Die Vorstellung des neuen iPhone 17 Anfang September 2025 war ein großes Event – wie jedes Jahr. Doch mal ehrlich: der Wow-Effekt ist inzwischen überschaubar. Bessere Kamera, mehr KI im Hintergrund, klar. Aber revolutionär? Eher nicht. Schon lange beschäftigt uns die Frage, was eigentlich nach dem Smartphone kommt – ob es das nächste große Gerät gibt, das unseren Alltag so prägen wird wie einst das iPhone.

Erste Experimente: Rabbit R1 und das KI-Phone

Wir hatten hier auf Check-App bereits kritisch über den Rabbit R1 berichtet – ein Handgerät, das mit Spracheingaben Apps ersetzen sollte (Follow-up zum Rabbit R1). Ernüchterndes Fazit: Zu früh, zu teuer, zu unausgereift.
Auch die Telekom hat mit ihrem KI-Phone für Aufsehen gesorgt (Revolution oder überflüssig?). Ein Smartphone ohne Apps (war es dann doch nicht), dafür mit einer allgegenwärtigen KI. Klingt spannend – aber ist es praktisch?

Blick über den Tellerrand – ein Essay

Wenn man sich fragt, was nach dem Smartphone kommt, muss man zunächst ehrlich sein: Die Geräte sind so tief in unseren Alltag eingebrannt, dass eine Ablösung nicht über Nacht geschehen wird. Selbst die größten Innovationen – vom iPhone 2007 bis zu heutigen Falt-Phones – brauchten Jahre, um sich durchzusetzen.

Doch die Grenzen der klassischen Bauform sind sichtbar. Displays können nicht größer werden, ohne unhandlich zu wirken, Akkus kaum leistungsfähiger, ohne schwer zu werden. Und so dreht sich die Branche seit einigen Jahren im Kreis: mehr Kameras, mehr Megapixel, mehr KI im Hintergrund. Der iPhone-17-Moment verdeutlicht das: Evolution, keine Revolution.

Die Zukunft wird also weniger in der Hosentasche stattfinden, sondern am Körper selbst. Wearables in Form von Brillen, Ringen, Pflastern oder sogar elektronischen Tattoos sind mehr als nur Gimmicks. Sie verlagern das Interface – weg vom ständigen Blick auf ein Glasdisplay, hin zu einem unsichtbaren, nahtlosen Begleiter. Conrad Gray beschreibt dieses Szenario als Befreiung von der permanenten Bildschirmfixierung (Humanity Redefined, 2025).

Doch genau darin liegt das Spannungsfeld: Wollen wir wirklich Geräte, die noch unsichtbarer, noch allgegenwärtiger sind? CEO Today spricht vom „Tod des Smartphones“ und feiert die Idee eines allgegenwärtigen KI-Assistenten (CEO Today, 2025). Aber wer entscheidet dann, wie viel Kontrolle wir behalten? Schon das KI-Phone der Telekom zeigt, dass weniger Apps auch weniger Wahlfreiheit bedeutet.

Forscher betonen die Chancen: medizinische Sensoren, die Krankheiten früh erkennen; smarte Brillen, die Sprache live übersetzen; Ringe, die Herzrhythmus oder Schlafdaten messen (ACS Axial, 2024; arXiv, 2025). Start-ups sehen den nächsten Massenmarkt. Aber ob es wirklich Brillen oder Clips sein werden – oder ein ganz neuer Formfaktor – ist offen.

Es spricht einiges dafür, dass wir in eine hybride Phase eintreten: Smartphones bleiben, doch sie treten in den Hintergrund. Der eigentliche Mehrwert entsteht an Brille, Ring oder vielleicht einem smarten Button am Revers. Die Frage ist nicht mehr, ob das Smartphone ersetzt wird, sondern wie stark wir bereit sind, uns auf Geräte einzulassen, die noch näher am Körper sind – und damit noch tiefer in unsere Privatsphäre greifen.

Fazit

Ob Rabbit, Telekom-KI-Phone oder die Visionen von Samsung, Meta und Apple: die Suche nach dem „nächsten großen Gerät“ läuft. Doch noch ist nichts da, was das Smartphone ablöst. Wahrscheinlich werden wir eine Übergangsphase sehen, in der Smart Glasses, Clips und Wearables neben dem Handy existieren – bis irgendwann wirklich ein neues „One more thing“ den Markt umkrempelt.

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