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Ultrasone Pyco im Check

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Wielenbach am Starnberger See, also etwa 50 Kilometer südlich von München. Hier ist der Unternehmenssitz der Ultrasone AG. Das Unternehmen entwickelt hier zwischen grünen Wiesen in einer idyllischen Umgebung seit 1991 hochwertige Kopfhörer. Vor einiger Zeit neu auf den Markt gekommen ist das Modell Pyco – mit 169 Euro UVP ein In Ear Kopfhörer aus dem leicht höherpreisigen Segment. Ich hatte die Gelegenheit, ihn während der vergangenen 6 Wochen zu testen. Ansprechen soll der Pyco vor allem Nutzer mit Smartphone und Tablet, welche ihn zudem als Headset nutzen können. Für Android gibt es zudem eine Konfigurations-App.

Ultrasone_Pyco

Ultrasone Pyco Kopfhörer Test

Das sieht ja paradiesisch aus, in der Umgebung entstehen hochwertige Kopfhörer doch fast von selbst. Hier in Oberbayern müssen die vielen Patente, von welchen auf der Homepage von Ultrasone stolz berichtet wird, doch beinahe wie Äpfel auf den Bäumen wachsen. Das sind Gedanken, welche ich beim Anschauen der Unternehmenspräsentation bekam, bei dem sich die Firma als sorgfältige und leidenschaftlich arbeitende Entwicklerwerkstatt auf einem alten Gutshof präsentiert. Entsprechend hoch sind auch meine Erwartungen an den Ultrasone Pyco. Produziert wird er im Gegensatz zu den Manufaktur-Modellen aber offenbar nicht in Deutschland.

Pyco_KopfhoererBei einem In Ear Kopfhörer interessiert mich als Nutzer neben der Klangqualität vor allem der Tragecomfort. Deshalb will ich euch nicht mit langweiligen Unpacking-Facts, sondern gleich mit diesen beiden Erfahrungen mit dem Ultrasone Pyco starten. Generell stehen für mich beide oftmals im Gegensatz. Ist das Klangerlebnis besonders umfassend, also räumlich plastisch und klangdifferenziert, dann sitzen die Lautsprecher meist besonders fest und drücken aufs Ohr. Umgebungsgeräusche werden dann zwar besonders gut abgeschirmt, aber gleichzeitig geht die „Ansprechbarkeit“ verloren. Ich nutze In Ears unterschiedlicher Preisklassen von 0 bis 250 Euro im Wechsel, auch die zu den Smartphones mitgelieferten Exemplare sind bei mir ab und an im Einsatz, entsprechend traue ich mir gerade hierbei einen Vergleich zu.

Links und Rechts. Zwei Kopfhörer, zwei Ohren. Das hättet ihr jetzt wohl nicht erwartet? Auf was ich hinaus will ist natürlich der Tragecomfort, für mich die wichtigste Eigenschaft eines In Ear Kopfhörers. Natürlich ist dieser hervorragend. Er ist sogar so gut, dass der Aufdruck für die richtige Seite nicht nur aus Ordnungsliebe wichtig ist. Mittlerweile hat sich das Schaumstoff Earpad dem Ohr offenbar so angepasst, dass ich den Unterschied spüre. In Ears sollen fest sitzen, sodass sie bei Bewegungen nicht heraus fallen. Sie sollen aber auch nicht zu fest und tief sitzen, sodass sie etwa ein Druckgefühl erzeugen. Die mitgelieferten sieben Ohrpassstücke dürften für jede Ohrgröße passend sein (davon 5 Paar Silikon Innenohrpolster). Die Comply Foam Earpads sind patentiert, besonders atmungsaktiv und natürlich auch für andere In-Ears verfügbar. Das ist für den guten Tragecomfort des Pyco sicherlich eine gute Basis, aber vielleicht gar nicht mal das entscheidende Merkmal. Hier hat der Entwickler auch „nur“ mitgedacht, diese gute Auswahl beizulegen und keine eigene Designidee eingebracht. Aufgesteckt werden alle Gummis und der Schaumstoff auf einen sehr dünnen Stift, sodass viel Raum für deren Anpassung zur Verfügung steht. Damit kommen wir nun doch zu einem technischen Detail. Ultrasone gibt als Größe des Schallwandlers gerade einmal 6,5 mm an, sodass dann offenbar auch der Aufbau des Soundkanals klein sein kann. Laut Hersteller ist dies auch das kleinste derzeit eingesetzte Modul.

