30 GB für 14,99 €. So stand’s an der Supermarktkasse. Ein Prepaid-Angebot mit Allnet-Flat, Auslandstelefonie und sogar 5G. Keine Vertragsbindung, keine Grundgebühr, einfach reinstecken, starten und sparen. Soweit die Theorie.

In der Praxis: Zwei Apps, tausend Probleme – und die Erkenntnis, dass „günstig“ oft ein anderes Wort für „friss oder stirb“ ist.

MyLebara App: Der Zugang zur Freiheit – oder zur Frustration?

Die erste App, die du brauchst, nennt sich MyLebara. Sie soll das Herzstück deiner Tarifverwaltung sein. Guthaben aufladen, Datenverbrauch checken, Rechnungen ansehen, Support kontaktieren – alles über eine einzige App. Die Idee ist smart. Leider scheitert sie am wichtigsten Punkt: dem Login.

Dutzende Nutzer berichten seit Wochen, dass sie nicht mehr in die App reinkommen. Trotz korrekter E-Mail und Passwort. Die Fehlermeldung: „Login fehlgeschlagen“. Und das Beste? Über den Browser funktioniert’s – nur eben nicht in der App. Manchmal geht’s nur im WLAN, nicht über mobile Daten. Manchmal erkennt die App das eigene Land nicht mehr. Oder das System behauptet einfach, man sei kein Kunde.

Ein paar Zitate gefällig?

„Ein Stern ist noch zu viel.“
„Seit dem letzten Update tot.“
„Meine SIM wird nicht erkannt, mein Guthaben ist weg.“
„Support antwortet mit Textbausteinen.“
„Tarif gebucht, aber nichts passiert.“

Das alles ist kein Randphänomen. Über 500 Ein-Stern-Bewertungen sprechen eine klare Sprache. Und auch wenn über 1.200 Leute fünf Sterne vergeben haben – die aktuellen, detaillierten Berichte sind fast durchweg negativ.

Lebara SIM Aktivierung: Wenn schon der Einstieg scheitert

Und jetzt kommt der zweite Teil. Noch bevor du überhaupt die MyLebara App nutzen kannst, musst du deine SIM aktivieren. Das läuft über eine eigene App: „Lebara SIM Aktivierung“. Der Name klingt nüchtern – das Erlebnis ist dagegen absurd.

Die App verspricht, deine Karte in drei Minuten freizuschalten. Du brauchst nur deinen Ausweis und die SIM. Also los:

  • Kamera öffnen
  • Ausweis scannen
  • QR-Code einscannen (den es manchmal gar nicht gibt)
  • Gesichtserkennung starten

Und dann?

„Bitte näher kommen.“
„Jetzt weiter weg.“
Nichts passiert.
App stürzt ab.
Wiederholen.
Abbruch.

Ein Nutzer schreibt:

„Zum Glück musste ich sie nur einmal benutzen. Auf einem 8 Jahre alten Tablet lief sie. Auf allen anderen Geräten: Totalausfall.“

Ein anderer:

„Straßenname lässt sich nicht eingeben – enthält angeblich unzulässige Zeichen, die ich nicht mal löschen kann.“

Und dann kommt der beste Teil: Die App nimmt trotzdem deine Ausweisdaten auf, speichert Fotos, vielleicht sogar Videos – aber am Ende bist du nicht registriert. Willkommen im Zeitalter der digitalen Bürokratie!

Zwei Apps, kein Vertrauen

Was diese beiden Apps gemeinsam haben? Sie tun genau das nicht, was sie versprechen: Einfachheit. Komfort. Kontrolle. Die MyLebara App soll dich durch den Tarif führen – aber schmeißt dich regelmäßig raus. Die SIM Aktivierung soll der einfache Einstieg sein – aber führt viele direkt ins technische Nirvana.

Dabei geht es nicht um Design oder Funktionen. Es geht um Grundfunktionen, die nicht funktionieren. Login. Gesichtserkennung. QR-Scan. Tarifbuchung. Und was nützt dir ein Prepaid-Angebot ohne App, wenn du deine SIM nicht freischalten kannst?

Fazit: Du brauchst Geduld. Und Humor.

Natürlich ist das Angebot von Lebara auf dem Papier attraktiv. 30 GB für unter 15 Euro sind ein echter Preisbrecher. Aber der digitale Unterbau ist wackelig. Und wer keinen Nerv für App-Probleme, fehlerhafte Registrierungen und nicht erreichbare Hotlines hat, wird mit Lebara nicht glücklich.

Mein Tipp: Wenn du das Paket im Supermarkt siehst, nimm es ruhig mit – aber sei dir bewusst, dass der eigentliche Härtetest nicht im Tarif liegt, sondern in der App. Oder besser: in den zwei Apps.

Denn bei Lebara gilt: Nicht der Preis entscheidet – sondern dein Frusttoleranz-Level.

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