Für alles gibt’s heute eine App – vom Kassenzettel im Supermarkt bis zur Tankstelle um die Ecke. Und natürlich geht es dabei meist um eines: den besten Benzinpreis per App.

Ich beschäftige mich mit diesem Thema schon lange. Bereits 2015 habe ich über die damalige Spritradar-App geschrieben, die als eine der ersten den Preisvergleich über die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe nutzte. Zehn Jahre später hat sich die App-Landschaft verändert, das Ziel ist gleich geblieben – günstig tanken, ohne Umweg.

Passend dazu diskutiert die Politik aktuell eine Regelung, wonach Tankstellen ihre Preise künftig nur noch einmal pro Tag erhöhen dürfen. Hintergrund sind Untersuchungen des Bundeskartellamts, das teils über ein Dutzend Preisänderungen täglich registriert. Sollte das Gesetz kommen, könnte es das Geschäftsmodell vieler Preisvergleichs-Apps verändern – und die Frage stellen: Wie viel Mehrwert bieten sie eigentlich noch?

Viele Autofahrer verlassen sich inzwischen einfach auf Google Maps, um den günstigsten Preis in der Nähe zu finden – doch wie ich in einem früheren Beitrag gezeigt habe, sind diese Angaben oft ungenau. Die Daten stammen nicht von der staatlichen Markttransparenzstelle, sondern von freiwilligen Meldungen, und können um mehrere Cent abweichen. Wer also wirklich den besten Benzinpreis per App sucht, sollte sich auf spezialisierte Tankstellen- oder Preisvergleichs-Apps verlassen.

Wir werfen daher einen ersten Blick auf die Tankstellen-Apps der drei größten Anbieter: Aral, Shell und TotalEnergies – und darauf, wie sich neue Anbieter wie HEM mit Tiefpreisgarantie im digitalen Wettbewerb schlagen.

meinAral – Tanken, Laden und Sparen

Aral ist mit über 2.400 Stationen die größte Tankstellenmarke Deutschlands und bietet mit der meinAral-App einen zentralen digitalen Zugang zu Tank- und Ladeangeboten. Die App kombiniert Preisübersicht, PAYBACK-Integration und exklusive Coupons – im Kern also Service, Bonus und Bezahlung in einer Anwendung. Sie richtet sich an Vielfahrer, Alltagsnutzer und PAYBACK-Kunden, die ihre Tankstopps planen oder Prämienpunkte sammeln möchten.

Laut Store-Beschreibung ermöglicht die App,

  • aktuelle Kraftstoffpreise und Aral pulse-Ladesäulen zu finden,
  • Tankstellen nach Preis, Entfernung oder Service zu filtern,
  • PAYBACK-Coupons direkt zu aktivieren und einzulösen,
  • Lieblingsstationen in einer Watchlist zu speichern,
  • sich zu Waschanlagen, Bistro- und REWE-To-Go-Angeboten navigieren zu lassen.

Nutzerfeedback (Stichprobe, Oktober 2025):
Für diesen Beitrag wurden rund 1.000 aktuelle Google-Play-Bewertungen der App maschinell ausgewertet. Die Mehrzahl lobt Übersichtlichkeit, PAYBACK-Vorteile und das breite Serviceangebot. Wiederkehrende Kritikpunkte betreffen technische Stabilität und Funktionslücken: häufige Fehlermeldungen, nicht funktionierende Coupons, Karten ohne Straßendarstellung sowie fehlende Google-Wallet-Integration. Auch der Login-Prozess wird mehrfach als umständlich bezeichnet. Aral reagiert regelmäßig auf Rezensionen und verweist auf geplante Erweiterungen „in den nächsten Monaten“.

Im Fazit bleibt meinAral eine der funktionsreichsten markengebundenen Tank-Apps in Deutschland – mit klarem Mehrwert für PAYBACK-Nutzer, aber noch spürbaren Schwächen im Alltagseinsatz.

Services – TotalEnergies

Die französische Marke TotalEnergies betreibt in Deutschland rund 1.200 Tankstellen und ist damit eine der größten Netze nach Aral und Shell. Ihre App „Services – TotalEnergies“ soll Autofahrern helfen, Tankstellen zu finden, Angebote zu nutzen und Treuepunkte zu verwalten. Der Fokus liegt stärker auf Navigation und Standortsuche als auf digitaler Bezahlung.