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Pyco mit und ohne Silikonpolster

Das Gehäuse des Ultrasone Pyco besteht aus Aluminium, was es mit 6 Gramm ebenso leicht macht wie Plastikvarianten, aber wesentlich beständiger. Ein Metallring in der Mitte ist neben dem Aufdruck von Hersteller, Modell und Trageseite das einzig auffällige Element des Designs. Die Kappe selbst ist ebenso aus glänzendem Metall wie der Ring und hat mit dem eingravierten Firmenlogo einen sehr dezenten Look. Auf den Fotos seht ihr die Variante in schwarz (black satin), es gibt den Pyco jedoch auch noch in weiß und orange. Ultrasone bewirbt ihn zwar mit „Colour Your Sound“, aber flippig kommt er trotzdem nicht rüber, da auch bei der einzigen farbigen Variante das Kabel schwarz ist. Gerade im direkten Designvergleich mit den Apple Kopfhörern bzw. den farbigen von Nokia kann Pyco nicht punkten bei mir. In Ear Kopfhörer bieten ansonsten natürlich nicht so viel beschreibare Designelemente wie ein Bügelkopfhörer. Das Kabel ist 120 cm lang und damit Standard. Der Stecker ist abgewinkelt, währenddessen viele andere Hersteller bei Smartphones auf gerade Stecker setzen, da die Buchse sehr oft oben oder unten am Gerät ist und dieses aufrecht in der Tasche steht und das Kabel somit nicht gebogen wird. Am Kabelstück fürs rechte Ohr wurde eine Fernbedienung mit Mikrofon eingebaut. Diese empfinde ich als etwas zu groß und ziemlich unschick, dafür dass sie nur eine Taste hat. Auch hängt diese ziemlich markant im Gesicht, was bei mir den Tragecomfort deutlich senkt.

Kopfhoerer_Pyco

Bedienelement des Pyco

In Kombination mit der kostenfreien Android-App mit dem Namen ULTRASONE IQ können die Funktionen der Fernbedienungen individualisiert werden. Die App bietet weiterhin die Steuerung von Musikplayer-Apps, die Konfiguration von Lautstärkepegeln und Starteinstellungen an. Ingesamt hat die App also nur vier Ansichten mit drei Untermenüs. Das Design ist extrem minimalistisch und erinnert eher an das Einstellungsmenü unter Android. Da die Funktionen in den drei Menüs doch recht gering sind, hätte man die Funktionen auch auf eine schickere Ansicht packen können, hier sind gerade im Audiobereich der Phantasie ja keine Grenzen gesetzt. Meine eigentliche Erwartungshaltung an die App war natürlich, dass sie EQ-Funktionen beinhaltet, um den Klang individuell anzupassen. Auch hier wären visuelle Spielereien willkommen gewesen. Die App ist also im großen und ganzen noch sehr rudimentär und ausbaufähig.

