Die comdirect hat es wieder getan. Nein, nicht die Trading-App, über die wir bereits im Juni geschrieben haben (Spoiler: Die liegt immer noch im digitalen Koma). Diesmal geht es um die Haupt-Banking-App. Version 16 wurde ausgerollt – mit großen Worten und noch größeren Versprechungen. Doch statt Applaus hagelt es 1-Sterne-Bewertungen. Und wir? Haben diesmal gar nicht erst bei der Pressestelle nachgefragt. Warum? Weil wir ihre Antworten schon kennen: weichgespült, ausweichend, nutzlos.

Redesign oder Rückschritt?

Das neue Update sollte die App „moderner, einfacher und übersichtlicher“ machen. Sagen sie. Die Realität? Ein User schreibt:

„Nach dem Update eine unübersichtlich App! Am Handy völlig Benutzer unfreundlich! Muss sie leider benutzen, leider keine andere Wahl außer Depotwechsel.“

Andere gehen noch weiter:

„Furchtbares Update. Warum denn die Farben so abdunkeln, dass man Ein/Ausgang nur noch auf den zweiten Blick auseinanderhalten kann?“

„Die App wirkt wie ein Spielzeug – animierte Logos, aber keine Vorlagenfunktion bei Überweisungen. Dauerauftrag? Fehlanzeige.“

„Schriftgrößen werden wild gewürfelt, große Beträge kleiner als kleine, Übersicht verloren. Was haben die sich dabei gedacht?“

Der große Umbau – und was davon übrig blieb

Offiziell sollte alles besser werden: mehr Übersicht, neue Schnellzugriffe, verbesserte Kontostandsanzeige. In der Realität haben viele Nutzer das Gefühl, jemand hätte das UI betrunken bei Mondschein neu zusammengeschoben. Schriftskalierung aus der Hölle, weiße Flächen wie bei Google Docs im Rohzustand und kein Darkmode. Eine Bewertung fasst zusammen:

„Wesentlich unübersichtlicher als vorher – das neue Update ist eine Katastrophe.“

Ein anderer bringt es auf den Punkt:

„Warum muss Bewährtes immer verschlimmbessert werden?“

Warum? Gute Frage. Die App war nie wirklich gut. Aber mit dem aktuellen Update wurde das wackelige Fundament gegen einen IKEA-Bausatz ohne Anleitung eingetauscht.

Pride-Banner, das keiner wegklicken kann

Für die meiste Aufregung sorgt aber kein Bug – sondern ein kleines, buntes Detail am oberen Rand der App: eine Regenbogenflagge. Und zwar ohne Deaktivierungsoption. Was als Zeichen der Vielfalt gemeint war, empfinden viele Nutzer als Zwangsbotschaft auf Kosten der Funktionalität.

„Ich will meine Finanzen managen, keine politischen Belehrungen.“

Natürlich geht es den meisten nicht um die Flagge an sich – sondern darum, dass Platz verloren geht, Kontraste fehlen und die App dadurch noch schlechter nutzbar wird. In den Rezensionen liest sich das wie eine kollektive Enttäuschung:

„Hauptsache oben fett nen Pride-Banner platzieren. Der Rest ist egal.“

Die Bank verweist auf ihre Werte. Die Nutzer verweisen auf die Funktion. Und die App? Funktioniert oft nicht mal richtig.

Der neue Tiefpunkt: 931 1-Sterne-Urteile

Von den 2.500 gesichteten neuen Bewertungen sind satte 931 glatte Verrisse. Und die Kritik ist nicht neu – sondern eine Art Greatest Hits des App-Versagens:

  • Login funktioniert nicht
  • TAN-Prozesse schlagen fehl
  • Überweisungen scheitern
  • Widgets zeigen veraltete Daten
  • Funktionen wie Vorlagen oder Daueraufträge fehlen
  • Fehlermeldungen trotz stabilem Internet
  • Nicht nutzbar auf Tablets

„Seit letztem Update geht der Login nicht mehr. Zusammenspiel mit der PhotoTAN-App funktioniert nicht mehr.“

„Verbindung unterbrochen, keine aktuellen Werte – bei vollem WLAN.“

„App startet – Sanduhr – Ende.“

Kurz gesagt: Die App bleibt das, was sie immer war – ein zähes Stück Frust mit Banking-Funktion.

Die häufigsten Probleme:

ProblemfeldBeispiele aus echten Nutzerstimmen
Login & TAN„Kann mich nicht anmelden“, „Kein TAN-Verfahren“, „Support erreicht nix“
Design & Usability„Unübersichtlich“, „Spielzeug“, „keine Sortierung“, „Darkmode fehlt“
Bugs & Abstürze„App startet nicht“, „Absturz nach Login“, „keine Depotanzeige“
Kommunikation & Support„Konto nicht kündbar“, „Hotline sinnlos“, „keine Rückmeldung“
Zwangs-Features„Pride-Banner nimmt Platz“, „Keine Deaktivierung möglich“

Wir sagen’s wie’s ist: Diese App ist ein Rückschritt. Kein Fortschritt. Kein Zeichen für Fortschritt. Kein Zeichen für irgendwas – außer dafür, wie wenig man bei comdirect offenbar noch testet, bevor man etwas live stellt.

Vielleicht sollten sie beim nächsten Mal einfach… keine App mehr bauen? Oder eine. Aber dann richtig.

Wir bleiben dran. Mit dem Browser.

Was macht eigentlich die zweite App?

Ach ja, da war ja noch was: Die comdirect Trading App. Die hat ihren eigenen Beitrag auf Check-App – weil sie mit 1,7 Sternen im Play Store ein Fall für sich ist. Dort sind Abstürze, Login-Loops und fehlende Order-Funktionalität an der Tagesordnung. Es sind zwei Apps für dieselbe Bank, aber leider kein doppelter Nutzen, sondern doppelter Ärger.

Fazit: Redesign trifft Realität

Die comdirect App war nie ein Vorzeigemodell für gute UX. Mit Update 16 wurde aber selbst die fragile Akzeptanz der Bestandsnutzer pulverisiert. Wer vorher schon geflucht hat, hat jetzt endgültig genug. Und wer neu einsteigt, denkt sich nach fünf Minuten: „Wie konnte das jemand durchwinken?“

Wir hätten bei der Pressestelle nachfragen können. Aber warum Zeit verschwenden? Die Bank hat uns schon im Juni gezeigt, wie sie reagiert: mit Textbausteinen und Browser-Alternativen. Außerdem werden sie genug zu tun haben angesichts dieses Fiaskos.

Was bleibt? Eine App, die sich mutig ins Abseits manövriert. Und eine Nutzerbasis, die lieber flucht, als noch auf Besserung zu hoffen.

Wir sehen uns beim nächsten Update. Vielleicht.

Teile den Beitrag:

Alle Beiträge kennzeichnen wir hiermit als Werbung. Die Werbekennzeichnung erfolgt, da Marken von Hard- und Software genannt werden. Oftmals werden App-Codes zur Verfügung gestellt sowie Gadgets zum Test. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Zudem gehen wir Contentpartnerschaften oder Kooperationen ein. Hilf uns, indem du mit diesem Amazon-Link einkaufst! Lade dir unsere kostenlosen Quiz-Spiele hier herunter!

Hinterlasse eine Antwort