Es gibt Spiele, die testet man. Und es gibt Spiele, die ziehen dich rein – so sehr, dass auf deinem Schreibtisch neue Gadgets liegen bleiben, weil du „nur noch schnell“ diese eine Grabkammer erkunden willst. Tomb Raider gehört für mich zur zweiten Kategorie.

Ich erinnere mich noch gut an die 90er. Venedig. Kühle Steinwände. Zwei Uzi. Ein strenger Zopf, der beim Sprint durch verfallene Paläste wippt. Das war 1997, Tomb Raider II. Seitdem ist Lara Croft für viele von uns mehr als eine Spielfigur. Sie ist ein Stück Gaming-Geschichte.

Und jetzt sitzt sie 2026 auf meinem iPhone 17.

Was das Spiel ist – Ursprung einer Ikone

Bei der aktuellen Mobile-Version handelt es sich um das Reboot von 2013 – die Origin-Story von Lara Croft. 21 Jahre alt, unerfahren, schiffbrüchig auf der mysteriösen Insel Yamatai. Kein abgeklärter Actionstar, sondern eine junge Frau, die lernen muss zu überleben.

Genre-technisch ist das klar ein Action-Adventure mit starkem Survival-Einschlag. Du erkundest offene Areale, löst Umwelt-Rätsel, schaltest Fähigkeiten frei, craftest Ausrüstung und kämpfst gegen Tiere, Söldner und fanatische Kultisten.

Das Hauptziel? Überleben. Und verstehen, was auf dieser Insel wirklich passiert.

Das Spiel kommt auf iOS (ab iOS/iPadOS 18) und Android (ab Android 13). Speicherbedarf: rund 12–13 GB. Realistisch solltest du eher das Doppelte frei haben. Das ist kein Snack für zwischendurch. Das ist ein Konsolenspiel im Taschenformat.

Multiplayer gibt es nicht. Und das ist gut so. Dieses Abenteuer ist intim. Du und Lara gegen die Insel.

Die ersten Stunden – Knochenhöhle, Raubtier, Pistole

Ich bin aktuell bei etwa zehn Prozent. Fünf Stunden Spielzeit. Und es wird immer intensiver.

Eine Szene bleibt hängen: Ich musste in eine Höhle voller Knochen, um einen Rucksack zu bergen. Dunkel. Eng. Geräusche aus dem Off. Dann greift ein riesiges Raubtier an. Kein Skript-Gefühl, sondern echte Panik. Als ich später endlich eine Pistole bekam, fühlte sich das nicht wie ein Loot-Upgrade an – sondern wie ein emotionaler Meilenstein.

Genau das unterscheidet dieses Tomb Raider von vielen heutigen Actionspielen: Fortschritt fühlt sich verdient an.

Mechaniken – Mehr als Schießen

Ja, es gibt Schusswechsel. Und die sind intensiv. Aber das Herzstück sind immer noch die Rätsel.

Schalter, versperrte Wege, Plattform-Passagen, optionale Grab-Herausforderungen. Diese Momente, in denen du kurz innehältst und dir denkst: „Okay. Wie komme ich da rüber?“ – das ist das alte Tomb-Raider-Gefühl.

Dazu kommt ein Skill-System mit Spezialisierungen. Jägerin, Überlebenskünstlerin, Kämpferin. Du suchst Materialien, baust Ausrüstung, verbesserst Waffen. Der Crafting-Aspekt ist sinnvoll eingebettet, nicht aufgesetzt.

Steuerungstechnisch kannst du wählen: anpassbares Touch-Layout, Gyroskop-Zielen, Gamepad-Support, sogar Maus und Tastatur auf Tablet. Ich habe beides probiert. Mit Controller fühlt es sich fast wie auf Konsole an.

Technik – AAA im Kleinformat

Feral Interactive ist bekannt dafür, große Titel sauber auf neue Plattformen zu bringen. Das merkt man.

Grafik-Presets erlauben dir, zwischen Performance und höherer Qualität zu wählen. Natürlich läuft das Spiel nicht wie auf einer High-End-Konsole. Aber dafür ist es erstaunlich stabil.

Und vor allem: Es ist vollständig. Alle 12 DLC-Pakete sind enthalten. Keine Mikrotransaktionen. Kein Energie-System. Einmal zahlen, alles spielen.

In einer Mobile-Welt voller Free-to-Play-Fallen ist das fast schon radikal.

Stimmen aus der Community – Zwischen Begeisterung und Speicher-Frust

Viele Spieler feiern genau das:
„Endlich ein echtes Konsolenspiel auf dem Handy.“
„Unglaublich, dass alle DLCs dabei sind.“
„Mit Controller spielt es sich fantastisch.“

Kritik gibt es trotzdem:
„Zu viel Speicherplatz.“
„Auf älteren Geräten ruckelt es.“
„Touch-Steuerung braucht Eingewöhnung.“

Fair. Es ist kein Casual-Game. Wer nur fünf Minuten im Bus daddeln will, wird hier nicht glücklich. Das ist ein Abend-auf-dem-Sofa-Spiel.

