Schon beim Auspacken merkt man: Teufel setzt auf ein schlichtes, aber solides Design. Das Ladecase ist kompakt, die Ohrhörer sitzen magnetisch gesichert darin. Im Lieferumfang sind gleich fünf verschiedene Silikonaufsätze dabei – praktisch, wenn man wie ich empfindliche Ohren hat. Die Einrichtung war überraschend schnell: Sobald das Case geöffnet wird, ploppt die Verbindungsmeldung dank Google Fast Pair auf dem Smartphone auf. Innerhalb von Sekunden ist alles gekoppelt, auch die Teufel-App wird direkt vorgeschlagen. Wer schon einmal ältere Bluetooth-In-Ears eingerichtet hat, weiß, dass das früher deutlich nerviger war.
Klangqualität im Alltag
Kommen wir zum Kernpunkt: dem Sound. Die AIRY TWS 2 liefern ein kräftiges Bassfundament, ohne dass die Mitten komplett verschluckt werden. Besonders bei Pop und Hip-Hop macht das Spaß – man spürt den Beat, ohne dass es dumpf wirkt. Bei Rock-Songs fallen mir allerdings die Höhen auf: Zischlaute und Becken können recht scharf klingen, das stört bei längerem Hören ein wenig. Über die App lässt sich der Equalizer zwar anpassen, aber eine feine Abstimmung wie bei teureren Modellen (z. B. Bose oder Sony) fehlt. Im Vergleich zu meinen älteren JBL Live Pro 2 klingen die Teufel etwas wärmer, aber eben auch weniger detailreich in den Höhen.

Noise Cancelling und Transparenzmodus
Das ANC ist solide, aber nicht überragend. In der Bahn werden tiefe Geräusche gut gedämpft, Gespräche oder Tastaturklackern am Arbeitsplatz bleiben hörbar. Wer absolute Ruhe erwartet, wird enttäuscht. Für mich reicht es aber, um mich beim Arbeiten oder Lesen weniger ablenken zu lassen. Der Transparenzmodus funktioniert zuverlässig: Beim Spaziergang kann ich Verkehr und Stimmen gut wahrnehmen, ohne die Hörer herausnehmen zu müssen. Allerdings neigt er bei Wind zu Störgeräuschen – ein typisches Problem, das man auch bei anderen Herstellern kennt.

Bedienung und App
Die Touchflächen reagieren zuverlässig, auch wenn man manchmal etwas zu fest tippt. Lautstärke, Titelwechsel oder ANC lassen sich direkt am Ohr steuern, das ist praktisch. Die App ergänzt das Ganze mit Equalizer und Akkuanzeige, ist aber recht minimalistisch. Manchmal hatte sie Schwierigkeiten, die Ohrhörer sofort zu erkennen. Für Gelegenheitsnutzer reicht das, wer gerne viel feintunen möchte, stößt an Grenzen.

Tragekomfort und Einsatz unterwegs
Mit den passenden Aufsätzen sitzen die AIRY TWS 2 stabil im Ohr. Beim Joggen im leichten Regen hielt alles bombenfest, dank IPX4 muss man sich um Schweiß oder Nieselregen keine Sorgen machen. Nach zwei bis drei Stunden merke ich aber, dass die Aufsätze stärker drücken – bei längeren Flügen oder Serienmarathons könnte das unangenehm werden. Im Vergleich zu Apples AirPods (3. Gen.) sind die Teufel fester im Ohr verankert, dafür weniger „vergessbar“ im Sitz.

Akkuleistung
Die angegebenen neun Stunden Spielzeit ohne ANC sind realistisch. Mit aktiviertem Noise Cancelling komme ich eher auf sechs Stunden, was immer noch ordentlich ist. Dank Schnellladen reichen zehn Minuten im Case für rund eine Stunde Musik – praktisch, wenn man vor dem nächsten Termin schnell noch nachlädt. Insgesamt liegt man mit den bis zu 42 Stunden Gesamtspielzeit (inklusive Case) absolut im grünen Bereich. Einziger Kritikpunkt: Mein rechter Hörer entlädt sich minimal schneller als der linke.

Stärken und Schwächen im Überblick
Die größten Pluspunkte sind für mich der kräftige Klang mit sattem Bass, die einfache Einrichtung und die lange Akkulaufzeit. Auch die Verarbeitung wirkt hochwertig, und für knapp 90 Euro bekommt man ein faires Gesamtpaket. Schwächen sehe ich beim ANC, das nicht mit Premium-Modellen mithalten kann, und bei den etwas spitzen Höhen. Auch die App ist eher Beiwerk als echter Mehrwert.

Fazit – für wen lohnt sich der Kauf?
Die Teufel AIRY TWS 2 sind starke Allrounder für alle, die im Alltag Musik, Podcasts oder Videos mit gutem Klang genießen wollen, ohne gleich 200 Euro oder mehr auszugeben. Pendler, Büroarbeiter oder Sportler im Freien profitieren von der Mischung aus ANC, Spritzwasserschutz und langer Akkulaufzeit. Wer allerdings Wert auf absolute Stille oder eine sehr feine Klangabstimmung legt, sollte eher zu höherpreisigen Modellen von Bose, Sony oder Sennheiser greifen. Für alle anderen gilt: Viel Sound fürs Geld – die AIRY TWS 2 sind ein zuverlässiger Begleiter, der kleine Schwächen mit viel Praxisnutzen wettmacht.



