Wenn man als Kind der 90er SimCity 2000 auf dem Familien-PC spielte, dann weiß man, wie es sich anfühlt, wenn man nachts um halb zwei plötzlich einen Tornado über den Industriebezirk jagen lässt. Pure Macht. Reine Nostalgie. Und jetzt, Jahre später, schleichen sich dieselben Gefühle zurück – in der Straßenbahn, auf der Couch, im Wartezimmer – dank Pocket City 2 von Codebrew Games.

Doch ist das hier nur Retro-Romantik in 3D? Oder steckt mehr dahinter?

Vom Pixel-Traum zur 3D-Sandbox: Was ist Pocket City 2?

Pocket City 2 ist der Nachfolger eines der beliebtesten Städtebauspiele fürs Smartphone. Entwickelt wurde es vom kanadischen Solo-Entwickler Bobby Li aka Codebrew Games – eine klassische One-Man-Show, die zeigt, dass Herzblut mehr wiegt als Budget. Das Genre? Ganz klar: Aufbau-Strategie, Wirtschaftssimulation – oder, wie man in Berlin-Neukölln sagt: „Urban Zen mit Verkehrsproblemen“.

Dein Ziel als Bürgermeister: eine funktionierende, florierende und möglichst hübsche Stadt zu bauen. Dafür legst du Zonen an, errichtest Gebäude, kümmerst dich um Verkehrsflüsse, steigerst die Lebensqualität deiner Bürger:innen – und überstehst Naturkatastrophen und politische Umfragen. Das klingt vertraut? Ja. Aber hier kommt der Twist: Du steuerst einen eigenen Avatar in 3D durch deine Stadt. Du wohnst in deinem Haus. Du gehst zu Fuß zur nächsten Blockparty. Pocket City 2 bricht damit eine alte Genre-Regel: der Bürgermeister bleibt nicht im Büro, er lebt in seiner Stadt.

Spieler loben – und kritisieren: Was sagt die Community?

Alexander Jäger bringt’s in seiner Rezension vom 27. Oktober 2024 auf den Punkt: „Der erste Teil war schon gut, aber das hier ist in seiner Spiel-Klasse mit Abstand das Beste im Play Store.“

Dem kann man zustimmen – solange man keine Steuereinnahmen im Rückwärtsgang hat. Ramona Stubbe (März 2025) berichtet frustriert von einem Bug, bei dem Einnahmen gleich wieder abgezogen werden. Und auch die grafische Präsentation stößt manchen auf: „Warum kein HD statt nur 3D?“ fragt sie.

Thomas Sens dagegen sieht den Vergleich zum Klassiker SimCity als Lob: „Ich muss nicht stupide ständig irgendwelche Materialien abbauen.“ Kein Free-to-Play-Farming-Grind, keine Wartezeiten, keine Rohstoff-Hölle. Nur Stadt, Planung und Spaß. Und genau da liegt ein zentraler Punkt:

Premium ohne Gier: Kein F2P, kein Bullshit

Pocket City 2 kostet Geld. Punkt. Kein In-App-Kauf, kein Battle Pass, kein „kauf dir mehr Strom für 4,99 €“. Alles, was du brauchst, schaltest du durchs Spielen frei. Es ist ein fast schon nostalgischer Monetarisierungsansatz – und damit ein kulturpolitisches Statement in einer Zeit, in der Games wie Clash of Clans oder SimCity BuildIt dich am liebsten direkt in die Kreditkarte beißen lassen.

Das Spiel läuft auf Android (unterstützt Play Pass) und iOS – jeweils offline und ohne Werbung. Der Koop-Modus bringt sogar ein echtes „Wir-bauen-das-zusammen“-Gefühl rein. Und ja, Multiplayer funktioniert reibungslos.

Ein Spiel wie eine Stadt: lebendig, komplex, nicht perfekt

Die Technik? Solide. Die Grafik? Charmant und funktional. Die Steuerung? Gut durchdacht, gerade im Querformat. Die Performance? Auch bei größeren Städten ordentlich, obwohl einige User auf älteren Geräten kleine Ruckler melden.

Das eigentliche Highlight ist jedoch die Tiefe: Megaprojekte, Forschung, Tageszeiten, NPC-Interaktionen, Events, Racing-Minispiele, Naturkatastrophen – es ist fast schon überambitioniert. Aber es funktioniert. Pocket City 2 ist wie Berlin: mal chaotisch, mal wunderschön, nie langweilig. Man könnte fast sagen: ein bisschen wie ein urbanes Elden Ring. Nur mit Steuersätzen statt Drachen.

Pocket City 2 ist kein Mobile Game. Es ist ein echtes Spiel.

Während viele Mobile Games aussehen wie Gacha-Klonen mit bunten Icons, wirkt Pocket City 2 fast unangenehm ernsthaft. Es ist leise, liebevoll und komplex. Und vielleicht deshalb ein Geheimtipp. Es wird nicht jedem gefallen – zu wenig Spektakel, keine globalen Ranglisten, kein tägliches Login-Geschenk. Aber wer Stadtplanung als Meditation sieht, wer Freude daran hat, langsam zu optimieren und nicht bloß zu konsumieren, der wird hier seine kleine Utopie finden.

Und wenn man dann nachts um halb zwei durch seine selbstgebaute Altstadt läuft, mit Neonreklamen und Musikfestival im Park, dann fühlt man’s wieder: das hier ist dein SimCity-Moment 2025.

Bewertung: 9 von 10 Parkbänken im Regen

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