder Grün folgen und entsprechend muss auch der Schieber erneut gewechselt werden.

Man kann die Figur also nicht mit einem einzigen Schieber einfach bis zur Falle durchschieben. Der Weg muss abschnittsweise bewältigt werden und genau das sorgt unter Zeitdruck schnell für Hektik.

Was passiert, wenn das Monster umfällt?

Hier wird Monsterfalle schnell zum Geschicklichkeitsspiel. Wer zu kräftig schiebt, kann die orangefarbene Figur umwerfen.

Dann gilt der Fangversuch nicht einfach als erfolgreich. Das Monster ist gewissermaßen entwischt und muss zurück auf seine Ausgangsposition gestellt werden.

Von dort beginnt der Weg zur Monster-Falle erneut. Gerade enge Stellen zwischen den Wänden sorgen deshalb dafür, dass man besser kontrolliert als mit voller Kraft schiebt.

Monster gefangen: Was passiert danach?

Erreicht das Monster die schwarze Falle in der Mitte, gilt es als gefangen. Die aufgedeckte Monsterkarte darf behalten werden und anschließend wird sofort die nächste Karte aufgedeckt.

Die orangefarbene Monsterfigur wird auf dieses neue Monster gestellt und der nächste Fangversuch beginnt. Solange die Zeit noch läuft, kann das aktive Team auf diese Weise mehrere Monster nacheinander fangen.

Dabei sind die Monster unterschiedlich viel wert. Auf den Monsterkarten ist zu erkennen, wie viele Katzen-Wertungsmarker ein erfolgreich gefangenes Monster später einbringt.

Oma Frieda ist der Timer

Monsterfalle besitzt keinen klassischen Sand- oder Digitaltimer. Stattdessen übernimmt das andere Team beziehungsweise ein anderer Spieler die Rolle von Oma Frieda.

Während das aktive Team hektisch Monster durch die Villa schiebt, wird auf der anderen Seite immer wieder die Oma-Frieda-Drehscheibe gedreht. Zeigt sie auf Oma Frieda, wird einer der vier Oma-Chips umgedreht und „Klingelingeling, die Oma kommt!“ gerufen.

Sobald alle vier Oma-Chips umgedreht wurden, endet der Zug des aktiven Teams. Ab diesem Moment darf kein weiteres Monster mehr zur Falle geschoben werden.

Dadurch entstehen zwei völlig unterschiedliche Aufgaben gleichzeitig: Die einen versuchen möglichst schnell und geschickt Monster zu fangen, während die anderen mit der Drehscheibe dafür sorgen, dass diese Zeit möglichst schnell endet.

Monsterfalle mit zwei Spielern

Bei zwei Spielern ist die Regel besonders einfach. Jeder spielt grundsätzlich für sich und versucht abwechselnd, Monster zu fangen.

Laut Anleitung endet die Partie, wenn jeder Spieler zweimal als Monsterfänger an der Reihe war. Während ein Spieler die Monster bewegt, übernimmt der andere entsprechend die Oma-Frieda-Aufgabe.

Nach dem Zug werden die gewonnenen Punkte beziehungsweise Katzen-Wertungsmarker festgehalten. Anschließend werden die Rollen gewechselt.

Monsterfalle mit drei oder vier Spielern

Bei mehreren Kindern wird Monsterfalle als wechselndes Teamspiel gespielt. Jeweils zwei Kinder bilden dabei ein aktives Team und versuchen gemeinsam, die Monster zu fangen.

Die Zusammensetzung der Teams wechselt während der Partie, sodass nicht immer dieselben beiden Kinder zusammenspielen. Bei vier Spielern entsteht beispielsweise nacheinander eine Kombination aus Kind 1 und Kind 2, anschließend Kind 2 und Kind 3, dann Kind 3 und Kind 4 und schließlich Kind 4 und Kind 1.

Das verhindert auch, dass das Endergebnis ausschließlich davon abhängt, ob man zufällig mit einem besonders geschickten oder weniger geschickten Mitspieler zusammenspielt.

So werden die Punkte gezählt

Für jedes Monster, das während der verfügbaren Zeit erfolgreich in die Monster-Falle geschoben wurde, erhält das aktive Team Punkte. Wie viele Punkte ein Monster wert ist, steht auf seiner Karte.

Die entsprechenden Katzen-Wertungsmarker werden anschließend an die beteiligten Kinder verteilt. Am Ende gewinnt der Spieler, der über die verschiedenen Runden hinweg die meisten Punkte gesammelt hat.

