Was haben TikTok-Werbung und das neue Galaxy S25 Ultra gemeinsam? Beide sind gefüllt mit überzogenen Versprechungen, gescripteten Szenen und einem Hauch digitaler Verzweiflung. Auf TikTok tummeln sich gefühlt Praktikanten des Studiengangs Social Media, die sich die Finger wund tippen, um Kritikern zu erklären, warum 0,4 mm weniger Gehäusedicke und eine neue Farbe das Gerät in die Sphären der Smartphone-Götter heben sollen. Und ehrlich, wenn dein Herz beim Gedanken an „Titanium Jetblack“ höher schlägt, dann… Glückwunsch? Aber fangen wir von vorne an.
Die Werbung: Ein Meisterwerk der Langeweile
Also, da ist diese Frau, die mit einem Hund(!) unterwegs ist und ihre brandneue Galaxy-KI bemüht, um ein „tierfreundliches italienisches Restaurant mit Außenbereich“ zu finden. Spoiler: Das Restaurant existiert gar nicht. Aber hey, was zählt, ist die Botschaft – und die lautet: „Schaut mal, wie schlau unsere KI ist!“ Was Samsung dabei übersieht, ist, dass der Use-Case todeslangweilig ist. Ernsthaft, Leute. In einer Welt, in der KI Kunstwerke generiert und medizinische Diagnosen stellt, finden wir ein (fiktives) Restaurant für den Hund. Wow.
Die Hardware: Schlanker, flacher, gleicher
Das Galaxy S25 Ultra hat es tatsächlich geschafft, noch flacher zu werden. Um präzise zu sein: ganze 0,4 Millimeter! Aber keine Sorge, das wird durch „robusten Titanrahmen“ und „abgerundete Ecken“ kompensiert, die angeblich so viel angenehmer in der Hand liegen. Fun Fact: Diese abgerundeten Ecken hatte mein Nokia auch schon 2011 gehabt. Revolutionär.
Das Display? Natürlich heller, schärfer und mit Anti-Spiegel-Beschichtung, die das iPhone mal wieder alt aussehen lassen soll. Aber seien wir ehrlich: Wenn ich in der prallen Sonne auf mein Handy starre, ist die Helligkeit mein kleinstes Problem. Dann trage ich eine Sonnenbrille und überlege, ob ich im Leben nicht einfach mal den Kopf heben sollte.
Die Kamera: Weil mehr Megapixel immer besser sind
Samsung liebt es, mit großen Zahlen zu jonglieren. 200 Megapixel! 50 MP Ultraweitwinkel! 100-facher Zoom! Klar, das klingt beeindruckend, aber nutzt es irgendjemand wirklich? Wahrscheinlich nicht. Wir schießen doch alle dieselben Selfies, verschwommenen Konzertvideos und Bilder vom Brunch. Aber hey, wenn du jemals das Bedürfnis hast, die Krater auf dem Mond zu fotografieren, könntest du das mit dem S25 Ultra tun. Ode vielleicht per KI ein Fake erstellen und es als Werbung verkaufen. Okay, anderes Gerät.
Die KI: Geminis Glanzleistungen
Ein großer Punkt ist die Integration von Google Gemini. Halte den Power-Button gedrückt, und du kannst die KI bitten, Termine in den Kalender einzutragen oder dich auf Präsentationen vorzubereiten. Praktisch? Klar. Neu? Nicht wirklich. Ein Problem bleibt: Geminis Interpretation deiner Wünsche ist bestenfalls… kreativ. Statt Termine für Formel-1-Rennen einzutragen, bekommst du eine Rechtschreibkorrektur. Danke, Gemini. Genau das, was ich wollte.
Das Influencervideo: Schleimig und peinlich
Natürlich durften YouTuber das Gerät vorab testen, begleitet von den Worten: „Samsung schaut bei Apple ab und verbessert es.“ Wirklich? Die fehlende Innovation rechtfertigen wir jetzt also mit „Sie kopieren, aber gut“? Für diese Einsicht hätte ich keinen Trip nach San Jose gebraucht. Das Video trieft so sehr vor bezahlter Begeisterung, dass ich nach einem Handtuch greifen wollte. Bis wir also echte Tests und Notwendigkeiten zum Kauf sehen, solltet ihr den Vorbestellbuttton unterm Schleim verstecken.
Fazit: Ein solides Gerät ohne Seele
Das Galaxy S25 Ultra ist, keine Frage, ein beeindruckendes Stück Technik. Aber es ist auch ein Sinnbild für Samsungs aktuell größten Schwachpunkt: Innovation ist Mangelware, und die Marketingstrategien sind so durchschaubar wie das angeblich widerstandsfähige Gorilla Glas Armor 2. Wenn du ein S24 Ultra besitzt, kannst du dieses Upgrade guten Gewissens ignorieren. Und falls du dich dennoch davon verführen lässt, denk an die Frau mit dem Hund und frag dich: Ist das wirklich der Fortschritt, den du in deinem Leben brauchst?
P.S. Es würde bei diesem „Innovationstempo“ vielleicht auch reichen aller 5 Jahre ein neues Gerät rauszubringen, um weniger Bedürfnisse künstlich nach dem „Neuen“ zu wecken. Aber das gefällt sicher den Aktionären nicht.



