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Tigerbox Kinderlautsprecher im Test: Keine Empfehlung

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„A B C, die Katze lief im Schnee.“ Wie dieses Kinderlied wohl weitergeht? Das werden wir wohl nie erfahren, also zumindest nicht klingend aus dem Kinderlautsprecher Tigerbox. Dieser ging zurück an den Händler. Nicht wegen seines Designs, Bedienkonzepts oder der App, sondern weil er schlicht nicht richtig funktioniert hat bei uns. Ein besonderer Fall also? Nein, denn wir wollen uns die drei genannten Sachen auch mal noch anschauen. Ein Tigerbox-Test aus der Praxis, Nutzungsdauer eine Woche.

Tigerbox hört sich gefährlich an. Nach Instinkt und Schiffbruch, Dschungel und asiatische Wildnis. All das passt komischerweise auch, obwohl man beim Produkt selbst gar nicht so viel Raubtiercharakter versprüht.

Etwas Hintergrund zur Tigerbox

Die Tigerbox ist ein würfelartiger Kinderlautsprecher. Als „Audiosystem fürs Kinderzimmer“ stellt ihn der Hersteller vor. Obwohl. Vielleicht sollte man sagen, der Vermarkter oder Systemanbieter. Denn die Tiger Media Deutschland GmbH steht namensgebend im Vordergrund. Und diese, mit Sitz in Hamburg, ist Tochter der Verlagsgruppe Oetinger (gegründet 1946), welche branchenüblich eher Content als Stärke sieht, also über die Jahrzehnte allerhand angesammelt hat und die Inhalte zur Verfügung stellt. Hier eben digital. Ich bin mir nicht ganz sicher, inwiefern man das Gerät nun selbst gestaltet hat oder auf die Expertise des eigentlichen Herstellers vertraut. Könnte aber meine Vermutungen mal anstellen beim Designaspekt gleich. Womit wir schon etwas bei der Sache sind. Denn eigentlich ist der Hersteller der Tigerbox wohl Lenco. Kein Geheimnis ist das, da es im Storeeintrag auf Amazon auch als „von Lenco“ angeboten wird. So steht auch auf der Unterseite der Tigerbox selbst „powered by“ und damit sind wohl nicht nur die Batterien gemeint. Lenco ist laut Wikipediawissen ein Hersteller von Plattenspielern, laut Selbstdarstellung „ein Begriff in Hi-Fi“ ebenso gegründet 1946. Offenbar ein gutes Jahr. Und das „hört“ sich doch alles gar nicht so schlecht an, könnte man meinen. Lange Erfahrung, man geht offenbar sowohl beim Hersteller als auch beim Verlag mit der Zeit, womit wir beim zweiten hintergründigen Aspekt zum Kinderlautsprecher sind.

Und was erwarten die Käufer der Tigerbox? Viele Eltern werden wohl noch mit physischen Medien in ihrem Kinderzimmer vor 20 oder 30 Jahren gehört haben. Sie mochten vielleicht die Cover sammeln, einen Buntstift nutzen, um das Band der Kassette zu spannen oder die CD als Spiegel genutzt haben, um die Katze vom Nachbarn während ihres Mittagsschlafs auf der Fensterbank zu blenden. Lol. Sie werden aber auch ein iPhone gekauft haben (oder ein Android) und hören Musik ganz selbstverständlich über Spotify oder Apple Music und so weiter. Das geht ja soweit, dass man gar keinen CD-Spieler mehr im Haushalt hat. Entsprechend ist der Gedanke schon naheliegend, ein System für die Kinder zu kaufen, damit sie auch zeitgemäß Musik und Hörbücher hören können. Schult ja auch frühzeitig die Medienkompetenz und so.

Tigerbox vorgestellt

Die Tigerbox selbst ist ein Kinderlautsprecher in Würfelform. Für Kinder zwischen 3 und 10. Mehr eigentlich nicht. Das „systemische“ kommt erst durch die tigertones-App, den nutzbaren Katalog, und diese kann man nur verwenden, wenn man ein Abo abschließt. Es gibt die Box unter verschiedenen Labeln, etwa als Olchies oder Benjamin Blümchen. Das heißt nicht, dass man direkt auf dem Kinderlautsprecher die Hörbücher findet. Ein Gutschein für die App macht es möglich.

Der Kinderlautsprecher selbst weist eine recht typische Bauform aus. Kantenlänge so etwa 9 cm, Gewicht im Bereich von 300 g. Es gibt ihn in verschiedenen farblichen Designausführungen, wobei das glatte Bambusholzfurnier auf der Oberseite bei allen der dominante Designaspekt ist. Lichteffekte an den Seiten sind eine Besonderheit. Seitlich ist ebenso ne kleine Schlaufe angebracht, was man auch von vielen Geräten kennt und jetzt nicht so innovativ ist. Gelb sind offenbar bei allen Varianten die Tasten, nur der untere Bereich des Gehäuses ist unterschiedlich. Ich habe den Kinderlautsprecher nun nicht aufgesägt, aber Kunststoff ist meinem Eindruck nach trotzdem noch mehr verbaut. Also als „Holzlautsprecher“ würde ich ihn nicht bezeichnen. Die Unterseite ist mit Silikon rutschfest gemacht. Auf der einen Seite gibt es Bedienelemente fürs Abspielen, auf der anderen Seite zur Aktivierung sowie die Ein- und Ausgänge.

