Temu drängt in ein neues Geschäftsfeld: Lebensmittel. Nach Billig-Kleidung, Ramsch-Elektronik und fragwürdigen Gratis-Geschenken will der chinesische Online-Riese nun auch in deutschen Küchen mitmischen. Und während einige vielleicht denken: „Cool, günstige Snacks!“, stellen sich bei Verbraucherschützern, Handelsverbänden und sogar der EU alle Alarmglocken scharf.

Das Ziel: „lokale“ Lebensmittel, made in Europe – mit China-Label?

Laut Lebensmittel Zeitung sucht Temu derzeit aggressiv nach Lieferanten in ganz Europa, um Lebensmittel offiziell als „lokal produziert“ kennzeichnen zu können. Ein smarter Trick, um Importkontrollen zu umgehen – und das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Denn bei allem Misstrauen gegen „China-Ware“ klingt „aus Deutschland“ gleich viel besser, oder?

Das Problem: Transparenz? Fehlanzeige. Schon jetzt gibt es bei Temu gravierende Mängel bei Kennzeichnungspflichten, vor allem bei Produkten mit potenziell gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffen. Was passiert also, wenn künftig nicht nur günstiger Modeschmuck aus undurchsichtigen Quellen stammt, sondern auch dein Knäckebrot?

Frankreich macht ernst – Deutschland wartet noch ab

Frankreich hat bereits reagiert: Ein Anti-Fast-Fashion-Gesetz ist in Planung, das unter anderem Werbung für Billigmode verbieten und Qualität mit Öko-Abgaben belasten soll. Ziel: Die Umweltsünden und Arbeitsplatzverluste durch Anbieter wie Shein und Temu einzudämmen.

Und was macht die EU? Die plant eine neue Ökodesign-Richtlinie – irgendwann. Auch von Paketgebühren und der Abschaffung der Zollfreigrenze ist die Rede. Doch während man in Brüssel noch redet, liefern Temu und Co. täglich Millionen zollfreie Pakete nach Europa.

Warum Temus Expansion ein echtes Risiko für Verbraucher ist

Die Idee, Lebensmittel aus einer App zu bestellen, klingt praktisch. Doch:

  • Sicherheitsstandards bei Temu? Oft unklar oder nicht vorhanden.
  • Kennzeichnungspflicht? Lückenhaft, gerade bei Nahrung aus Drittländern.
  • Verbraucherschutz? Kaum durchsetzbar – der Anbieter sitzt in China.
  • Rückruf- oder Reklamationsmöglichkeiten? Viel Glück.

Zudem schafft Temu – ähnlich wie Shein – mit seinem Geschäftsmodell einen Preis-Druck, dem europäische Händler kaum standhalten können. Kleine Marken, die nachhaltig produzieren, werden an den Rand gedrängt – nicht weil sie schlechter sind, sondern weil sie teurer sein müssen.

Und wie sieht’s in Deutschland aus?

Der deutsche Onlinehandel steht bereits massiv unter Druck. Otto baut Personal ab, Zalando schluckt Konkurrenten – während Temu & Co. die Marktanteile stehlen. Allein im Modebereich landen 14 % der Onlinebestellungen mittlerweile bei asiatischen Plattformen. Bei Modeschmuck sind es über 28 %.

Wenn Temu jetzt auch noch im Lebensmittelbereich Fuß fasst, wird das nicht nur ein Problem für die lokalen Händler – sondern auch für unsere Kontrolle über das, was wir essen.

Fazit: Ein Preis, der zu billig ist, kostet uns mehr, als wir denken

Ob Ramsch-T-Shirt oder Fruchtgummi: Temu lockt mit Preisen, bei denen man gar nicht nicht klicken will. Doch der wahre Preis liegt oft anderswo – bei den Arbeitsbedingungen, der Umwelt, der Transparenz und letztlich auch beim Vertrauen in den eigenen Konsum.

Temu im Lebensmittelregal? Das ist mehr als nur ein neues Geschäftsfeld. Es ist ein Test für unsere Standards. Und wer den Test nicht besteht, ist am Ende nicht Temu – sondern wir.

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