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Im Flug-Check: Parrot Bebop Drone

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Sie fliegt, sie fotografiert und filmt. Und kleine Kunststücke macht sie auch noch. Die Bebop Drone ist eine kleine und flinke Flugdrohne vom französischen Pionier Parrot. Dieser hatte mit der AR.Drohne den Markt für flugbegeisterte Privatanwender geöffnet und nun mit dem rundum verbesserten Quadrocopter nachgelegt. Hauptmerkmal für mich als App Blogger ist natürlich die Steuerung per Smartphone oder Tablet, auch wenn ein zusätzlicher Controller erhältlich ist, welcher sogar die Option für VR-Brillen bietet. Doch mit der kostenfreien App Freeflight 3 für Android und iOS wird das Flugvergnügen meiner Erfahrung nach noch spielerischer, mobiler und intuitiver, aber auf jeden Fall günstiger. Ich habe die Parrot Bebop Drone gecheckt und natürlich auch ein kleines Video aus einem Barockpark für euch, wo ich drei reizenden Grazien begegnet bin.

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App laden und losfliegen! Halt, halt. So einfach ist das nun auch wieder nicht. Die Parrot Bebop Drone ist schneller und schwerer als die MiniDronen Rolling Spider und Jumping Sumo und erfordert doch etwas Eingewöhnung an der App und von der Geisteshaltung. Schon der Begriff ist ja in Deutschland nicht nur positiv assoziert. Schon bei meinen ersten Testflügen sind mir skeptische Zeigenossen begegnet. Denn: Drohnen. Da denkt man als netzaffiner Blogger an Amazons Lieferdienstpläne, welche Skittles hoffentlich direkt bis in den Mund werfen. Da denkt aber auch der ein oder andere an die vielen Failvideos bei YouTube mit abstürzenden Geräten, welche mal im Wasser, mal auf den Hörnern einer Ziege oder sogar an der Glasfront eines Wolkenkratzers am Times Square zu Bruch gehen. Oder dann gibt es auch noch den Teenager, welcher von einer Frau geschlagen wurde, da sie sich am Strand überwacht fühlte. Bei der Benutzung von Drohnen sollte man als erstes über Sicherheit und rechtliche Rahmenbedingungen informiert sein und sich versichern. Die Parrot Bebop Drone ist aufgund ihrer Reichweite von 250 m und beachtlichen Flughöhe von bis zu 150 m viel mehr als ein Spielzeug.

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Der Karton zeigt die Parrot Bebop Drone etwa 40 m hoch überm Meer. Das ist eine Illustration mit Urlaubsstimmung, welche den Charakter gut einfängt. Die Verpackung ist sehr leicht und so verbirgt sich in ihr auch nur ein knapp 400 g leichtes und 28 x 32 x 3,6 cm großes Gadget. Auf dem iPad Air stehend habe ich sie oft transportiert und genau so fühlt sich die Bebob auch an – wie ein fliegendes Tablet. Auf einem Rahmen mit vier Füßen und vier Rotoren ist gedämpft ein längliches Gehäuse aufgesetzt. Die Füße sind ein Thema für sich, da einer von ihnen wohl bei einer Landung auf dem Asphalt gesplittert ist. Austauschteile für fast alles gibt es jedoch bei Amazon, vier Ersatzrotoren liegen im Karton. Vorn ist unter einem mit Gummis befestigten Plasteschutzdeckel ein Kameraauge, welches von einem Polypropylen-Mantel umgeben ist. Das Design der Parrot Bebop Drone ist schlicht und stromlinienförmig. Ein gutes Drittel macht der Akku an der Gesamtgröße aus, welcher hinten wie auf eine Art Ladefläche mit einem Klettband geschnallt wird. Der Akkutausch geht sehr schnell, eine Ladung reicht um die 10 Minuten und zwei Akkus sind im Lieferumfang enthalten. Die Inbetriebnahme erfolgt über einen Tippschalter. Schon leuchtet dieser grün und die Bebob fängt an zu schnurren. Ein Lüfter wie man ihn früher vom PC kannte ist verbaut und der Warnhinweis „Hot“ ist kein Gag. Die für die Flugsteuerung und Videoverarbeitung verbauten Prozessoren erzeugen ordentlich Hitze.

