Abyssdia ist als neues, kostenloses Anime-Action-RPG für Android und iOS gestartet und will genau das Publikum abholen, das auf stylische Kämpfe, spektakuläre Ultimate-Animationen und das klassische Gacha-Prinzip steht. Optisch macht das Spiel im ersten Moment viel richtig: Schon der Prolog liefert eine bombastische Inszenierung mit übermächtig wirkender Heldin, wuchtigen Bossen und Effekten, die eher an eine Anime-Serie als an ein Mobile Game erinnern. Explosionen füllen den Bildschirm, Spezialangriffe gehen in cineastische Sequenzen über, und wer auf schnelle Skill-Ketten steht, bekommt direkt zu Beginn ein Feuerwerk serviert.

Doch sobald die Kontrolle vollständig beim Spieler liegt, trennt sich die Euphorie in zwei sehr unterschiedliche Lager.

Starkes Kampfsystem mit Harmonic-Mechanik

Im Kern setzt Abyssdia auf ein aktives Kampfsystem mit vier gleichzeitig einsetzbaren Charakteren. Man wechselt situativ zwischen ihnen, nutzt Basisangriffe, Skills und baut sogenannte Ketten auf. Das Herzstück ist dabei der „Harmonic Strike“. Werden Fähigkeiten in der richtigen Reihenfolge aktiviert, entsteht ein kombinierter Spezialangriff, dessen Effekt von der Teamzusammenstellung abhängt. Unterschiedliche Fraktionen – klassisch im Rock-Paper-Scissors-Prinzip mit Rot, Blau, Grün, Gelb sowie Licht und Dunkel – beeinflussen Schaden und Synergien zusätzlich.

Diese Mechanik bringt tatsächlich strategische Tiefe ins Team-Building. Zwei rote Helden mit einem gelben und einem grünen Charakter können einen völlig anderen Harmonic-Effekt auslösen als eine gemischte Standardtruppe. Das motiviert zum Experimentieren, vor allem wenn neue SSR-Charaktere über die „Contract“-Banner gezogen werden. Gerade für Einsteiger ist wichtig: Der Beginner-Banner bietet vergünstigte 10er-Ziehungen und garantiert relativ früh einen hochrangigen Charakter. Artefakte spielen ebenfalls eine Rolle, insbesondere wenn sie speziell auf bestimmte Figuren zugeschnitten sind.

Auch klassentypisch ist die Rollenverteilung: Frontliner mit Break-Effekten, Damage Dealer mit physischem oder magischem Schaden und Supporter, die heilen oder buffen. Eine ausgewogene Formation – etwa Tank, zwei DPS und ein Heiler – funktioniert im Early Game solide. Das Spiel liefert außerdem zahlreiche Launch-Events, Login-Boni und Vorregistrierungsbelohnungen, sodass man zu Beginn mit Ressourcen nicht geizig umgehen muss.

Technik als größtes Problem

So vielversprechend das System klingt, so massiv fällt die Kritik an der technischen Umsetzung aus. Ein zentraler Punkt ist die Performance. Auf PC über offizielle Clients läuft das Spiel bei einigen Nutzern auffällig ruckelig und wirkt schlecht optimiert. Selbst auf mobilen Geräten wird die Performance als unterdurchschnittlich beschrieben. Animationen fühlen sich nicht immer sauber an, Kämpfe wirken trotz spektakulärer Effekte teilweise hakelig.

Hinzu kommt, dass Emulator-Nutzung offenbar eingeschränkt ist. Für viele Gacha-Spieler, die mehrere Titel parallel am PC spielen, ist das ein echter Minuspunkt. Wenn weder PC-Client noch klassische Emulator-Lösungen überzeugend laufen, sinkt die Einstiegshürde deutlich – aber leider im negativen Sinne.

Auch im Detail gibt es Schwächen: Der Auto-Battle-Modus agiert sehr simpel und spammt Fähigkeiten ohne Rücksicht auf Situation oder Lebenspunkte. Heiler setzen Skills selbst bei voller HP ein, was ineffizient wirkt. Für ein Genre, in dem Auto-Modi inzwischen Standard sind, wirkt das wenig ausgereift. Dazu kommt ein UI-Design, das manche Informationen unnötig versteckt. Eine vollständige Charakter- oder Artefaktliste ist nicht ohne Weiteres einsehbar, was gerade für Sammler frustrierend sein kann.

Präsentation stark, Feinschliff fehlt

Grafisch liefert Abyssdia solide Anime-Ästhetik mit auffälligen Skill-Animationen und ordentlicher Inszenierung. Allerdings bemängeln manche Spieler die sehr nahe Kameraperspektive. Eine Anpassung des Sichtfelds kann helfen, aber eine echte Zoom-Option fehlt. Dazu kommt, dass nicht alle Sprachoptionen verfügbar sind, was je nach Region die Zugänglichkeit einschränkt.

Unterm Strich ist Abyssdia ein Spiel mit klar erkennbaren Ambitionen. Das Kampfsystem und die Harmonic-Mechanik bringen frischen Wind ins bekannte Gacha-Prinzip. Gleichzeitig leidet der Titel stark unter Optimierungsproblemen, einem schwachen Auto-Battle und UI-Defiziten. Für Neugierige kann es sich lohnen, selbst einen Blick zu riskieren – gerade weil das Spiel kostenlos ist. Wer jedoch Wert auf flüssige Performance und ausgereifte Komfortfunktionen legt, könnte schnell enttäuscht sein.

Abyssdia steht damit exemplarisch für viele neue Mobile-RPGs: starke Idee, beeindruckende Effekte – aber der Feinschliff entscheidet, ob daraus ein Dauerbrenner oder nur ein kurzes Strohfeuer wird.

Teile den Beitrag:

Alle Beiträge kennzeichnen wir hiermit als Werbung. Die Werbekennzeichnung erfolgt, da Marken von Hard- und Software genannt werden. Oftmals werden App-Codes zur Verfügung gestellt sowie Gadgets zum Test. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Zudem gehen wir Contentpartnerschaften oder Kooperationen ein. Hilf uns, indem du mit diesem Amazon-Link einkaufst! Lade dir unsere kostenlosen Quiz-Spiele hier herunter!

Hinterlasse eine Antwort