Funktionen laut Store:

  • Stationsfinder mit Filteroptionen (Kraftstoffart, Autowäsche, Serviceangebote)
  • Direkte Navigation über Google Maps oder Waze
  • Anzeige lokaler Angebote und Aktionen im Bereich „Meine Services+“
  • Integration des „Total Club Benelux“-Programms für Reisen ins Ausland
  • Bewertungsfunktion für Tankstellen

Nutzerfeedback (Stichprobe, Oktober 2025):
In einer Auswertung von rund 1.000 Google-Play-Bewertungen zeigt sich ein deutlich kritisches Bild. Die App kommt nur auf 2,5 Sterne bei über 1 Million Downloads. Häufig bemängelt werden Übersetzungsfehler („Bahnhof“ statt „Tankstelle“), langsame Ladezeiten und unklare Benutzerführung. Viele Nutzer berichten, dass die Karte keine Preise anzeigt oder QR-Codes an Ladesäulen nicht funktionieren. Auch die Aufteilung in verschiedene App-Versionen („Europe“ vs. „normal“) sorgt für Verwirrung. Die Kommunikation des Supports wirkt distanziert – teils antwortet das französische Entwicklerteam automatisch auf Deutsch-Englisch-Mischsprache.

TotalEnergies aktualisiert die App regelmäßig, doch Verbesserungen sind laut Nutzerstimmen kaum spürbar. Viele Rezensionen fordern eine vollständige Neuentwicklung.

Im Fazit ist „Services – TotalEnergies“ funktional schwächer als die Konkurrenz: Die App erfüllt Basiszwecke wie Stationssuche und Angebotsanzeige, wirkt aber technisch und sprachlich unreif. Für Gelegenheitsnutzer ausreichend, für Vielfahrer jedoch keine echte Empfehlung.

Fazit: Die beste Tankstellen-App – gibt es sie schon?

Wer den günstigsten Benzinpreis sucht, findet in den Apps der großen Anbieter solide, aber sehr unterschiedliche Ansätze. Aral bietet mit meinAral den größten Funktionsumfang und die professionellste Umsetzung: Preisübersicht, PAYBACK-Integration, digitale Bezahlung und regelmäßige Updates machen die App zum Maßstab im Markenvergleich – auch wenn Stabilität und Login-Prozess weiter Nachholbedarf haben.

Shell setzt auf Kundenbindung über das ClubSmart-Programm und punktet mit SmartPay direkt an der Zapfsäule. Nutzer loben die einfache Bezahlung, kritisieren aber häufig Serverfehler und Anmeldeprobleme. Das Gesamtpaket wirkt ambitioniert, aber technisch anfällig.

TotalEnergies liegt klar zurück. Die App ist eher ein klassischer Stationsfinder mit unübersichtlicher Oberfläche, Übersetzungsfehlern und schwacher Nutzerführung. Für reine Preisorientierung bietet sie kaum Mehrwert.

Und dann ist da noch HEM: Die App ist vergleichsweise neu am Markt und verfolgt mit ihrer Tiefpreisgarantie einen interessanten Ansatz, um sich von den großen Marken abzuheben. Einige Nutzer berichten noch von kleineren technischen Hürden oder eingeschränkter Kombinierbarkeit der Funktionen, insgesamt zeigt sich jedoch, dass die App konsequent auf Kundenvorteile ausgerichtet ist und das Potenzial hat, sich im Wettbewerb weiter zu etablieren.

Unser Eindruck:
Die „beste Tankstellen-App“ im Sinne von Preisvergleich, Komfort und Transparenz existiert noch nicht. Aral ist derzeit am nächsten dran, Shell punktet beim Bonusprogramm, TotalEnergies bleibt deutlich zurück.

Das Thema bleibt spannend – gerade mit Blick auf mögliche gesetzliche Preisbegrenzungen und den Übergang zu E-Mobilität. Wir werden die Entwicklung weiter verfolgen, denn der Nutzen solcher Apps scheint bislang etwas geringer als bei vielen Supermarkt- oder Bonusprogrammen. Der Wettbewerb um die digitale Zapfsäule läuft.

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