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Die Parrot Bebop Drone ist für den Indoor- und Outdoorgebrauch ausgelegt. Die Verbindung erfolgt per Wlan mit zwei einstellbaren Frequenzen. Damit man nicht an Wände oder Decken crasht und die Propeller beschädigt, gibt es einen ansteckbaren Propellerschutz. Das Flugverhalten ist grundsätzlich relativ stabil, im Detail jedoch von den Einstellungen in den Apps abhängig. Gesteuert werden sie per Smartphone-App „Freeflight 3“, welche für Android und iOS kostenfrei verfügbar ist. Die Steuerung gibt es in drei Varianten, die Einstellungen erlauben die Festlegung von maximaler Flughöhe, vertikaler und horizonaler Geschwindigkeit. Die App ist aufgeräumt gestaltet, bietet mit Buttons den Schnellzugriff auf Foto/Videofunktion, vorprogrammierten Flip-Flugmanövern und Landung. Sie gibt den Akkustand aus, die Flughöhe und Geschwindigkeit und zeigt vor allem die Perspektive aus der Kamera der Drohne direkt auf dem Display an. Obwohl die Bebop Drone wie erwähnt auch mit einen zusätzlichen Skycontroller gesteuert werden kann, fühlte ich mich mit der Steuerung auf dem iPad wohl. Wer viele Spiele, wie Flugsimulationen und Actionknaller spielt, der dürfte sich wie in einem Spiel vorkommen. Der Controller erlaubt wohl eine noch genauere Steuerung und eine höhere Reichweite, allerdings ist ohnehin Sichtsteuerung angesagt.

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Die Bebop Drone ist leicht für Anfänger zu fliegen ohne die Gefahr eines Absturzes oder einer Kollision. Am besten konnte ich sie steuern, wenn die Geschwindigkeitsvoreinstellung im mittleren Bereich liegt. Die zahlreichen Sensoren nehmen einem die Stabilisierung ab, man muss sich nur darauf konzentrieren Windeinflüsse zu korrigieren. Es gibt eine Funktion, die Drohne an den Startpunkt zurückkehren zu lassen, ein Notfallbutton lässt sie sofort die Motoren ausschalten und auf den Boden fallen.

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Interessant ist die Bild- und Videoqualität. Bilder und Videos lassen sich mit einem Button schießen, sie werden auf 8 GB internen Speicher abgelegt. Zwar ist die Kamera mit 14 Megapixeln für Bilder mit 4096×3072 Pixeln ausgelegt, doch die eigentliche Stärke liegt in den wackelfreien Videos. Die Videos mit 1080p und 30 Bildern pro Sekunde werden digital stabilisiert. Dies gelingt vor allem, da das Sichtfeld der fest verbauten Kamera ein Weitwinkel-Fischauge ist, sodass der automatische Deshaker am Rand ausreichend Platz hat, um einen Beschnitt durchzuführen und sogar noch die Verzerrungen rausgerechnet werden. Damit kann man auch simulierte Schwenks machen – eine Wischbewegung übers Display und man kann nach links und rechts und oben und unten schwenken. Serienaufnahmen bietet die Drohne auch, allerdings ist diese aufgrund der geringen Flugdauer nicht für spektakuläre Timelapse-Videos geeignet, sondern eher für eine Bilderserie.

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Das folgende Video ist bei einem nicht besonders vorbereiteten Parkbesuch spontan gemacht worden. Es gab ziemlich starke Windböen, wie man an den Ästen der Bäume sehen kann, trotzdem sieht man kaum Wackler, was für die exzellente Bildstabilisierung spricht. Auch war das Wetter nicht optimal, der Himmel grau und die Lichtverhältnisse bekanntermaßen eher schwierig an solchen Tagen:

Hier haben wir noch ein weiteres Video veröffentlicht, welches aus deutlich größerer Höhe mit der Bebop Drone aufgenommen wurde.

Fazit und Kauf

Der Quadrocopter bietet eine Mischung aus Fun und Videoaufnahmen im Semi-Amateuerbereich. Seine Bedienung ist kinderleicht und die Apps lassen kaum Wünsche offen. Das seit Dezember 2014 neu auf dem Markt befindliche Parrot-Produkt ist in drei auffälligen Farben erhältlich. Parrot Bebop Drone hier bei Amazon.de kaufen für derzeit 499 Euro (Stand 18.05.15).

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