Das Design der Tigerbox ist funktional. Ich meine, es ist jetzt nicht mega kindlich. Liegt wohl auch an der breiten Alterszielgruppe. Hat man sich schon gut überlegt, denke ich. Es gibt ja die witzigsten und niedlichsten Gehäuse. Ob in Bärenkopfform oder als Froschschwanz. Was auch immer. Teilweise wirken diese ja sehr kitschig und auch billig dadurch. Insofern ist das Design der Tigerbox (und das anderer vergleichbarer Geräte) schon neutral okay. Es mögen dadurch mehr Eltern, die Kinder wohl auch. Es muss ja nicht alles immer mit Tieren oder starken IP´s verziert sein. Obwohl… der Name Tigerbox ist zwar frech. Bis auf die zwei aufgedruckten Logos wirkt er beliebig. Der Kinderlautsprecher könnte ebenso Krokodil-vom-Nil-Box heißen oder Schaf-vom-Schlaffeld.

Der Sound wird einseitig abgestrahlt und hört sich „okay“ an. Die Bewertung des Klangs sparen wir uns mal, denn gerade für Kinder ist das nicht so extrem wichtig und man sollte bei dem Preis auch nicht viel erwarten. Nicht zustimmen kann ich dieser Aussage „Eindrucksvoller Klang durch Holzgehäuse“ auf der Homepage des Tiger Media. Aber eindrucksvoll ist ja relativ. Unklar ist mir aber, inwiefern das Bambusfornier den Klang beeinflussen soll. Das ist als würde ein rotes Auto schneller fahren als ein schwarzes.

Als Soundquelle dient wie gesagt die App, welche wohl in 99 Prozent der Fälle per Bluetooth koppelt und vom Smartphone oder Tablet bedient wird. Es gibt auch die Möglichkeit nen Kopfhörer anzuschließen, was mir mega sinnlos erscheint. Es sei denn… man nutzt den Kinderlautsprecher als Abspielgerät für eine SD-Karte.

Also, was die Nutzung angeht: Die Box meldet sich mit einem „na na na na“ bei Aktivierung, was ein guter Sound ist und für das Kind signalisiert, dass der Lautsprecher nun an ist. Nervt nicht. Verbaut ist ein 750 mAh Akku, was von der Kapazität schon an der unteren Grenze liegt. Die Spielzeit von 8 Stunden ist entsprechend recht knapp. Was die weitere Nutzung angeht, wollen wir gleich mal in die Bewertung bei unserem Tigerbox-Test hier übergehen.

Tigerbox Kinderlautsprecher getestet

Sorry, zwischen den Zeilen sind jetzt schon öfters Bewertungen gewesen. Also etwa, dass das Design jetzt nicht so kindlich ist, aber dafür umso massentauglicher. Was positiv ist. Aber fangen wir nochmal der Reihe nach an.

Versprechen:
Zuerst schauen wir mal, welche fünf Besonderheiten der Hersteller selbst sieht – wie sich die „tigerbox von herkömmlichen Bluetooth-Lautsprechern“ unterscheide.

Eindrucksvoller Klang durch Holzgehäuse
LED-Beleuchtung, die auf Sounds und Musik reagiert
Micro SD-Karten Slot für eigene Inhalte – mit Verschluss gesichert
Praktische Trageschlaufe im kindgerechten Design
Bunte, gummierte Anti-Rutschfläche

Wertung: Das Thema Klang und Holz hatten wir bereits. Die LED-Beleuchtung ist keine USP, es gibt da wirklich eindrucksvollere Modelle wie dieses hier wahllos herausgegriffene. Fast jeder Lautsprecher hat einen SD-Slot, eine Trageschlaufe hat auch jeder Zweite. Die Rutschfläche als Besonderheit, also. Da fehlen mir die Worte.

Kommen wir zu den Details:

Designwertung visuell: Die Bauform der Box ist gewöhnlich und macht mich nicht „wow“ sagen. Es gibt mobile Lautsprecher ja in allen erdenklichen Formen und bei der Würfelform hat man sich wohl was gedacht. Kann z.B. nicht rollen und wird damit nicht selbst zum Spielgerät missbraucht. Okay. Ich sehe das Design als solches mal neutral an mit leicht positiver Tendenz.

