HoYoverse, das Studio hinter den globalen Erfolgen Genshin Impact und Honkai: Star Rail, hat ein neues Spiel vorgestellt – und diesmal geht es nicht um Kämpfe, sondern um Kuschelfaktor. Petit Planet heißt das Projekt, das sich derzeit in einer geschlossenen „Coziness Test“-Phase befindet.

Während Genshin die Welt rettet, lässt Petit Planet sie wachsen. Wörtlich. Statt Monster zu besiegen, gießt man Pflanzen. Statt Artefakte zu farmen, sammelt man Plüschkäfer. Und statt hochkomplexer Builds geht es hier um Teezeremonien, Freundschaften und das leise Summen eines sich entwickelnden Ökosystems.

Ankunft im Kosmos

„Oh mein Gott, ist das süß!“ – so ziemlich jeder Creator reagierte ähnlich in den ersten Minuten. Der Einstieg beginnt mit einer Zwischensequenz: Im weiten Sternenmeer treiben kleine Planeten, alle unbewohnt, alle bereit für ein neues Leben. Dann landet man auf „seinem“ Himmelskörper, begleitet vom freundlichen LumiCo-Team, einer Art interstellarem Terraforming-Unternehmen, das dich in das Projekt „Nurture a Planet Initiative“ einführt.

Die Spielfigur kann frei gestaltet werden – Hauttöne, Augenfarben, Frisuren, Outfits. Die Auswahl ist in der Beta begrenzt, doch die Reaktionen sind eindeutig: liebevoll animiert, charmant, bunt. Statt Geschlecht wählt man einfach, was gefällt.

Das Herz des Spiels: Die Luca-Seed

Im Zentrum von Petit Planet steht eine Pflanze – die Luca-Seed. Sie wird in den Boden gepflanzt, wächst mit jeder Aufgabe, die du erledigst, und lässt den Planeten buchstäblich erblühen. Wenn du Blumen sammelst, Tiere fütterst oder Fische fängst, füllt sich dein „Luca-Glas“. Gießt du die Pflanze, dehnt sich die Welt aus: neue Lebensräume, Meere, Berge, später Wüsten und Canyons.

Es ist eine simple, aber clevere Mechanik – Wachstum als sichtbarer Fortschritt. Jeder kleine Erfolg verändert die Umgebung, und damit auch die Stimmung.

Von Pilzsuppe bis Plankton

Der erste Spieltag ist noch Tutorial, aber kein trockener. Du lernst, Früchte zu schütteln, Insekten zu fangen, Fischarten zu registrieren und Tee zu kochen – natürlich gemeinsam mit den Charakteren Mo, Glenn und Sass. Der Ton ist warm, verspielt, voller Anspielungen: Als Fanta ihr erstes Haus bekommt, fragt sie ängstlich, ob das „einen Kredit beinhaltet“. Antwort: „Nein, hier gibt’s keine Schulden.“ – eine glasklare Spitze Richtung Animal Crossing.

Auch das Kochen spielt früh eine Rolle: Zwei Pilze ergeben eine aromatische Suppe, Tomaten wachsen wild, und bald lädt das Team zum ersten gemeinsamen Abendessen ein. Dabei lernt man, dass „Leben“ auf dem Planeten mehr bedeutet als nur Deko – es ist sozialer Zusammenhalt.

Die Nachbarn ziehen ein

Nach wenigen Stunden kommt Besuch: Yungo (oder Younguo, die Schreibweise ist noch variabel), eine scheue Farmerin mit Strohhut, die „zum ersten Mal allein unterwegs“ ist. Sie bittet um Rat – und bleibt. Wortwörtlich. Denn du darfst entscheiden, wo sie ihr Haus baut.

Hier entfaltet Petit Planet seinen zweiten großen Reiz: Beziehungen. Jeder Charakter hat Vorlieben, Eigenheiten, Lieblingsfarben, sogar kleine Lebensphilosophien. Über das „StarCove“-System kannst du Geschenke machen, Gespräche führen und Bindungen aufbauen. Je enger das Verhältnis, desto mehr schaltest du frei – neue Quests, Dekorationen, Kleidung, Rezepte.

Wir treffen Dorfbewohner, die nicht nur Phrasen wiederholen. Jeder hat eine kleine Geschichte, echte Persönlichkeit.

Von der Wiese ans Meer

Nach einigen In-Game-Tagen dehnt sich der Planet weiter aus – und plötzlich rauscht Wasser. Das Meer ist da. Wellen, Sand, Korallen. Das Meer – einfach wow!

Am Strand warten neue Aufgaben: Krabben fangen (viele nennen ihren ersten „Herbert“), Seeigel sammeln, Muscheln aufsammeln. Es gibt sogar eine Forschungsstation mit einem neuen Charakter – Moors, der Zoologe. Er lässt dich Fische und Insekten im „EcoTank“ ausstellen, was sehr an das Museum aus Animal Crossing erinnert, aber mit wissenschaftlichem Touch.

