„Wurde der Pool der Titanic immer noch mit Wasser befüllt – weil der Vertrag nicht abgelaufen ist?“
Klingt wie ein Reddit-Witz. War aber tatsächlich mal die Top-Antwort bei Google.
Jetzt, im Juli 2025, hat Google seine KI-Zusammenfassung korrigiert – doch der eigentliche Fehler liegt tiefer. Und es ist der gleiche, der uns auch schon bei Aschenputtel Erbsen, Wicken und Tonfiguren serviert hat.

Was bisher geschah: Ein Pool. Ein Schiff. Und ein kaputter Kontext

Es war einer dieser KI-Fails, die zu gut sind, um erfunden zu sein:
Fragt man Google im Juni 2025, ob der Pool der Titanic noch mit Wasser gefüllt ist, bekommt man sinngemäß die Antwort:
„Ja – weil der Vertrag zum Befüllen noch gültig ist.“

Diese absurde Erklärung stammte offensichtlich aus einem sarkastischen Reddit-Kommentar. Und wurde von der Google-KI als seriöse Information aufgegriffen. Die Pointe? Sie wurde einfach nicht erkannt. Kein Tonfall-Check. Keine Quelleinordnung. Kein Kontext. Nur stumpfes Abschreiben.

Juli 2025: Google merkt’s… endlich

Ein Monat später zeigt sich: Google hat reagiert. Fragt man jetzt dieselbe Frage, kommt eine neue Antwort:

  • Der Pool ist nicht funktional gefüllt.
  • Die Titanic liegt in 3.800 m Tiefe, unter immensem Druck.
  • Der Pool wurde zerdrückt, verrostet, mit Sediment und Ozeanschlamm gefüllt.
  • Es gibt keine „Poolstruktur“ mehr – nur einen von Meeresbakterien zerfressenen Wrackteil.

Also: alles korrekt. Fachlich, sachlich, nachvollziehbar.

Warum das trotzdem nicht reicht

Der Fehler war nicht die Antwort. Der Fehler war die Quelle.
So wie bei unserem Aschenputtel-Test, als Google behauptete, die Tauben hätten neben Linsen auch Erbsen, Wicken und Bohnen sortiert – basierend auf einer Bastelseite für Weihnachtsdeko.

Google hat ein Quellenproblem. Die KI greift auf Inhalte zu, die gut gerankt sind, aber nicht zwingend korrekt, nicht überprüft, nicht kontextualisiert. Und sie erkennt Ironie, Witz oder Satire nicht – auch wenn die Quelle „shittyaskscience“ heißt.

Das ist das wahre Risiko der KI-Zusammenfassungen:
Sie wirken offiziell, vertrauenswürdig und objektiv. Sind aber oft nichts weiter als algorithmisches Abschreiben.

Fazit: Weniger peinlich, aber noch lange nicht gut

Die Titanic-Antwort ist jetzt besser – ja. Aber wie lange dauert es, bis der nächste Fail kommt?
Ein Kochrezept mit Klebstoff? Ein Technik-Tipp von der Witzeseite? Ein Gesundheitshinweis aus einem Meme?

Wer der KI vertraut, ohne die Quelle zu prüfen, fährt auf dünnem Eis. Oder wie auf einem sinkenden Schiff.

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