Designauswertung Nutzbarkeit: Leicht ist er ja, passt gut in Kinderhände und wurde vom Testkind deshalb auch gern herumgetragen. Aber.. das Holz (Bambus-Edition im Test). Es ist zwar ein nachwachsender Rohstoff und damit ökologisch, doch bereits nach einer Woche zeigen die Kanten erste Abdrücke. Dabei ist er nicht einmal runtergefallen. Andere Nutzer berichten davon, dass die Kinder gern an den Kanten herummachen. Hm. Soweit wäre ich gerade noch neutral. Womit wir auch beim Thema IP-Zertifizierung wären. Sorry, aber IP65 wäre für mich ein Minimum, wenn ich so ein Gerät designen müsste. Also Schutz gegen Strahlwasser und staubdicht. Nun sind aber alle Anschlüsse offen. Einzige positive Ausnahme stellt der SD-Slot dar, welcher „verschraubt“ ist. Kleinere Kinder können die winzige Karte also nicht entfernen. Positiv!

Bedienbarkeit: Als Kinderlautsprecher folgt mir das Konzept viel zu stark dem normaler Lautsprecher. Eigene Ideen vom Hersteller finde ich nicht. Hier sind alle Tasten so belegt wie bei einem Lautsprecher für Erwachsene. Als selbstverständlich sehe ich es an, dass die Tasten nicht zu klein sind und etwas auseinander stehen, damit sie schon für die Kleinsten zu bedienen sind. Völlig daneben ist, dass man so schnell auf den Modus von Bluetooth auf SD-Karte wechseln kann. Andere Nutzer bemängeln, dass die MP3´s nicht in der richtigen Reihenfolge wiedergegeben werden. Naja.

Mediennutzung: Der ein oder andere fragt sich vielleicht, warum ich hier nix zur App schreibe. Nun. Ich habe sie nicht genutzt. Installiert hatte ich sie, aber da der Gutschein nur für vier Wochen eine kostenfreie Nutzung erlaubt, wollte ich mir diese aufsparen. Die App wurde geladen und man muss sich anmelden. Die Bewertungen bei Google Play sehen sehr schlecht aus. Nur 3 Sterne sind zu wenig. Ansich hört es sich nicht schlecht an, dass man hier qualitative Inhalte ohne Werbung bekommt. Ob 5 oder 3 Euro ist da auch egal. Unklar ist mir, ob man nur streamt oder die Werke herunterlädt und nach Kündigung des Abos weiterhören kann. Ich vermute nicht.

Zumal ich das Smartphone definitiv aus dem Kinderzimmer heraushalten will. Also noch. Das wäre dann so in ein paar Wochen mal passiert. Bisher wurde der SD-Modus genutzt. Und dieser funktioniert nicht. Das Gerät geht ständig in den Pairingmodus. Natürlich habe ich den Support angeschrieben und hier wird diese Wertungskategorie wieder positiv. Denn eine Antwort kam innerhalb eines Tages, an einem Samstag! Großes Lob, das ist nicht selbstverständlich! Nur war die Antwort für mich nicht hilfreich. Der Support schreibt: „Dieses Verhalten der Tigerbox zeigt, dass Sie die SD-Karte nicht erkennt, bzw. die Audioinhalte auf dieser. Es ist wichtig, dass die Audiodateien ohne Ordner auf der SD-Karte gespeichert werden. Die Tigerbox kann nur die Formate *.mp3 oder *.wav wiedergeben.“ Naja, es ist alles korrekt und auf einem anderen Lautsprecher läuft die Karte. Die Antwort war auch nur aus der FAQ auf der Herstellerseite kopiert und nicht besonders individuell. Aber trotzdem Danke für den Versuch. Mir wurde dann sogar nochmals geantwortet, wonach das alles nichts bringe. Ein Wackelkontakt mit der SD-Karte werde vermutet. Diese funktioniert aber einwandfrei, sodass die Tigerbox dann letztlich zurück an den Verkäufer ging. Wenn der Defekt nicht gewesen wäre, dann hätten wir sie wohl behalten, obwohl sie nicht so überzeugt.

Unser Check-Urteil:

Alles zusammengefasst bekommt die Tigerbox leider keine Empfehlung von uns. Die Idee ist gut, das technische Produkt wirkt teils „normal“ wie eben ein günstiger mobiler Lautsprecher, teils aber auch etwas lieblos und nicht konzeptionell gedacht. Ein Display für die Titelanzeige wäre sinnvoll. Eine Schiebetaste wäre eine minimale Verbesserung für die Modiwahl. Kostenfreie Inhalte sollte es auch ohne Abo geben. Dann eben testweise. Generell ist der Kinder-Lautsprecher viel zu kurz gedacht. Es gebe so viele Möglichkeiten. Etwa zusammen mit der App auch spielerische Lerninhalte zu liefern. Insgesamt wirkt das Produkt so, als sucht man nur einen weiteren Kanal für seine vorhandenen Inhalte und will eigentlich gar keinen Lautsprecher anbieten, sondern ist durch den Wandel dazu gezwungen. Dabei mangelt es doch nicht an Ideen…

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