Eine Messe-App soll Orientierung geben, Tickets bündeln, Programme sichtbar machen und Networking erleichtern. Eigentlich. Doch wer in die App-Stores schaut, sieht ein anderes Bild: Die meisten großen deutschen Messen scheitern bei genau dieser Aufgabe. Die Bewertungen sind miserabel, die Kritikpunkte wiederholen sich.
Ein Stern für die großen Namen
Die Liste ist lang und prominent:
- IFA Berlin 2025: 1,4–1,5 Sterne. Hauptkritik: Zwang zur Anmeldung, Karten mit wenig Mehrwert. Hierzu: IFA-App 2025 – wieder ein Reinfall?
- gamescom biz Community: 1,4 Sterne bei über 200 Reviews. Probleme beim Login, Tickets lassen sich nicht einbinden, Networking-Tools unbrauchbar.
- IAA Mobility: 1,7 Sterne. Nutzer berichten von chaotischen Plänen, fehlerhaften Ticketfunktionen und verwirrender Bedienung.
- DMEXCO: 1,8 Sterne. Trotz großer Funktionsliste (Agenda, Networking, Hallenpläne) hagelt es Beschwerden über Usability.
- Leipziger Buchmesse: 2,1 Sterne. Besser, aber weit von einem positiven Gesamteindruck entfernt.
Fast überall die gleichen Schwächen: komplizierte Registrierung, langsame oder fehlerhafte Navigation, zu viele Klicks für Basisinfos. Genau das, was Besucher in der stressigen Messeumgebung am wenigsten brauchen.
Vergleich: Die bauma zeigt, dass es geht
Ganz anders die bauma-App der Messe München. Mit 4,5 Sternen bei mehr als 600 Rezensionen ist sie eine Seltenheit im App-Store-Universum der deutschen Leitmessen. Und das ist kein Zufall.
Die bauma ist flächenmäßig die größte Messe der Welt mit über 600.000 Besuchern und hunderten Aussteller. Ohne funktionierende digitale Orientierungshilfe würde schnell Chaos entstehen. Entsprechend hat man bei der App nicht gespart:
- Interaktive Hallen- und Geländepläne mit zuverlässiger Navigation.
- Exhibitor-Listen mit Favoritenfunktion, auch für spezielle Bereiche wie „bauma mining“ oder Startups.
- Intelligenter Tagesplaner mit optimaler Routenplanung.
- Ticket-Integration direkt in der App.
- Virtuelle Messe-Tasche, in der Broschüren und Infos gespeichert werden können.
- Alle Basisinfos wie Öffnungszeiten und Servicepunkte an einer Stelle.
Die App wirkt nicht wie ein „Add-on“, sondern wie ein konsequenter Teil der Messeplanung. Besucher können schon vorab ihre Agenda zusammenstellen, auf dem Gelände stressfrei navigieren und im Nachhinein Material digital mitnehmen.
Warum lernen andere nicht?
Die Frage bleibt: Warum gelingt es einer Messe wie der bauma, eine robuste App zu entwickeln, während IFA, gamescom oder IAA Jahr für Jahr an denselben Problemen scheitern? Liegt es am Budget, am Dienstleister oder schlicht am fehlenden Fokus auf Usability?
Fazit
Das App-Problem der deutschen Messen ist real. Ob IFA, gamescom oder IAA – ihre Anwendungen schaffen es nicht, das Besuchserlebnis zu erleichtern. Stattdessen verstärken sie Frust. Die bauma beweist, dass es auch anders geht: durchdacht, getestet und konsequent auf die Bedürfnisse der Nutzer ausgerichtet.
Wenn deutsche Leitmessen ihre digitale Begleitung ernst nehmen wollen, sollten sie genau dorthin schauen – und endlich von der bauma lernen.




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