Damit ist die Wertung deutlich einfacher als beispielsweise bei Cascadia Junior. Während dort erst verschiedene Tier- und Landschaftswertungen berechnet werden müssen, kann bei Monsterfalle praktisch direkt nach jedem Zug gesehen werden, welche Monster erfolgreich eingefangen wurden.

Monsterfalle ganz kurz erklärt

Wer schon vor dem aufgebauten Spiel sitzt, kann sich die Regeln auf wenige Schritte reduzieren:

  1. Villa vollständig aufbauen und Wände einsetzen.
  2. Monsterkarten mischen und eine Karte aufdecken.
  3. „Monster im Sack“ auf das gesuchte Monster stellen.
  4. Die Figur nur mit dem Schieber bewegen, dessen Farbe zum aktuellen Boden passt.
  5. Das Monster bis zur schwarzen Falle in der Mitte schieben.
  6. Währenddessen dreht das andere Team die Oma-Frieda-Drehscheibe.
  7. Sind alle vier Oma-Chips umgedreht, endet der Zug.
  8. Gefangene Monster bringen die auf der Karte angegebenen Punkte.

Damit kann die erste Runde eigentlich schon beginnen. Nach einem einzigen Fangversuch dürfte das Prinzip für die meisten Kinder deutlich verständlicher sein als beim bloßen Lesen der gefalteten Anleitung.

Unser Eindruck: deutlich hektischer als erwartet

Monsterfalle sieht zunächst nach einem kleinen Labyrinthspiel aus. Auch der Aufbau mit den vielen Wänden lässt vermuten, dass es vielleicht darum geht, einen Weg zu planen oder logisch durch die Villa zu navigieren.

Tatsächlich liegt der Schwerpunkt der Happy-Meal-Version aber ziemlich eindeutig auf Schnelligkeit, Fingerfertigkeit und Koordination. Unter dem Druck der Oma-Frieda-Drehscheibe versucht man möglichst schnell den richtigen Schieber zu greifen, die Figur über die nächste Farbgrenze zu bekommen und sie dabei nicht umzuwerfen. Genau diese Hektik merkt man auch beim tatsächlichen Spielen ziemlich schnell.

Das dürfte vor allem jüngeren Kindern gefallen und funktioniert durchaus als kleines Party- oder Bewegungsspiel am Tisch. Wer dagegen ein ruhigeres Spiel mit mehr Entscheidungen und Planung erwartet, bekommt hier etwas anderes als bei CATAN Junior oder Cascadia Junior.

Kleiner Kritikpunkt: Der Aufbau ist komplizierter als das Spiel

Fast kurios ist, dass der erste Aufbau der Villa wahrscheinlich mehr Erklärung benötigt als der spätere Spielablauf. Die zahlreichen Wände müssen korrekt geknickt, farblich zugeordnet und in die entsprechenden Schlitze gesteckt werden.

Dabei sitzen einzelne Pappteile nicht immer sofort perfekt. Sobald die Villa aber einmal steht, ist die eigentliche Regel erstaunlich einfach: Monster auswählen, den zur Bodenfarbe passenden Schieber benutzen und die Figur so schnell wie möglich in die Falle bewegen.

Gerade deshalb lohnt es sich, die Villa nach Möglichkeit aufgebaut zu lassen, wenn ohnehin bald eine weitere Runde gespielt werden soll.

Fazit zu Monsterfalle im Happy Meal

Von den bisher ausprobierten KOSMOS-Spielen im Happy Meal ist Monsterfalle für uns das deutlich actionreichste. Es verlangt weniger Planung als CATAN Junior oder Cascadia Junior und setzt stattdessen auf Geschicklichkeit, Tempo und ein wenig kontrolliertes Chaos.

Für jüngere Kinder kann genau das sehr unterhaltsam sein. Der Wiederspielwert erscheint uns allerdings etwas geringer als bei den beiden strategischeren Spielen, weil sich der eigentliche Ablauf nach wenigen Partien kaum verändert und hauptsächlich die Geschicklichkeit entscheidet. Diese Einschätzung deckt sich auch mit unserem Eindruck nach der vollständigen Proberunde.

Wer Monsterfalle im Happy Meal bekommen hat und beim ersten Blick auf die vielen Teile nicht weiß, was damit passieren soll, muss sich aber keine Sorgen machen. Ist die Villa erst einmal aufgebaut, ist es eines der schneller verstandenen Spiele der aktuellen KOSMOS-Reihe: Monsterkarte ziehen, passenden Schieber verwenden, Monster in die Falle befördern und schneller sein als Oma Frieda.

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