Kultureller Blick – Von Pixel-Lara zur verletzlichen Heldin

Die Lara aus den 90ern war Projektionsfläche. Stark. Überzeichnet. Fast Comic.

Die Lara im Reboot ist verletzlich. Sie zittert. Sie schreit. Sie zweifelt. Und genau dadurch wird sie stärker.

Im deutschen Gaming-Kontext – wo viele von uns mit PC-Games, LAN-Partys und Singleplayer-Kampagnen groß wurden – fühlt sich dieses Mobile-Release fast wie eine kleine Zeitreise an. Nur dass du diesmal nicht vor einem Röhrenmonitor sitzt, sondern auf dem Sofa mit einem Smartphone in der Hand.

Und trotzdem ist dieses Gefühl wieder da.

Dieses „Nur noch eine Höhle“.

Monetarisierung – So sollte Mobile funktionieren

Preis: rund 15,99 €.
Keine In-App-Käufe.
Keine Werbung.
Keine Paywalls.

Das ist heutzutage fast schon ungewöhnlich. Und es verändert das Spielerlebnis enorm. Du spielst entspannter. Kein Druck, kein Grinding für Premium-Währung.

Es ist ein klassisches Premium-Spiel. Punkt.

Fazit – Warum ich kaum noch Gadgets teste

Fazit – Mehr als ein Port, eher eine Rückeroberung

Eigentlich ist die Frage nicht, ob Tomb Raider (2013) ein gutes Spiel ist. Das wurde vor über einem Jahrzehnt entschieden. Über 200 Auszeichnungen, Millionen Verkäufe, unzählige Essays über die Neudefinition von Lara Croft. Die Historie ist geschrieben.

Die spannendere Frage ist:
Was passiert, wenn dieses Spiel 2026 ernsthaft auf dem Smartphone funktioniert?

Die Antwort ist überraschend klar: Es verschiebt etwas.

Mobile-Gaming war lange gleichbedeutend mit kurzen Sessions, Touch-Optimierung, Monetarisierungsschleifen. Tomb Raider durchbricht das. Es verlangt Zeit. Konzentration. Speicherplatz. Geduld. Und es gibt im Gegenzug Atmosphäre, Charakterentwicklung und echtes Abenteuer zurück.

Und ja, es ist „nur“ ein Port. Aber keiner dieser lieblosen Transfers, bei denen man merkt, dass hier ein Produkt verwertet wird. Feral Interactive behandelt das Original mit Respekt. Keine Schnitte. Keine Monetarisierungs-Fallen. Keine künstliche Streckung. Du bekommst das vollständige Erlebnis – inklusive aller DLCs – und das für einen einmaligen Preis.

Was mich persönlich trifft, ist etwas anderes.

Ich habe Lara Croft in den 90ern gespielt. 1997 in Tomb Raider II, durch Venedig. Pixelige Wasserflächen. Zwei Uzi. Diese Mischung aus Rätsel, Action und leichtem Augenzwinkern. Damals saß ich vor einem Röhrenmonitor. Heute halte ich ein Smartphone in der Hand, das leistungsstärker ist als jeder PC von damals.

Und trotzdem fühlt sich dieses Wiedersehen nicht technisch an. Sondern emotional.

Die junge Lara aus dem Reboot ist verletzlicher, realistischer, weniger ikonisches Poster-Motiv und mehr Mensch. Sie schreit, sie stolpert, sie wächst. Und genau dadurch wirkt sie stärker als jede Hochglanz-Variante davor.

Vielleicht ist das der eigentliche Kern dieses Releases:
Nicht Nostalgie. Nicht Technik. Sondern Erinnerung daran, warum wir solche Spiele überhaupt spielen.

Weil wir uns in fremde Welten verlieren wollen.
Weil wir Rätsel lösen wollen, die nicht nach fünf Minuten vorbei sind.
Weil wir dieses Gefühl mögen, wenn eine Höhle dunkel ist und wir trotzdem weitergehen.

Tomb Raider auf Mobile ist kein Experiment. Es ist ein Beweis. Dass Smartphones längst mehr können als Scrollen. Dass AAA nicht zwingend an einen Fernseher gebunden ist. Und dass eine Figur, die seit 1996 existiert, immer noch relevant sein kann – wenn man sie ernst nimmt.

Ich bin erst bei zehn Prozent. Und trotzdem weiß ich: Das hier wird kein Spiel für zwischendurch.

Es ist eines dieser Spiele, die dich davon abhalten, neue Hardware zu testen.
Weil du stattdessen noch diese eine Grabkammer sehen willst.

Und genau das sagt eigentlich alles.

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