Wer den Dezember miterlebt hat, weiß: Das Thema ist nicht neu. Schon damals haben wir detailliert aufgearbeitet, warum die Abschaffung von mTAN bei der TARGOBANK weniger nach sauber geplanter Umstellung und mehr nach hektischem Reparaturbetrieb aussah. Terminverschiebungen, App-Probleme, Frust bei den Kunden – all das war keine Kleinigkeit, sondern ein Warnsignal.

Jetzt haben wir Ende Januar. Genug Abstand, um nüchtern draufzuschauen. Und genau das ist ernüchternd: Die Lage hat sich nicht grundlegend entspannt. Im Gegenteil. Erst jetzt wird deutlich, dass das neue TAN-System an entscheidenden Stellen strukturelle Schwächen hat.

Wir haben uns die aktuellen Bewertungen angesehen. Und wir halten inzwischen auch den photoTAN-Generator selbst in der Hand. Allerdings wie ein Relikt aus den Anfangszeiten des Online-Banking um 2000.

Der Rückblick ist wichtig, weil die Probleme nicht verschwunden sind

mTAN wurde abgeschafft, weil SMS als unsicher gelten. Das ist fachlich richtig. Stattdessen setzt die Bank auf easyTAN per App oder alternativ auf photoTAN mit Lesegerät. Auf dem Papier wirkt das zeitgemäß und konsequent.

In der Praxis zeigt sich jedoch: Viele der Kritikpunkte aus dem Dezember sind weiterhin aktuell. Login-Probleme, hängende Freigaben, verzögerte Push-Nachrichten. Das alles taucht auch im Januar 2026 noch regelmäßig in neuen Reviews auf.

Der Unterschied ist nur: Im Jahr 2025 konnte man von Kinderkrankheiten sprechen. Für 2026 ist sowas kein Übergang mehr, sondern Alltag.

easyTAN bleibt der Flaschenhals im System

easyTAN ist als zentrales TAN-Verfahren gesetzt. Genau dadurch wird die App zum Nadelöhr für alles andere. Wer am PC arbeitet, braucht das Smartphone zwingend daneben. Wer Probleme mit der App hat, steht sofort still.

Viele Nutzer berichten weiterhin, dass Überweisungen im Browser scheitern, obwohl der eigentliche Kontozugriff funktioniert. Nicht, weil sie etwas falsch machen, sondern weil die Freigabe nicht ankommt oder die App schlicht nicht mitspielt.

Das ist mehr als unbequem. Es betrifft die Kernfunktion eines Girokontos.

Der kritische Punkt, der oft übersehen wird: Bevollmächtigte

Ein aktuelles Review bringt das Problem ungewöhnlich klar auf den Punkt:

„App funktioniert seit Jahren nicht für Bevollmächtigte. Damit kann auch keine Überweisung über Browser erfolgen, da die easyTAN-App nicht installiert werden kann. Einzige Chance: Übertragung aller Werte zu funktionierender Bank.“

Das ist kein Sonderfall. Bevollmächtigte gehören zum Alltag: Partner, Angehörige, Betreuer, Vorsorge- und Nachlassregelungen. Wenn easyTAN in diesen Konstellationen nicht funktioniert, fällt nicht nur eine Komfortfunktion weg, sondern gleich der gesamte Online-Workflow.

Ohne easyTAN keine Freigabe.
Ohne Freigabe kein Browser-Banking.
Und ohne Browser-Banking bleibt praktisch nur Stillstand.

Was früher mit mTAN robust und flexibel lösbar war, ist jetzt an ein einzelnes technisches Konstrukt gebunden.

photoTAN als Ausweg – technisch machbar, praktisch ernüchternd

Offiziell ist der photoTAN-Generator die Alternative für alle, die keine App nutzen können oder wollen. Also haben wir ihn ausprobiert.

Das Gerät funktioniert. Aber es fühlt sich an, als wäre man zwanzig Jahre zurückversetzt. Kleines Display, träge Bedienung, umständliches Scannen. Dazu kommen zusätzliche Kosten und eine Verfügbarkeit, die nicht immer selbstverständlich ist.

Als gleichwertige Alternative zu easyTAN wirkt der Generator nicht. Eher wie eine Notlösung, um überhaupt wieder handlungsfähig zu sein. Gerade für Bevollmächtigte ist das kein Komfort, sondern Pflichtprogramm. Und dann kostet der Generator ja normalerweise auch was, zumindest das hat man sich gespart. Ein Dank dafür ist natürlich hier angebracht. Die Mitarbeiter haben es nicht so leicht sicher, aber naja.

Sicherheit darf nicht bedeuten, reale Nutzung zu ignorieren

Die Umstellung auf sichere TAN-Verfahren war notwendig. Daran gibt es keinen Zweifel. Problematisch ist die Konsequenz, mit der alles andere untergeordnet wurde.

Das aktuelle System setzt stillschweigend voraus, dass jede handelnde Person ein kompatibles Smartphone besitzt, Apps installieren kann und diese jederzeit stabil laufen. Für viele trifft das zu. Für viele eben auch nicht.

Eine flexible Fallback-Logik fehlt. Eine saubere Desktop-Alternative existiert faktisch nicht mehr. Und die Kommunikation der Bank greift zu kurz, wenn Betroffene erst dann merken, dass sie ein grundsätzliches Problem haben, wenn keine Überweisung mehr durchgeht.

Wenn Frust in Konsequenz umschlägt

Auffällig ist: In den neuen Bewertungen geht es weniger um Wut und mehr um Konsequenzen. Nutzer schreiben nicht mehr nur, dass sie genervt sind, sondern dass sie Konten verlagern und Banken wechseln.

Das ist der Punkt, an dem Kundenzufriedenheit kippt. Nicht wegen eines hässlichen App-Designs oder einer komplizierten Einrichtung, sondern weil grundlegende Funktionen nicht zuverlässig nutzbar sind.

Fazit Ende Januar 2026: Kein Ausrutscher, sondern ein Konstruktionsproblem

Der Dezember war kein einmaliger Fehlstart. Er war ein Vorgeschmack. Im Januar zeigt sich, dass easyTAN und photoTAN zwar sicher gedacht, aber unvollständig umgesetzt sind.

Besonders für Bevollmächtigte ist das aktuelle Setup ein echtes Ausschlusskriterium. Und der photoTAN-Generator wirkt eher wie eine Übergangslösung aus einer anderen Zeit als wie ein zukunftsfähiger Ersatz.

Wir bleiben dran. Nicht aus Lust am Verriss, sondern weil genau solche Details entscheiden, ob digitales Banking Vertrauen schafft – oder es dauerhaft verspielt.

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Ein Kommentar

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