Und auch hier beweist HoYoverse Humor: Als Moors von seiner Arbeit spricht, sagt er entschuldigend: „Mein Mondkrabbe hat den Tank zerstört.“ – ein Moment zwischen Slapstick und Charme.

Multiplayer: Vom Planeten in die Galaxis

Dann kommt der große Aha-Moment: Petit Planet ist kein Einzelspieler-Spiel. Der Multiplayer-Modus führt dich auf den „Galactic Bazaar“, eine gemeinsame Raumstation, wo du andere Spieler triffst. Dort kann man chatten, tanzen, Instrumente spielen, Minispiele meistern oder sich einfach an den Cafétisch setzen und Tee bestellen – mit Wahl von Temperatur und Zuckergehalt.

Was auffällt: Der Multiplayer ist nicht hektisch, sondern charmant. Es geht nicht um Punkte, sondern um Momente. Spieler laufen barfuß über Plattformen, tanzen auf Bühnen, halten Hände, schauen gemeinsam auf den Sternenhimmel.

HoYoverse nennt das „Star Sea Connection“ – und es funktioniert: Es fühlt sich sozial, aber nicht aufdringlich an. Wie eine Mischung aus Animal Crossing Online und Sky: Children of the Light.

Dekoration, Crafting und Ökologie

Zurück auf dem Planeten lassen sich Möbel bauen, Wände streichen und Accessoires craften. Dafür brauchst du Materialien aus Flora und Fauna. Der „DIY-Bench“ erlaubt es, aus Blüten, Muscheln oder Holz neue Items zu basteln – von Teppichen bis zu Lampen.

Besonders gelungen ist das ökologische System: Alles, was du tust, verändert das Gleichgewicht des Planeten. Fängst du zu viele Fische, reagiert die Umwelt. Pflanzt du neue Arten, verändert sich das Klima. Noch ist das in der Beta oberflächlich, aber die Mechanik deutet auf mehr Tiefe hin.

Was noch fehlt

So viel Lob – doch die Tester haben auch Kritik:

  • Zu viel Text: Die Dialoge sind charmant, aber lang. Die Spieler wollen gießen, nicht lesen.
  • Begrenzte Anpassung: Nur wenige Frisuren, Hautfarben und Outfits. Hier muss mehr kommen.
  • Tutorial-Zug: Die Einführung zieht sich über Stunden, bevor man wirklich frei spielen kann.

Dennoch sind sich alle einig: Das Grundkonzept ist stark. Es ist weniger Grind, mehr Seele.

Atmosphäre: Zwischen Studio Ghibli und Stardew Valley

Grafisch ist Petit Planet erstaunlich ausgereift. Der Stil erinnert an Aquarell-Animationen, die Farbpalette ist sanft und warm, alles wirkt handgemalt. Kleine Details wie schwebende Teeblätter, Glühwürmchen bei Nacht oder das Geräusch von Regen auf Holz machen den Unterschied.

Die Musik setzt auf sanfte Klavier- und Flötenklänge, unaufdringlich, aber emotional. HoYoverse nutzt hier seine audiovisuelle Stärke, um ein Universum zu schaffen, das nicht episch, sondern heilsam wirkt.

Spielgefühl: Animal Crossing trifft Genshin-Qualität

Die Parallelen zu Animal Crossing sind offensichtlich – Häuserbau, Nachbarschaften, Sammelmechaniken. Doch Petit Planet will mehr: ein Gefühl von Kosmos, Fortschritt und Symbolik. Das „Luca-System“ als Metapher für das Leben ist eine elegante Idee, und die Mischung aus Singleplayer-Aufbau und Social-Space-Elementen könnte den Cozy-Genre-Horizont erweitern.

Anders gesagt: Animal Crossing bleibt im Dorf. Petit Planet fliegt ins All.

Ausblick

HoYoverse selbst schweigt über den Release-Termin. Die „Coziness Test“-Phase läuft noch, weitere Tests sind angekündigt. Es gilt als wahrscheinlich, dass Petit Planet für PC und Mobile erscheint, eventuell später auch für Konsolen.

Was sicher ist: Der Markt für „Cozy Games“ boomt – und Petit Planet könnte mit seinem Detailgrad und der typischen HoYo-Produktionstiefe das Subgenre neu definieren.

Denn dieses Spiel macht etwas, was viele vergessen haben: Es erinnert daran, dass Wachsen nicht immer schneller, größer, stärker heißen muss – sondern einfach schöner.

Fazit in einem Satz:
Petit Planet ist kein Nebenprojekt, sondern ein Statement: HoYoverse kann auch leise – und das erstaunlich gut.

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