Kennt ihr das Gefühl? Man öffnet das Spiel, ein neues Banner ploppt auf und sofort kribbelt es in den Fingern. Neues Artwork, große Namen, „Holy“ im Titel – klar, das muss doch stark sein! Genau das dachte ich auch, als die Heilige Dao Chan angekündigt wurde. Doch bevor ich Hals über Kopf meine Währung verpulvere, habe ich mir die Zeit genommen, ihre Skills und ihr Potenzial genau unter die Lupe zu nehmen. Und ich sag’s gleich vorneweg: es lohnt sich, zwei Mal hinzuschauen.
Erste Eindrücke: Glanzvolle Fassade, wackelige Basis
Dao Chan ist keine Unbekannte. Wer schon länger dabei ist, weiß, wie mächtig ihre Charme-Fähigkeit sein kann. Gegner außer Gefecht setzen, den Spielfluss stören – das war immer ihre große Stärke. In der neuen „heiligen“ Version klingt vieles zunächst vertraut, wird aber mit einem frischen Dreh verpackt. Vor allem der Moon Cycle-Mechanismus fällt ins Auge: Sie koppelt sich mit dem stärksten Verbündeten, teilt Werte, Wut und sogar Buffs. Stirbt einer der beiden, übernimmt der andere die Reste, heilt sich und legt nach. Klingt auf dem Papier nach einem perfekten Duo, das kaum kleinzukriegen ist.
Doch wenn man tiefer reingeht, merkt man: Viele Versprechen haben Haken.
Ihre Skills im Detail
- Basic Attack: Chance auf „Gnade“-Stacks, die gegnerischen Schaden senken. Maximal fünf Stacks – das klingt stark, ist aber im Kampf schwer stabil aufzubauen.
- AoE-Angriff: Trifft gleich drei Gegner, dazu 30 % Chance auf Charme. Praktisch, wenn’s procct, aber eben RNG-abhängig.
- Talente und Passives:
- „Moon Cycle“ verbindet sie mit einem Verbündeten, Werte und Rage werden geteilt. Stirbt einer, profitiert der andere enorm.
- Während der Gegner verzaubert ist, kassiert er zusätzlich 20 % mehr Schaden.
- „Gnade“-Stacks verlängern Debuffs und mischen die Zugreihenfolge aller betroffenen Einheiten.
Und genau bei letzterem reißt bei mir der Faden.
Das Problem mit der Zugreihenfolge
Wer Teams baut, weiß: Reihenfolge ist König. Man setzt den Rage-Generator zuerst, den Damage Dealer danach, Heiler oder Support strategisch dazwischen. Dao Chan dreht diese Logik einfach durch den Fleischwolf. Zufällige Reihenfolgen? Klar, das klingt im ersten Moment nach Chaos beim Gegner – aber es trifft eben auch die eigene Truppe. Und das ist in einem Spiel, das auf Planbarkeit setzt, ein echter Bumerang.
Ab wann wird sie interessant?
Richtig spannend wird Dao Chan erst ab Hero Soul 3. Erst dort entfaltet sie ihr Potenzial, Buffs und Rage richtig auszutauschen. Doch bis dahin heißt es: zig Kopien sammeln. Für Free-to-Play-Spieler praktisch ausgeschlossen, für moderate Spender ein teures Glücksspiel. Wer wirklich nur begrenzte Ressourcen hat, ist hier schlicht falsch aufgehoben.
Mein persönliches Fazit
Ganz ehrlich: Ich skippe sie. So verlockend das Design auch ist, so nostalgisch ich an die alte Dao Chan zurückdenke – die Heilige Version fühlt sich wie ein teurer Lückenfüller an. Sie bringt nette Ideen (Moon Cycle, Charme-Konter), aber die Nachteile wie die zufällige Zugreihenfolge oder die einseitige Fokussierung auf einen einzigen Verbündeten wiegen für mich schwerer.
Und Hand aufs Herz: Wir wissen alle, dass bald noch größere Namen kommen. Zhao Yun und Guan Yu stehen schon in den Startlöchern – und die Chance, dass sie stärker und universeller sind, ist verdammt hoch.
Für wen lohnt sie sich trotzdem?
- Sammler, die jede neue Einheit wollen.
- Spieler mit dicken Geldbeuteln, die Hero Soul 3+ schnell erreichen können.
- Experimentierfreudige, die Spaß am Chaos haben und gern mit ungewöhnlichen Mechaniken rumspielen.
Alle anderen? Spart euch die Beschwörung.



