Ein Blick ins eigene Postfach reicht: Viele TARGOBANK-Kunden habenim Oktober ein Schreiben erhalten, das den Abschied vom mTAN-Verfahren zum 1. Dezember 2025 verkündet. Ein klarer Termin, sauber kommuniziert – zumindest auf dem Papier. In der Realität wurde die Abschaltung still in den „Lauf des Dezembers“ verschoben. Und das in einer Phase, in der die Bank ihren Kunden nur zwei Alternativen lässt: easyTAN in der App oder photoTAN mit zusätzlichem Lesegerät.
Das Problem: Genau diese Alternativen funktionieren bei vielen nicht. Die Reviews der letzten Wochen klingen wie ein einziges Warnsignal.
Der technische Stichtag wackelt – und die Gründe dafür liegen offen zutage
Dass die Bank am 1. Dezember nicht liefern konnte, dürfte kaum überraschen.
Der photoTAN-Generator, den Kunden ohne Smartphone zwingend brauchen, ist:
– teuer (ca. 25 Euro),
– oft nicht lieferbar,
– und nach Angaben einiger Nutzer seit Wochen „vergriffen“.
Kurz gesagt: Die Bank schafft ein altes Verfahren ab, kann aber das neue nicht flächendeckend bereitstellen.
Das ist ein klassischer Fehlstart – und genau deshalb ruderte man beim Datum zurück.
App-Zwang ohne stabile App – die größte Kritik der Nutzer
In den aktuellen 1-Stern- und 2-Stern-Bewertungen zeigt sich ein klares Muster:
Viele Kunden fühlen sich zu easyTAN gedrängt, obwohl die App bei ihnen nicht zuverlässig läuft.
Originalkritik aus den Reviews (sinngemäß):
– „Warum muss man für alles eine App haben? SMS-TAN hat wunderbar funktioniert.“
– „Ich soll easyTAN nutzen, aber die App funktioniert überhaupt nicht.“
– „Das Einrichten ist umständlich wie Sau.“
– „Seit Tagen kein Login möglich.“
– „Ich werde die Bank wechseln.“
Die Situation wirkt paradox:
Die Bank verlangt von ihren Kunden ein digitales TAN-Verfahren – doch der digitale Zugang ist für viele instabil oder gar nicht nutzbar.

Einrichtung von easyTAN: kompliziert, fehleranfällig und teils blockiert
Die Einrichtung selbst sorgt für zusätzlichen Frust.
Mehrere Nutzer berichten:
– wiederholte Passwortabfragen
– Freigaben, die nicht ankommen
– Abbrüche während der Registrierung
– ein App-Design, das eher erschwert als hilft
Wer am PC arbeitet, trifft zudem eine neue Hürde:
Online-Banking am Desktop funktioniert nur noch, wenn das Smartphone danebenliegt.
Für manche ist das okay – für viele schlicht keine Option.
photoTAN sollte die Lösung sein – ist aber selbst Teil des Problems
Die zweite Option neben der App ist der photoTAN-Generator.
Eigentlich ein solides Verfahren, wäre da nicht:
– die Verfügbarkeit
– der Preis
– und die technische Tücke
Mehrere Reviews beschreiben Probleme beim Scannen der Codes:
Beispielkritik:
„QR-Codes lassen sich kaum auslesen, das Gerät spinnt ständig.“
In Kombination mit der Lieferknappheit wirkt es so, als würde die Bank ihre Kunden in ein Verfahren drängen, das sie selbst nicht zuverlässig bedienen kann.
Drittanbieter-Cookies, App-Abstürze, fehlende Freiheiten – ein Blick in die Details
Besonders irritierend:
Einige Nutzer berichten, dass die App die Aktivierung von Drittanbieter-Cookies verlangt.
Für eine Banking-App wirkt das – vorsichtig formuliert – fragwürdig.
Weitere Kritikpunkte aus den Bewertungen:
– Abstürze während der TAN-Freigabe
– verzögerte Push-Mitteilungen
– Probleme bei älteren Geräten
– fehlende Rückwärtskompatibilität
– Abhängigkeit von Google Play Services (betroffen: Huawei-Nutzer)
Auch das passt nicht zu einer Phase, in der die Bank eigentlich Vertrauen bräuchte.
Die Folge: Kunden fühlen sich abgehängt – und manche ziehen Konsequenzen
Zahlreiche Reviews sprechen offen davon, die Bank zu verlassen, wenn sich die App nicht verbessert.
Das ist ein Alarmzeichen, denn der Umstieg auf easyTAN ist keine kleine Änderung – es betrifft jede Überweisung.
Viele Nutzer, besonders ältere, beklagen:
– den Verlust eines einfachen Verfahrens
– den Zwang zu Geräten, die sie nicht besitzen
– unzureichende Hilfestellung per Hotline
– mangelnde Erreichbarkeit des Supports
Die Stimmung? Gereizt. Man hat das Gefühl, dass etwas umgestellt wird, ohne dass die Infrastruktur steht.
Unser Fazit: Die mTAN-Abschaltung war nötig – der Umgang damit nicht
Ja, mTAN ist veraltet.
Ja, jede Bank muss auf sichere Verfahren umstellen.
Aber:
Die Art und Weise, wie die TARGOBANK diese Umstellung durchführt, ist ein Negativbeispiel dafür, wie man Kundenkommunikation und digitale Infrastruktur nicht planen sollte.
Statt eines gleitenden Übergangs erleben Kunden jetzt:
– App-Zwang trotz App-Problemen
– einen nicht lieferbaren TAN-Generator
– Terminverschiebungen
– technische Fehler
– keine nahtlose Alternative
Wer mTAN abschaltet, muss sofort funktionierende Alternativen bieten.
Genau das passiert hier nicht – und die Reviews zeigen deutlich, wie groß der Frust darüber ist.
Wir bleiben dran und beobachten, wie sich die Lage weiter entwickelt – und ob die Bank es schafft, das Vertrauen wiederherzustellen.
Lies auch: Solltest du ein Konto bei der TARGOBANK eröffnen? Unser Prüfbericht zur Mobile-Banking-App




Ein Kommentar
Ich bin eigentlich von der TARGO überzeugt: Allerdings die Zwangs-App ein Fehlschuß, welcher viele Kunden nicht gerade Freudensprünge bereitet. Am Laptop nicht verfügbar…… Eigentlich schade…….