Es nervt einfach nur auf YouTube und damit ist ausnahmsweise nicht die Werbung gemeint. Eine Tasse Kaffee am Tag hat bei ihr nicht funktioniert?! Ich kann es nicht mehr hören und spreche auch nicht mehr drüber. Nein, die automatische Übersetzung mit KI ist gemeint. Hört sich ebenso doof an wie diese Abnehm-Oma. Dient dazu zu Sprachbarrieren zu überwinden, aber klingt wie Durchfall. Deshalb fragen wir mal konkret, wie man es ausschaltet, wenn man es nicht ständig manuell tun will.

Kürzlich beim Video von Mr. Beast hatten wir es angemeckert, auch da ging es ums Abnehmen, wie lustig. Und das Problem: Man kann es nicht einfach in den Einstellungen dauerhaft abschalten. Immer wieder aufs Neue muss manuell zurück zur Originalsprache gewechselt werden. Nerv-Level 100.

Was ist da eigentlich los bei YouTube?

YouTube hat seine Auto-Dubbing-Funktion in den letzten Monaten schrittweise ausgerollt. Ziel ist es, Videos automatisch in andere Sprachen zu übersetzen – inklusive gesprochener Tonspur. In der Theorie klingt das nach Fortschritt: Sprachbarrieren ade, Inhalte für alle zugänglich. In der Praxis? Katastrophe.

Die Stimmen wirken künstlich und emotionslos. Wie ein Google-Maps-Navi, das einem über moralische Dilemmata der KI etwas erklären will. Gerade bei emotionalen Inhalten, wie z. B. dem Video von Hannah Fry über die Gefahren von Superintelligenz, verliert der Beitrag durch die KI-Synchronisation seinen kompletten Charme. Ironischer geht’s kaum: Ein Video über Künstliche Intelligenz, das durch schlechte Künstliche Intelligenz ruiniert wird.

Die Nutzer sind richtig sauer

In den Bewertungen der YouTube-App bei Google Play hagelt es Ein-Sterne-Kritik. Und das völlig zurecht. Hier ein paar 100 % echte Zitate aus aktuellen Rezensionen (Stand: Juni 2025):

  • „Seit einer gewissen Zeit werden Video-Titel und -Tonspuren automatisch übersetzt – das ist einfach nur noch lästig!“
  • „Hallo Google, es gibt Menschen, die können mehrere Sprachen. Lasst uns bitte selbst entscheiden, in welcher Sprache wir ein Video schauen möchten.“
  • „Seitdem die Audio-Tracks automatisch übersetzt werden, ist YouTube für mich kaum noch nutzbar.“
  • „Nur noch nervig und umständlich. Shorts abstellen geht nicht. Übersetzungen ebenfalls nicht. Total überladen.“

Mehr braucht man dazu eigentlich nicht sagen. Doch YouTube zieht sein Ding durch, ohne dass Nutzer dauerhaft sagen können: „Nein danke, ich möchte das nicht.“

Wie wirst du die Auto-Übersetzung los?

Ganz ehrlich: Es ist ein Krampf. Es gibt (derzeit) keine zentrale Einstellung in der YouTube-App, mit der man Auto-Dubbing oder automatische Übersetzungen dauerhaft deaktivieren kann. Aber: Es gibt ein paar Hacks und Workarounds, mit denen du dir helfen kannst – vor allem am Desktop.

1. Browser-Erweiterungen installieren

Für Chrome und Firefox gibt’s das Open-Source-Tool YouTube No Translation. Damit kannst du:

  • Übersetzte Videotitel deaktivieren
  • Automatisch generierte Tonspuren ausblenden
  • Originaltitel und -beschreibungen wiederherstellen
  • Untertitel in Originalsprache erzwingen

2. Sprache des Google-Kontos auf Englisch setzen

Klingt komisch, hilft aber manchmal. Wenn du dein Konto oder Gerät auf Englisch stellst, bekommst du seltener übersetzte Titel oder synchronisierte Inhalte. Aber Achtung: Dann ist alles auf Englisch – auch deutsche Videos, die mit KI in Fremdsprachen übersetzt wurden, klingen plötzlich, als würde ein Bot Deutsch sprechen wollen.

3. Alternative YouTube-Apps nutzen

Unter Android kannst du dir mit der App ReVanced oder NewPipe etwas Luft verschaffen. Diese Clients blocken Werbung und lassen dir mehr Kontrolle über Spracheinstellungen und Videoanzeige. Besonders ReVanced kann Auto-Dubbing und übersetzte Titel unterbinden.

4. YouTube im Browser mit Add-ons nutzen

Wer sowieso am Rechner schaut, kann mit Tools wie „YouTube Anti Translate“ oder „Youtube No Translation“ gezielt die Features blockieren, die stören. Am TV, iPhone oder iPad funktioniert das natürlich nicht – da ist man dem Google-Zwang weitgehend ausgeliefert.

YouTube, hör bitte auf damit!

Bei MrBeast war es zuletzt wieder so ein Moment: Der Clip „Nimm 45 kg ab, gewinne 250.000 $!“ wurde nicht nur KI-synchronisiert, sondern bekam auch einen übersetzten Titel, der alles andere als hilfreich war. Und wir dachten erst, es geht wieder um diese eine Kaffeetassen-Abnehm-Oma. Same vibes.

Diese ganze Auto-Übersetzung passt einfach nicht zu einer Plattform, die lange auf Authentizität gebaut hat. Menschen schauen Videos wegen der Persönlichkeit des Creators, wegen der Sprache, dem Tonfall, den Emotionen. Eine KI-Stimme ist kein Ersatz dafür.

Fazit: Auto-Dubbing ist kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt

YouTube will barrierefreier werden. Klingt edel, endet aber in Frustration. Wer zwei oder mehr Sprachen spricht, fühlt sich zunehmend bevormundet. Und alle, die den Originalton schätzen, müssen regelmäßig umständlich zurückschalten.

Unser App-Tipp ist ganz klar: Nutzt Tools wie „YouTube No Translation“ oder stellt euer System clever um – bis Google endlich eine richtige Option einbaut. So lange bleibt YouTube für viele ein Erlebnis zwischen Weltmacht und Witzfigur.

Und nein, wir reden nicht mehr über die Tassenfrau. Aber über KI-Übersetzungen werden wir weiter berichten. Denn es betrifft uns alle.

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