VPN – diese drei Buchstaben tauchen überall auf. Wer sicher surfen will, Netflix im Ausland schauen oder einfach anonym bleiben möchte, landet schnell bei einer der unzähligen Apps im Store. Millionenfach heruntergeladen, oft mit großem Versprechen: mehr Privatsphäre, mehr Schutz, mehr Freiheit.
Und dann stolpere ich über eine aktuelle Studie des Open Technology Fund. Die Autor:innen haben VPN-Apps durchleuchtet und kommen zu einem ziemlich ernüchternden Ergebnis: Viele Anbieter verschleiern ihre Eigentümer, nutzen unsichere Protokolle und geben sich transparenter, als sie sind.
Ein Beispiel: Manche Dienste setzen auf Shadowsocks, mit fest im Code eingebauten Passwörtern. Klingt harmlos, bedeutet aber: Wer das Passwort kennt, kann den ganzen Datenverkehr entschlüsseln. Von Anonymität bleibt da nicht viel.
Was die Studie noch aufgedeckt hat
Auch spannend: Mehrere Apps, die sich als unabhängig präsentieren, stammen in Wahrheit aus derselben Quelle. White-Label-VPNs nennt sich das. Heißt: anderer Name, gleiche Technik, gleiche Schwachstellen. Laut Studie betrifft das Apps, die zusammen auf über 700 Millionen Downloads kommen. Darunter bekannte Namen wie Turbo VPN oder VPN Proxy Master.
Da frage ich mich: Wenn so viele Menschen glauben, geschützt zu sein – ist das nicht gefährlich? Oder sind das Einzelfälle, die hier aufgeblasen werden?
Die Forscher:innen empfehlen bekannte Anbieter wie ProtonVPN oder Mullvad, die transparenter arbeiten. Aber auch da bleibt ein Restzweifel: Kann man einem Dienst, der mit Geld verdienen muss, wirklich hundertprozentig vertrauen?
Vielleicht ist das Ganze ein Widerspruch in sich. Sicherheit gegen Bezahlung – und trotzdem das Gefühl, dass jemand mithört. Einer der Autoren sagt dazu: „VPNs vermitteln oft nur ein falsches Sicherheitsgefühl.“
Ich selbst nutze übrigens gar kein VPN. Weder für Streaming noch fürs Surfen im Café. Vielleicht ist das naiv. Oder vielleicht auch ehrlicher, als sich hinter einer App zu verstecken, die am Ende doch nicht hält, was sie verspricht.
Was meinst du: Braucht man heute unbedingt ein VPN – oder ist es eher ein Placebo für unser schlechtes Bauchgefühl im Netz?



