Nintendo, du schaffst es immer wieder. Gerade wenn alle denken, dass die nächste Switch, ein Zelda-Remake oder ein neues Mario-Kracher-Level bevorsteht, drehst du den Spieß um – und präsentierst uns eine neue Produktreihe für Kinder. Aber stopp, es ist nicht einfach irgendein Spielzeug, sondern ein ganzes „My Mario“-Universum. Was steckt dahinter? Und wie viel Mario braucht die Welt eigentlich noch?
Mario für die Jüngsten – oder: Wie früh kann man eigentlich Fan werden?
Ab dem 26. August 2025 gibt’s in Japan Mario zum Greifen, Drehen und sogar Ziehen – wortwörtlich! Die neuen „My Mario“-Produkte sollen nämlich vor allem Kleinkinder und ihre Eltern ansprechen. Nintendo nennt das „gemeinsam Spaß haben“ und meint damit: Bunte Holzklötze, ein Pappbuch zum Herumdrehen von Marios Kopf und, natürlich, eine App für iOS, Android und die Switch. Ja, du hast richtig gelesen – schon das Krabbelkind darf Marios Mütze auf dem Bildschirm verbiegen, während Mama daneben sitzt und sich fragt, wie sie das Handy je wieder sauber kriegt.
Pro & Contra im Überblick:
| Pro | Contra |
|---|---|
| Hochwertige, sichere Materialien | Teurer Spaß: 3 Holzklötze für fast 20 Euro? |
| Amiibo-Funktion inklusive | Merchandise-Offensive statt echter Innovation |
| Niederschwelliger Einstieg in die Nintendo-Welt | Eltern können kaum noch entkommen (Kostenfalle?) |
| Gemeinsames Spielen fördert Bindung | Mario-Overkill – gibt’s denn gar kein Limit? |
Die App: „Zieh Mario am Gesicht!“ – Wirklich, Nintendo?
Klar, das kennt man: Babys und Kleinkinder greifen gern nach Gesichtern. Aber dass Nintendo daraus eine App macht, in der man Marios Gesicht in alle Richtungen ziehen und drehen kann – das ist dann doch ein bisschen seltsam. Klar, der Spaß ist kostenlos und läuft sogar auf älteren Handys. Aber irgendwie fühlt sich das Ganze weniger nach kreativem Spiel als nach einer sehr frühen Markengewöhnung an. Mario als pädagogisches Werkzeug? Na ja.
Holzklötze, Pappbuch, Stop-Motion-Videos: Marketing in Reinform
Auch abseits der App zeigt Nintendo, dass sie ihr Handwerk im Merchandising verstanden haben. Holzklötze mit Mario, Luigi & Co., ein Board-Book mit aufklappbaren Mario-Mündern und Stop-Motion-Videos, die (Zitat) „jeweils etwa eine Minute lang sind, damit Kleinkinder sie genießen können“. Es fehlt eigentlich nur noch die Mario-Windel. Man könnte sagen: Viel Lärm um wenig – oder eben ein cleverer Move, die nächste Generation möglichst früh ins Pilzkönigreich zu holen.
Internationaler Start – und dann?
Wer jetzt denkt, das alles bleibe in Japan, irrt: Ab 2026 rollt „My Mario“ auch international an. Für Nintendo natürlich eine sichere Bank: Die Marke ist omnipräsent, Eltern sind oft selbst Fans – und der Nachwuchs bekommt, was die Großen lieben. Aber: Muss wirklich jedes Kinderzimmer zum Mario-Museum werden? Die Frage ist erlaubt, und so mancher wird sich an die „gute alte Zeit“ erinnern, in der ein Plüsch-Yoshi gereicht hat.
Fazit: Nintendo – Genie oder Gier?
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Nintendo macht das, was sie am besten können. Sie verkaufen Kindheitserinnerungen – diesmal eben von Anfang an. Die Produkte sind durchdacht, sicherlich qualitativ hochwertig, und sie bieten Familien durchaus gemeinsame Erlebnisse. Aber ein bisschen kritisch darf man schon fragen: Wo bleibt der Mut zur echten Innovation? Und muss wirklich jedes Alter mit Mario zugeschüttet werden?


