Du machst morgens dein Mailpostfach auf und da ist sie: Eine scheinbar offizielle Nachricht von „Hermes Einrichtungs Service“. Angeblich konnte dein Paket nicht zugestellt werden, weil die Adresse unvollständig war. Nur eine kleine Zollgebühr von 2,99 € sollst du zahlen, und schon wird die Lieferung innerhalb von zwei Tagen nachgeholt. Klingt erst mal harmlos, oder?

Wir hatten das Thema ja schon bei den Hermes-Betrugs-SMS – da fragten sich viele, woher die Täter überhaupt die Handynummern haben. Bei E-Mails ist das Spiel inzwischen fast Alltag, weil Spamfilter nicht immer alles abfangen. Genau deshalb lohnt es sich, einmal genau hinzusehen.

So sieht die Phishing-Mail aus

  • Absender: Angeblich „Hermes Einrichtungs Service“
  • Betreff: Irgendwas mit „Ihre Sendung verzögert sich“
  • Inhalt:
    • Hinweis auf unvollständige Lieferadresse
    • Aufforderung, eine Zollgebühr von 2,99 € zu zahlen
    • Verweis auf einen Liefertermin „2 Tage nach Abzug der Gebühr“
    • Buttons zum Bestätigen oder Ändern der Lieferadresse
    • Langes Impressum mit echten Firmenangaben

Auf den ersten Blick wirkt das glaubwürdig. Doch die Kriminellen spielen nur mit deinen Reflexen: Dringlichkeit, ein kleiner Betrag und die Angst, dass dein Paket sonst verschwindet.

Woran ich erkannt habe, dass es ein Betrug ist

  1. Die Mail will sofort Geld – Hermes fordert nie per E-Mail eine direkte Zahlung von Zollgebühren über Buttons.
  2. Fake-Sicherheit durch Impressum – Das echte Firmen-Impressum wird einfach kopiert. Das sagt nichts über die Echtheit der Mail aus.
  3. Unlogischer Ablauf – Zollgebühren laufen nicht über den Hermes Einrichtungs Service und schon gar nicht für eine „Nachlieferung“.
  4. Dringlichkeitstrick – Zwei Tage Frist sollen Panik erzeugen, damit du gar nicht erst nachdenkst.

So schützt du dich vor Phishing-Mails

  • Klicke keine Links und Buttons in der Mail an.
  • Prüfe die Sendungsnummer direkt auf der offiziellen Hermes-Website (selbst eintippen, nicht über den Link gehen).
  • Achte auf die Absenderadresse: Oft steckt hinter dem angeblichen Hermes-Absender eine kryptische Gmail- oder .ru-Adresse.
  • Sei misstrauisch bei kleinen Beträgen: 1,49 €, 2,99 € oder 3,50 € sind klassische Lockfallen, weil man sie „schnell mal eben“ zahlt.

Was tun, wenn du schon gezahlt hast?

  1. Sofort Bank oder Kreditkartenanbieter informieren
  2. Passwörter ändern, falls du irgendwo sensible Daten eingegeben hast
  3. Betrugsfall melden – z. B. bei der Polizei oder der Verbraucherzentrale

Fazit

Phishing-Mails wie diese sind leider nichts Neues. Gerade weil sie so „normal“ wirken, fallen viele darauf rein. Die Täter setzen auf Routine und Reflexe. Sei wachsam, prüfe lieber zweimal – und ignoriere die Links in solchen Mails.

Wenn du wissen willst, wie perfide die Täter inzwischen bei SMS-Betrugsversuchen von Hermes vorgehen, lies unbedingt auch unseren ausführlichen Beitrag dazu:
Achtung vor Betrugs-SMS von Hermes: So erkennst und vermeidest du gefälschte Zollgebühren-Nachrichten

So bleibst du auf dem Laufenden und schützt dich vor den fiesen Tricks.

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