Ultrasone_App Ultrasone_App_Android

Highlight bzw. wichtigstes Merkmal des Pyco ist nun natürlich die Klangqualität. Als Testmusik bietet sich für mich The Glitch Mob an, da bei deren Stil „digitale Störgeräusche, zufällige Klangereignisse oder programmierte Algorithmen“ aufeinander treffen. Trotzdessen habe ich natürlich auch den Bass droppen lassen. Hehe. Das Klangbild des Ultrasone Pyco im Test präsentiert sich für mich ausgewogen, jedoch nicht für Spezialinteressen geeignet. Es wird mit Konzertqualität geworben. Das finde ich nicht passend. Die Pyco bringen einen besseren, da ausgewogeneren Klang. Er ist ein typischer Popmusik-Kopfhörer, gut um einzelne Instrumente zu unterscheiden, welcher Stimmen gut wiedergibt, auch in Videos. Auf YouTube war ich mit ihm gut unterwegs, was Musikstreams angeht, würde ich im Bereich der elektronischen Musik ein paar Abstriche machen. Gerade die Bässe haben mich nicht vollends überzeugt. Sie sind etwas schwach. Dies hat jedoch den Vorteil, dass sich gerade bei hohen bpm die einzelnen Töne gut unterscheiden lassen. Aber den Pyco sollte man wohl ohnehin nicht nur als Musikkopfhörer ausgiebig bewerten, da er ja für Smartphones gemacht ist, also auch hauptsächlich für Apps. Im Bereich der Spiele, die für mich wichtigste Anwendung für mobile Kopfhörer, ist der Pyco ideal geeignet. Casualgames haben ja die Angewohnheit mit schrillen Höhen und Schweinchen-Geräuchen das Einsammeln von Coins, Highscores und Siegen zu belohnen. Hier bietet sich eine warme und abgemilderte Soundkulisse, welche mich erst etwas später den Ausschalter suchen lassen. In Rennspielen wie Real Racing mit ihren basstarken Motorgeräuschen und deadmau5-Soundtracks wirkt der Pyco hingegen wieder etwas bassarm, während sich das Gemetzel bei Epoch 2 genau dadurch plastischer erleben lässt. Es muss eben nicht immer die volle Dröhnung sein. Eigentlich hatte ich genau hierfür eine App erwartet – Soundprofile für unterschiedliche Spieleapps oder eben die Abmilderung mancher Spitzen wäre genial gewesen.

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Ultrasone Pyco

Technische Details

Treiber: Dynamisch – 6,5 mm
Frequenzgang: 20 Hz – 20.000 Hz
Impedanz: 16 Ohm
Empfindlichkeit (@1 kHz) SPL bei 0,1V: 96 dB
Gewicht: 6 g
Innenohrpolster: 2 Paar Comply Foam T-100, 5 Paar Silikon
Kabel: 1,2 m Kabel mit Mikro und Fernbedienung
1 Adapter fürs Flugzeug, 1 OMTP Adapter

Mitgeliefert wird übrigens noch eine Aufbewahrungstasche aka Transportbox aus Kunstleder mit Reißverschluss. Diese ist zwar praktisch für die Aufbewahrung, jedoch für den Transport zu groß und auftragend. Wahrscheinlich sollte man unterwegs ohnehin eher die Pyco im Ohr haben.

Fazit zum Ultrasone Pyco

Der Pyco ist eine gute Wahl für alle, welche mit ihrem Smartphone oder Tablet eine breite Nutzung erleben. Die In Ears von Ultrasone bieten eine hervorragende Verarbeitung, ein unauffälliges Design, gute Passform und einen warmen und differenzierten Klang. Für Casualgamer sind sie ideal, für Actiongamer und Liebhaber richtiger Bassstärke wirken sie nicht vollkommen geeignet. Gerade die App hatte mich neugierig gemacht, aufgrund ihres geringen Funktionsumfangs und langweiligen Designs mich letztlich aber enttäuscht. Ich würde mir den Pyco sicher kaufen und finde es natürlich schade, dass ich ihn nach dem Testzeitraum wieder an Ultrasone zurückschicken musste.

Beziehen könnt ihr die Kopfhörer Ultrasone Pyco z.B. hier über Amazon. Die UVP liegt bei 169 Euro.

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Kommentare zu Ultrasone Pyco im Check

  • Kopfhörer für mehr als 100 Euro finde ich persönlich zu teuer, da man die öfter verliert und auch so schneller kaputt gehen unterwegs. Also zuhaus würd ich sie nutzen. hab aber ein iPhone!

    Lanzocker 22. Juli 2014 12:41 Antworten

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