Die myTUI-App – sie will das digitale Pendant zum Reisebüro sein. Sie soll Flugzeiten anzeigen, Transfers regeln, Ausflüge buchbar machen, Bordkarten bereithalten. Doch was passiert, wenn genau dieses Werkzeug im entscheidenden Moment streikt? Dann fühlt sich der Start in den Urlaub nicht mehr nach Vorfreude an, sondern nach Support-Ticket.

„Ich kann meine Reise nicht mehr einfügen – wozu dann die App?“ schreibt ein Nutzer im Mai 2025. Und diese Frage steht sinnbildlich für tausende andere Stimmen, die seit Jahren dieselben Probleme beklagen: fehlende Stabilität, Login-Abstürze, verwirrende Navigation und fehlerhafte Daten.

Die unsichtbare Kurve: Warum Mai 2025 ein Desaster war

In einer detaillierten Heatmap zeigt sich klar: Im Mai 2025 bricht das System regelrecht zusammen. Nie zuvor häuften sich so viele Ein-Stern-Bewertungen wie in dieser Zeit. Täglich Dutzende neue Beschwerden, in denen sich ein roter Faden zieht: Die App funktionierte einfach nicht mehr. Nicht ein bisschen schlechter, nicht ruckeliger – sondern gar nicht.

„Ich habe die App jetzt zehnmal neu installiert. Sobald ich mich einlogge, stürzt sie ab. Und das drei Tage vor Abflug. Ich dachte, TUI wäre eine große Marke?“ Diese Bewertung steht exemplarisch für einen gesamten Zeitraum, in dem man den Eindruck bekommt: Die App wurde mit einem Update versehen – und das hat mehr zerstört als verbessert.

Ein anderer Nutzer bringt es auf den Punkt: „Flug nicht gefunden. Transferinformationen falsch. Chat reagiert nicht. Die App ist mein größtes Stressmoment derzeit.“

Was viele besonders stört: Das Versprechen, die App sei ein persönlicher Reiseassistent. Ein digitales Reisebüro, das überall verfügbar ist. In Wirklichkeit aber mussten viele Kunden mit Screenshots, Notizzetteln oder handschriftlichen Flugzeiten ausweichen. Das ist nicht nur peinlich für einen Marktführer wie TUI – es ist ein Vertrauensbruch.

Der schleichende Frust: Was auch ohne Totalabsturz falsch läuft

Abseits der größeren Krisenmonate zeigt sich über Jahre ein konstantes Grundrauschen an Kritik. Seit 2019 häufen sich Berichte, in denen dieselben Punkte genannt werden: Die App ist zu langsam. Sie vergisst die Buchung. Der Login-Prozess ist instabil. Und die Navigation wirkt oft wie von Praktikanten programmiert.

„Warum muss ich mich jedes Mal neu einloggen? Ich bin mitten in Spanien ohne Netz – soll ich ernsthaft im Hotel-WLAN den Reiseplan rekonstruieren?“ Solche Einträge ziehen sich durch alle Jahre. Und es ist bezeichnend, dass selbst Nutzer, die die App loben, häufig schreiben: „Wenn sie funktioniert, ist sie gut.“

Das Wort „wenn“ ist dabei das entscheidende. Denn Apps wie diese sollen keine Glückssache sein. Wer tausende Euro für einen Pauschalurlaub ausgibt, erwartet digitale Unterstützung – keine Stolpersteine. Wer sich auf einen Flug einstellt, will nicht erleben, dass die Flugzeit-App „keine Daten“ anzeigt. Und wer einen Ausflug buchen will, will nicht mit Ladefehlern konfrontiert werden, die auf anderen Plattformen längst Geschichte sind.

Ein bisschen Glanz – aber nie dauerhaft

Es wäre unfair zu behaupten, dass die App ausschließlich schlecht bewertet wird. Die Mehrzahl der über 13.000 Stimmen ist tatsächlich positiv – das zeigen auch die Bewertungsdurchschnitte. Aber diese Zahl täuscht über die Realität hinweg. Denn die Zufriedenheit verteilt sich sehr ungleich.

Während 5-Sterne-Nutzer oft von einer „übersichtlichen, modernen Oberfläche“ sprechen oder loben, dass „alles Wichtige auf einen Blick“ zu finden sei, merkt man eines schnell: Viele dieser Rezensionen stammen von Momenten, in denen die App funktioniert hat. Sobald aber nur eine zentrale Funktion hakt – etwa die Reisedarstellung, die digitale Bordkarte oder der Chat-Support – kippt die Stimmung sofort.

