Auf TikTok machen gerade Videos die Runde, in denen Spieler stolz ihre Fortnite-Schecks in die Kamera halten. „Anyone else get their Fortnite check?“ heißt es – und dann folgen Kommentare wie:
„Ich hab 20 Dollar bekommen“,
„Mein Vater will meinen Scheck haben 😭“,
„Hab meinen auf Tacos ausgegeben 🌮“,
„2500 Dollar zurückgeholt, let’s go!“
Das Ganze wirkt fast zu gut, um wahr zu sein – aber es ist echt. Nur leider nicht für alle.
Was steckt hinter dem Fortnite-Scheck?
Im Jahr 2023 hat die US-Verbraucherschutzbehörde FTC (Federal Trade Commission) einen Rechtsstreit gegen Epic Games gewonnen. Der Vorwurf: irreführende UX-Designs, bei denen Kinder (und Erwachsene) versehentlich oder ohne klare Zustimmung V-Bucks und Items gekauft haben. Die Folge: 245 Millionen US-Dollar an Rückerstattungen wurden angeordnet.
Wer betroffen war, konnte über ein offizielles Portal eine Rückerstattung beantragen. Das führte nun zu realen Schecks, Briefen und PayPal-Zahlungen.
Und kannst du auch einen bekommen?
Kurz und schmerzlos:
Nein, nicht wenn du in Deutschland wohnst.
Die Rückerstattung gilt nur für Nutzer mit einem US-Konto und nachweisbaren Käufen im fraglichen Zeitraum (Januar 2017 bis September 2022). In den TikTok-Kommentaren fragen viele:
„Can I get it in Europe?“ – Antwort: Nope.
Auch kreative Ideen wie „alten Account kaufen und rückwirkend kassieren“ funktionieren nicht – laut FTC müssen die Ansprüche überprüfbar sein und es gibt keine doppelte Auszahlung.
Aber warum bekommen manche Leute 20 $ und andere 2500 $?
Das hängt davon ab, wie viel du damals ausgegeben hast – vor allem unbeabsichtigt oder unter fragwürdigen Umständen. Manche haben als Kind ordentlich V-Bucks verballert und wundern sich jetzt über den warmen Geldregen. Andere hatten einfach Pech (oder Eltern mit Kreditkartenkontrolle).
Zwischenstand wäre also:
Wenn du ein deutscher Fortnite-Spieler bist: Du bekommst keinen Scheck.
Die TikToks sind zwar echt, aber nur für US-Nutzer relevant.
In Deutschland gibt es bisher keine vergleichbare Rückerstattungsaktion. Wohl aber ist die EU aktiv, wenn es um Lootboxen geht.
Trotzdem spannend, wie viel Geld ein Skin-Fail aus 2018 heute noch wert sein kann.
Aber die EU schaut auch hin – bei Lootboxen & Co.
Auch wenn du in Europa keinen Fortnite-Scheck bekommst, ist das Thema für die Behörden nicht vom Tisch.
Die EU und viele Mitgliedstaaten nehmen gerade verstärkt In-Game-Käufe und besonders Lootboxen ins Visier. Es geht um:
- Transparenz bei Wahrscheinlichkeiten
- Schutz von Minderjährigen
- mögliche Kopplung an Glücksspielgesetze
In Ländern wie Belgien und Niederlande sind Lootboxen bereits verboten oder stark eingeschränkt – andere Staaten, darunter Deutschland, prüfen gesetzliche Maßnahmen. Auch Fortnite (z. B. mit den alten „V-Buck-Lamas“ im PVE-Modus) stand früher schon in der Kritik.



