Der alternative iOS-App-Store von Setapp ist nach nur neun Monaten wieder verschwunden. Möglich wurde das Angebot erst durch den Digital Markets Act, der Apple in der EU zur Öffnung von iOS gezwungen hat. In der Praxis blieb Setapp Mobile aber ein Nischenprojekt. Die meisten iPhone-Nutzer sind nie damit in Berührung gekommen – zu umständlich die Installation, zu gering der wahrnehmbare Mehrwert gegenüber dem klassischen App Store von Apple.
Offiziell nennt Setapp keine konkreten Gründe, spricht aber von „komplexen und sich ständig ändernden Rahmenbedingungen“. Übersetzt heißt das: Apples Regeln sind zwar DMA-konform, aber wirtschaftlich schwer kalkulierbar. Gebühren wie die Core Technology Fee, zusätzliche Sicherheitsabfragen und ein abschreckender Installationsprozess machen es besonders für Abo-Modelle schwierig. Während finanzstarke Anbieter wie der Epic Games Store solche Risiken abfedern können, fehlte Setapp dieser Spielraum auf iOS.
Unterm Strich bestätigt das Aus, was sich schon 2024 abgezeichnet hat: Alternative App Stores sind auf dem iPhone eher Ergänzung als echte Alternative. Für die breite Masse ändert sich nichts, weil sie den offiziellen App Store ohnehin bevorzugt. Wer tiefer ins Thema einsteigen will, findet im Hintergrundartikel zur halbherzigen App-Store-Öffnung von Apple sowie im Überblick zu alternativen iOS-App-Stores in der EU die nötige Einordnung. Für Setapp selbst gilt: Auf dem Mac bleibt der Dienst stark – auf dem iPhone war der Markt schlicht zu klein.

