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Vorstellung der neuen Parrot Anafi auf der Rennbahn Hoppegarten

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Beinahe geräuschlos kam sie angeflogen und setzte sich auf meine Hand. Super leicht und wahnsinnig kompakt. Das nennt man wohl eine prompte Begrüßung. Die neue Parrot Anafi Videodrohne wurde auf der Rennbahn Hoppegarten gestern vorgestellt. Und natürlich ist sie nicht so klein wie jener Schmetterling oder Falter (?) vom Bild 1. Der Zufall mit der Begegnung mit der Fauna am Rande von Berlin passte aber ganz gut, denn auch CEO und Gründer von Parrot, Henri Seydoux, eröffnete seine Präsentation im Haus der Klub-Tribüne mit einer Analogie.

Wie schon beim Skycontroller der Bebop vor drei Jahren fand die Präsentation dort statt, wo sonst Pferde um die Wette laufen. Oder auch mal ausnahmsweise ein Jahr die Lolla-Festivalgänger… sagen wir mal hin wollten.

Vorstellung der Parrot Anafi

Bienen und Käfer seien das Vorbild bei der mehrjährigen Entwicklung der Anafi gewesen. Ihre Fitness im evolutionären Sinne sei faszinierend und Inspiration. Und so sei sie sehr leicht, sehr sicher und sehr effizient geworden. Im Flug selbst ist die Drohne mit 63 dB laut Hersteller um 10 dB leiser als die Konkurrenz. Und das ist sie nun:

Die Drohne gibt es nur in einer Gehäusefarbe – schwarz mit weißer Kamera, wie das Insekt oben. Also nicht mehr so auffällig rot etwa wie die Bebop. Vorteilhaft, wenn man sie nicht auffällig steuern möchte, negativ, da man sie dadurch auch schlechter selbst sieht. Generell wirkt sie dadurch aber professioneller, auch wenn sie klar die Konsumenten als Zielgruppe hat, die mal einen Ausflug nach Brandenburg raus machen wollen und sie schnell in den Rucksack packen beim Radausflug.

Sie zeichnet sich durch ein niedriges Gewicht von 320 g aus. Ausgeklappt ist sie 175x240x65mm. Zusammengeklappt ist sie 244x67x65mm. Größter und schwerster Part ist natürlich der Akku mit einer Kapazität von 2700 mAh, was eine Flugzeit von 25 Minuten erlaube. Dieser sitzt im hinteren Bereich oben auf, wie man es schon vom Vorgänger kennt. Aufladbar ist er mit USB-C:

Soeben ist schon angeklungen, dass DIE Besonderheit in der Bauweise jene ist, wonach man die Anafi zusammenfalten kann wie einen… Hm? Sonnenschirm? Die vier Arme mit den Rotoren lassen sich super leicht ohne Schrauberei lang machen, sodass sie ins mitglieferte Case passt:

Dort drinnen ist sie gut geschützt und vor allem jederzeit dabei. Gerade für Reisende ideal. Wie schon bei Kameras gilt wohl bei fliegenden Augen wohl auch, dass die beste Drohne die ist, welche immer dabei sein kann. Naja, es gibt dann noch den Controller. Die Parrot Anafi wird mit einer Fernbedienung gesteuert, welche an ein Gamepad erinnert. Mit ingesamt sechs Buttons und zwei Sticks kann man den Flug und die Kamera steuern.

Der Controller wirkt sehr robust, jedoch beinahe vom Design her etwas outdatet. Funktionell trifft es wohl am besten. Man kann sein Smartphone, ob Android oder iOS mit einer Displaygröße bis 6 Zoll (also keine Tablets wie beim Skycontroller), einspannen in ihn und bekommt zusammen mit der App eine interaktives Erlebnis. Durch die App Freeflight 6 kann man gewohnt die Flugparameter wie Höhe, Geschwindkeit oder Distanz einstellen. 55km/h ist sie schnell, 4 m/s schafft sie in der Höhe. Die Steuerung ist vom ersten Augenblick an auch für ungeübte Piloten keine Schwierigkeit.

In der Nutzung ist man dank der sehr guten Ausstattung frei und kann seine Kreativität innerhalb der mittlerweile doch engen rechtlichen Grenzen ausleben. Zielgruppe der Drohne sind all jenigen, welche bei einfacher Handhabung sehr gute Fotos und Videos in 4K machen wollen. Als Besonderheit der Drohne ist anzusehen, dass man die Kamera nach oben im Flug drehen und einen 2fach-Zoom verlustfrei durchführen kann. Den Himmel will man wohl nicht filmen. Wohl dürfte das aber interessant sein, wenn man z.B. unter Objekten hindurchfliegt. Ich habe schon ein paar echte Footages angeschaut. Die Qualität der Aufnahmen, wie etwa dieser hier, ist wirklich sehr gut. Allerdings bin ich mir letztlich nicht ganz sicher, wofür man solche Aufnahmen “braucht”. Ich bin da etwas satt, was Luftaufnahmen mit “schöner Entspannungsmusik” angeht. Perfekt zusammengefasst hat das Tony hier. Das ist jetzt aber kein Negativpunkt der Anafi. Wirklich interessant wäre hier wohl der Timelapse-Modus, welcher allerdings aufgrund der kurzen Flugdauer von 25 Minuten relativ gesehen zu normalen Kameras keine wirklichen Zeiträume abdecken kann. Was noch fehlt, dass sind 360 Grad Aufnahmen, also Vollsphären. Dies ist für mich persönlich ein klarer Negativpunkt im Jahr 2018.

Die App bietet automatische Flugmodi, wie Follow-Me oder den Dolly-Zoom-Effect. Wie ich drüben bei Amazon schon gesehen habe, wird dieser Punkt auch kritisch von Käufern gesehen. Denn Zusatzmodi kosten extra per In-App-Kauf. Klar kann man einfach so manuell losfliegen.

Verfügbar ist die Parrot Anafi hier bei Amazon für 699 Euro. Wert legt der Hersteller darauf, dass die Drohne besonders stabil sei und sie modular auch vom Nutzer selbst repariert werden kann. Wasserdicht ist sie nicht, ebenso bietet sie keinen Kollisionsschutz. Im Vergleich zur Bebop wirkt die Anafi nochmals ausgereifter und die Argumente gegenüber der Konkurrenz, also geringere Fluggeräusche und längere Nutzungsdauer sind überzeugend. Wir werden deshalb beobachten, wie sich die Anafi im Markt schlägt und welche neuen Modi noch kommen.

Vielen Dank an Parrot für die Einladung zum Event!

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