Es war eigentlich gut gemeint. Meine Oma brauchte ein neues Handy. „Nur was Einfaches“, sagte sie. Kein iPhone, kein Schnickschnack. Nur telefonieren, ein bisschen WhatsApp, ab und zu ein Foto vom Garten. Ich dachte: Das Galaxy A54 passt perfekt.
Schönes Display, solide Kamera, lange Update-Versorgung. Klingt wie gemacht für ein ruhiges Rentnerleben. Ich war so naiv.
Die ersten Tage: „Oh, das ist aber scharf!“
Oma war begeistert. Das Display sei so schön hell, sagte sie. „Und die Schrift kann man ja so groß machen!“ Ich hatte alles eingerichtet, von WLAN bis Notfallkontakt. Sogar der Akku hielt anfangs gut durch. Ich war zufrieden mit mir.
Zwei Wochen später rief sie mich an. Oder besser: schrie ins Telefon.
„Das Ding ist heiß! Ich hab Angst, dass es explodiert!“
Ich: „Was hast du gemacht?“
Sie: „Nichts! Ich hab Wetter geschaut und dann kam so eine Hitze!“
Tja. „Warum wird das Samsung Galaxy A54 so heiß?“ steht seitdem auch in meinem Google-Suchverlauf. Antwort: Exynos-Prozessor. Übersetzt: Mittelklasse-Chip mit Hitzewallungen.

Duschen verboten
Irgendwann rief sie mich wieder an.
„Sag mal, kann ich das Handy eigentlich mit ins Bad nehmen? Ich hör da gern Musik.“
Ich: „Klar, es ist IP67, das hält bisschen Dampf aus.“
Was ich nicht wusste: Oma stellte das Handy direkt neben die Dusche. Ohne Hülle. Danach klang WhatsApp wie ein tropfender Wasserhahn. Seitdem: kein Ton mehr aus der oberen Lautsprecherhälfte.
→ „Kann ich mein Galaxy A54 mit unter die Dusche nehmen?“ Nein. Nicht wenn du Töne magst.
Wenn sich das Handy selbstständig macht
Sie rief mich panisch an, weil ihr Handy jemanden zurückgerufen hatte. Den sie gar nicht mehr sprechen wollte.
„Ich hab das Handy nur in die Tasche gesteckt!“
Willkommen in der Welt des hypersensiblen Displays.
Das Galaxy A54 schafft es regelmäßig, sich in Taschen selbst zu entsperren, den Notruf zu wählen oder die Taschenlampe einzuschalten. Ich hab versucht, ihr das Ausschalten zu erklären: Power + Leiser.
„Früher gab’s dafür EINEN Knopf!“
Ich kann ihr nur zustimmen.

Updates bis 2028 – wie tröstlich
Samsung wirbt ja damit, dass das A54 noch bis 2028 Sicherheitsupdates bekommt. Das hilft nur wenig, wenn der Rest der Hardware im Alltag einfach nervt. Das Handy ist langsam, das GPS spinnt, und manchmal denkt man, man hätte ein Vorserienmodell aus einer Paralleldimension erwischt.
Oma sagt inzwischen öfter: „Früher war mein Nokia besser.“ Und das war ein Klapphandy.
Rückgabe ausgeschlossen – aus Stolz
Natürlich könnte ich es verkaufen. Oder ihr ein anderes Gerät kaufen. Aber irgendwie… hat sie es ins Herz geschlossen.
„Es hat Macken“, sagt sie, „aber ich weiß jetzt, wie es tickt.“
Ich glaube, sie meint das wörtlich. Manchmal tickt es wirklich.
Fazit: Ich wollte ein gutes Handy schenken. Ich habe Samsung geschenkt.
Das Galaxy A54 ist kein Totalausfall. Es sieht gut aus, macht nette Fotos, bekommt lange Updates. Aber es ist auch eines dieser Geräte, die dich jeden Tag daran erinnern, dass du eigentlich besser hättest wissen müssen.
Wenn du ein zuverlässiges Gerät für jemanden suchst, der keine Technikleidenschaft hat, dann kauf etwas anderes. Ein Pixel. Ein gebrauchtes iPhone. Selbst ein Poco. Alles, nur bitte kein A-Modell von Samsung.
Ich mag meine Oma. Und sie verdient ein besseres Smartphone. Vielleicht hör ich ja diesmal auf mein Bauchgefühl. Oder einfach auf sie.



