Bevor wir über Apps, Features und Updates reden, kurz der Rahmen: Es geht hier ums Tanken. Benzin rein in den Tank, weiterfahren, vielleicht noch eine Bockwurst dazu, aber bitte nicht zuviel Senf. Es geht mir nicht ums Optimieren auf den letzten Cent, nicht um ständiges Preis-Tracking, sondern um die einfache Frage: Wo tanke ich, wenn ich gerade unterwegs bin – und fühlt sich der Preis fair an?
Das Foto oben ist genau so ein Moment. Landstraße, grauer Himmel, die Preistafel im Blick. Kein Großstadt-Wettbewerb, keine zehn Tankstellen im 500-Meter-Radius. Und trotzdem sieht man sofort: Die Preise liegen dicht beieinander, HEM ist hier sogar die günstigste im Umkreis. Da braucht es keine Garantie, keine Coupons, keine Spielchen. Man hält an, tankt, fährt weiter.
Und genau aus solchen Situationen heraus bewerte ich die HEM App inzwischen.
Feiertagsverkehr, irgendwann muss man halt tanken
Feiertagsverkehr ist kein idealer Testfall, aber ein ehrlicher. Mehr Autos, mehr Stop-and-go, höhere Preise. Ich bin trotzdem niemand, der für einen Cent Unterschied bewusst Umwege fährt. Das funktioniert vielleicht theoretisch, fühlt sich im Alltag aber selten sinnvoll an.
Ich war rund um Wismar unterwegs. Strecke lief, Tank wurde leer. Also runter von der Straße, HEM lag direkt auf der Route. Kein großes Nachdenken, kein Preisroulette. Und ja: Sie war ohnehin die günstigste Tankstelle in der Nähe. Tiefpreisgarantie schön und gut – gebraucht habe ich sie in dem Moment nicht.
Spannend wurde das Thema erst danach.
Die HEM App hat ihr größtes Problem jetzt gelöst
Kurz vor Weihnachten kam ein Update, das man nicht kleinreden sollte.
Die HEM App kann die Tiefpreisgarantie jetzt auch bei Bezahlung direkt in der App anwenden. Google Pay oder PayPal, zahlen an der Säule, kein Gang mehr zur Kasse. Parallel dazu wurde ein Routenplaner ergänzt, der günstige Tankstellen entlang einer Strecke anzeigt.
Genau dieses fehlende Zusammenspiel war der zentrale Kritikpunkt in unseren bisherigen Artikeln. Und genau deshalb lohnt sich jetzt ein neuer Blick.
Rückblick: Warum wir die App schon länger begleiten
Im Oktober hatten wir die HEM App erstmals eingeordnet – bewusst auf Basis von Nutzerbewertungen. Damals war das Fazit klar: gute Idee, saubere Oberfläche, aber ein konzeptioneller Bruch. Sparen bedeutete Kasse, bequem zahlen bedeutete Verzicht auf den Tiefpreis. Und damals gab es nur 10.000+ Downloads, wohl mit einer Tendenz zur nächsten Storeschwelle, mittlerweile steht der „grobe“ Zähler bei Google Play bei 50.000+ und es gab 500 neue Reviews.
Transparenzhinweis: Im Nachgang zur ersten Einordnung kam es zu einem fachlichen Austausch mit dem HEM-App-Team. Dabei ging es vor allem um die damalige Kritik, dass sich die Tiefpreisgarantie nicht mit der App-Bezahlung kombinieren ließ. Seitens HEM wurde transparent kommuniziert, dass diese Verknüpfung bereits geplant, zum damaligen Zeitpunkt aber noch nicht umgesetzt war. Der Austausch diente der Einordnung des Entwicklungsstands und ersetzte keine eigene Bewertung oder einen Praxistest.
Im Dezember folgte deshalb ein Praxistest. Ergänzend haben wir uns weiterhin Nutzerbewertungen angesehen, um das Bild einzuordnen. Im Alltag lief die App stabil, die angezeigten Preise stimmten mit der Preistafel überein, die Karte war klar und angenehm reduziert.
Der zentrale Knackpunkt blieb jedoch bestehen: Der wichtigste Vorteil der App ließ sich damals noch nicht vollständig nutzen, weil Tiefpreisgarantie und App-Bezahlung getrennte Wege gingen.
Einige der in den Reviews genannten Reibungspunkte – etwa rund um Registrierung, Bezahlprozesse oder Sonderfälle an der Zapfsäule – haben wir bewusst nicht vertieft. Dafür hätte man sich vollständig in das System begeben müssen. Genau dieser Schritt wird jetzt, nach dem aktuellen Update, erstmals wirklich interessant.
Warum ich trotzdem noch nicht registriert bin
Das ist kein Widerspruch, sondern Absicht.
Ich nutze viele Apps zunächst so, wie sie mir im Alltag begegnen: ohne Konto, ohne Zahlungsdaten, ohne Onboarding. Gerade bei Tank-Apps zeigt sich dabei schnell, wie reif ein Produkt wirklich ist.
Die HEM App funktioniert in diesem Modus erstaunlich gut. Ruhig, werbefrei, fokussiert. Erst mit dem aktuellen Update beginnt aber der Teil, der für mich als App-Tester wirklich interessant wird: Zahlung, Garantie, Route – alles greift ineinander. Und das testet man nicht zwischen Tür und Angel.
Wo die App aktuell steht
Die jüngsten Bewertungen zeigen genau das Bild, das man nach so einem Update erwartet (Schnitt ist weiterhin stabil 4,4 bei 766 Reviews). Viele bestätigen, dass Tiefpreis und App-Zahlung jetzt sauber zusammenlaufen. Andere berichten von Reibung: Registrierung hakt, Zahlung bricht ab, App friert an der Säule ein. Nichts Dramatisches, aber relevant.
Das ist die Phase, in der sich entscheidet, ob eine App im Alltag ankommt oder wieder gelöscht wird.
Download der App
Fazit: Günstig tanken ohne Zirkus – aber mit Verantwortung
Die HEM App ist inzwischen an einem Punkt, an dem sie zum realen Nutzungsverhalten passt. Tanken auf der Route, kein Bonusprogramm-Gewitter, kein Werbelärm. Dass ich unterwegs instinktiv bei HEM lande, ist kein App-Erfolg. Dass ich sie jetzt ernsthaft beobachte, schon.
Das Update war der richtige Schritt.
Jetzt zählt die Umsetzung im Alltag.
Und genau da schaue ich weiter hin.
Und vielleicht registriere ich mich auch noch, wenn der Tiefpreis lockt.
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