Und diese Kippmomente sind keine Ausnahme. Sie wiederholen sich immer wieder – von 2017 bis heute. Schon 2017 klagt ein Nutzer: „Datum bei der Registrierung kann nicht im richtigen Format eingegeben werden.“ 2022 ist es dann die Performance: „Sehr langsam, nichts lädt richtig.“ Und 2025 schließlich brechen die Systeme vollständig zusammen.

Nutzer wie du und ich: Echte Stimmen, echtes Chaos

Hier eine Auswahl an Zitaten aus echten Bewertungen – quer durch die Jahre:

⭐ 1 Stern – „Urlaub gebucht, Vertrauen verspielt“

„Datum bei der Registrierung kann nicht im richtigen Format eingegeben werden.“
„Man muss sich ständig neu einloggen. Vor jedem Klick. Ernsthaft?“
„Ich kann die Reise nicht einfügen – wozu dann die App?“

⭐ 2 Sterne – „Sie wollten uns was Gutes tun…“

„Nach dem Update lief es wieder… aber nicht lange.“
„Sehr langsam, nichts lädt richtig.“
„App zeigt die falschen Flüge an – das ist nicht witzig.“

⭐ 3 Sterne – „Mit Frust an Bord“

„Einloggen klappt, aber dann ist alles leer.“
„App schmeißt mich ständig raus – und das 1 Tag vor Abflug.“

Was Nutzer fordern – und was TUI nicht liefert

Die Nutzer erwarten keine Wunder. Sie wollen nicht, dass die App ihnen die Koffer packt oder die Liege reserviert. Sie wollen nur, dass das funktioniert, was versprochen wird. Dass Flüge korrekt angezeigt werden. Dass Buchungen gespeichert bleiben. Dass man sich nicht nach jedem App-Start neu einloggen muss.

Was sie bekommen, ist oft das Gegenteil. Und das Frustpotenzial ist gewaltig, gerade in der Kombination mit Urlaubsvorfreude. Denn wer kurz vor dem Abflug nicht an Sonnencreme, sondern an Passwort-Zurücksetzung denkt, dem ist der Start in die Ferien schon vermiest.

Chronik eines digitalen Bordunfalls

Aus 13.680 Rezensionen zeigt sich: Es gab klare Phasen, in denen die App unterging – zumindest bei den Nutzern.

Mai 2025 – Ein digitales Desaster

Ab dem 23. Mai 2025 fliegen die 1-Stern-Bewertungen regelrecht wie Liegestühle in stürmischer See.

Zitat aus einer Bewertung vom 25. Mai:

„Alles funktioniert nur halb, ständig Fehlermeldungen, ‚konnte nicht übermittelt werden‘. Was für ein Schrott.“

Am 26. Mai dann das:

„Links gehen nicht, Login streikt, Preisinformationen falsch, irrelevante Benachrichtigungen. Katastrophe.“

März–Juli 2022: Update-Wirrwarr

Auch 2022 gab’s Rückmeldungen zur Performance:

„Sehr langsam und performance schlecht“
„App lädt, aber ich kann meine Buchungen nicht einsehen“

Klingt nach einem kaputten Fernglas: Man weiß, wo’s hingehen soll – aber sieht nix.

Fazit: Eine App wie ein Schiff ohne Kompass

Die myTUI-App ist technisch ambivalent. Sie sieht gut aus, bietet theoretisch viele sinnvolle Funktionen und wird von TUI als zentrale Plattform kommuniziert. Doch praktisch schwankt sie zwischen „solide hilfreich“ und „digitalem Rohrkrepierer“. Und das in einem Bereich, der maximal zuverlässig funktionieren muss: Urlaubsplanung.

Die Datenlage ist eindeutig. Es gab massive Ausfälle, vor allem im Mai 2025. Es gibt ein strukturelles Problem mit Stabilität und Login-Verhalten. Und es gibt ein grundlegendes Missverständnis darüber, was Reisende von einer solchen App erwarten.

Wenn TUI das nicht ändert, bleibt die App eine Enttäuschung in schöner Verpackung. Und das Versprechen vom „Reisebüro in der Hosentasche“ klingt dann mehr nach Marketingfloskel als nach Realität.

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