Galaxy AI ist keine mutige Eigenentwicklung von Samsung, sondern ein loderndes Marketingfeuer um Googles KI – fremde Intelligenz im eigenen Gehäuse, aufgepumpt zur „Revolution“, während unter dem Bühnennebel vor allem eines sichtbar wird: Verpackung statt Durchbruch.
Seit drei Jahren versucht Samsung, jedes neue Ultra-Modell mit demselben Zauberwort aufzuladen: Galaxy AI. Egal ob Samsung Galaxy S24 Ultra, Samsung Galaxy S25 Ultra oder jetzt das Samsung Galaxy S26 Ultra – die Dramaturgie ist auffällig konstant. Bühne, Pathos, dieses merkwürdige Marketing-Vibrato irgendwo zwischen Marktschreier und Steve-Jobs-Gedächtnispose. Und immer wieder die gleiche Botschaft: Dieses Mal verändert KI alles.
Das Problem ist nur: Die Geräte selbst sind längst ausgereift. Displays sind hell genug, Kameras scharf genug, Prozessoren schnell genug. Die großen Hardware-Sprünge bleiben aus – also übernimmt Galaxy AI die Rolle des Innovationsersatzes. Aus Feinschliff wird „Revolution“, aus Software-Optimierung wird „Gamechanger“.
Genau hier setzen wir an. Nicht, um Fortschritt zu leugnen. Sondern um regelmäßig zu prüfen, was von dieser Dauerbeschallung übrig bleibt, wenn der Bühnennebel sich legt. Dreimal im Jahr schauen wir bewusst hin: Was ist echte Verbesserung – und was ist nur gut inszenierte Zauberei?
S26 – AI Phone?
Im offiziellen Launch-Video inszeniert Samsung das Samsung Galaxy S26 Ultra als „The AI Phone“ und bündelt Leistungssteigerung, Kameraoptimierung, System-KI und Privacy Display unter einer großen Erzählung von Mühelosigkeit und Alltagserleichterung. Konkrete Zahlen oder belastbare Vergleichswerte bleiben dabei weitgehend aus, stattdessen dominieren Superlative wie „unbeatable gaming“ oder „revolutionary“. Technisch deutet vieles auf solide Weiterentwicklung hin – schnellere NPU, größere Kühlung, verbesserte Bildverarbeitung –, doch ein klarer Paradigmenwechsel wird nicht greifbar. Die stärkste Differenzierung scheint das Privacy Display zu sein, während generative Bildbearbeitung, Kontextvorschläge und Tagesbriefings eher als konsequente Fortführung der seit dem S24 etablierten KI-Strategie erscheinen.
Rückblick: Galaxy AI kam spät – aber nicht zufällig
Als Samsung am 17. Januar 2024 mit der Samsung Galaxy S24-Serie erstmals „Galaxy AI“ vorstellte, war der große KI-Hype längst entfacht. ChatGPT war zu diesem Zeitpunkt bereits global etabliert, Google hatte Gemini positioniert, und generative KI war kein Zukunftsversprechen mehr, sondern Alltagsthema. Samsung war also nicht der Taktgeber, sondern reagierte – strategisch klug, aber sichtbar später. Galaxy AI 1.0 brachte Funktionen wie Live Translate, Chat Assist, Note-Zusammenfassungen und generative Bildbearbeitung auf die Geräte, kombinierte On-Device-Verarbeitung mit Cloud-Modellen und machte KI erstmals tief im Smartphone erlebbar. Revolutionär war das nicht mehr.
Galaxy S25: Von AI-Features zur Assistenz
Während Galaxy AI mit dem Samsung Galaxy S24 als Sammlung intelligenter Funktionen startete, machte das Samsung Galaxy S25 Ultra den nächsten Schritt: KI wurde aktionsfähig über App-Grenzen hinweg. Über Gemini ließen sich nun Termine erstellen, Nachrichten formulieren oder Inhalte kontextabhängig auswerten, ohne zwischen Anwendungen zu wechseln. Ergänzt wurden diese systemnäheren Funktionen durch AI Select, eine natürlichsprachliche Einstellungs-Suche sowie den neuen Audio Eraser. Das S25 war damit weniger „mehr KI“, sondern besser vernetzte KI.
Mit dem Samsung Galaxy S26 Ultra setzt sich diese Linie fort. KI ist nun kein Zusatz mehr, kein Feature-Block auf einer Slide, sondern das Narrativ selbst. Privacy Display, Now Nudge, Photo Assist – alles wird unter „AI Phone“ subsumiert. Doch in Wahrheit sehen wir keine neue Phase, sondern eine Stabilisierung. Galaxy AI ist erwachsen geworden. Und vielleicht ist genau das das Problem.
Denn je ausgereifter Smartphones werden, desto stärker muss KI als Differenzierungsmerkmal herhalten. Nicht, weil die Geräte schwach wären. Sondern weil sie zu gut geworden sind, um noch spektakulär zu wirken. Displays sind hell genug. Kameras liefern mehr Detail, als die meisten jemals brauchen. Prozessoren langweilen sich im Alltag. Der große Hardware-Durchbruch bleibt aus – also wird Software zur Bühne.
Und hier liegt der Kern unserer wiederkehrenden Analyse: KI ersetzt keinen Innovationssprung. Sie überbrückt ihn.
Das S24 brachte KI aufs Gerät.
Das S25 machte sie systemfähig.
Das S26 macht sie zur Überschrift.
Aber verändert sie wirklich unseren Alltag – oder nur die Präsentation?
Und vielleicht liegt genau hier der Kern des Problems: Für die Mehrheit der Nutzer sind viele dieser KI-Funktionen im Alltag schlicht irrelevant. Wer schreibt täglich Prompts für Bildtransformationen? Wer fasst regelmäßig YouTube-Videos per Assistent zusammen? Wer benötigt permanent kontextbasierte Vorschläge in Chats? Die meisten Menschen fotografieren, scrollen, chatten, streamen und navigieren. Dafür braucht es Stabilität, Akkulaufzeit und gute Kameras – keine Zauberei per Sprachbefehl. Galaxy AI löst selten reale Alltagsprobleme, sondern demonstriert technische Möglichkeiten. Beeindruckend in der Präsentation, aber im täglichen Gebrauch oft ein Feature, das man einmal ausprobiert – und dann nie wieder öffnet.
Übrigens: Wenn du dein S26 (Ultra) nicht nackt riskieren willst
Wer beim Samsung Galaxy S26 Ultra mehrere hundert Euro investiert – egal ob jetzt oder später günstiger – sollte auch an den Schutz denken. Gerade das Ultra mit seinem massiven Kameramodul und der großen Glasfläche ist kein Gerät, das man sorglos auf Beton oder Café-Tische legt.
Wir haben uns passende Hüllen und Schutzgläser bereits im Detail angesehen und mehrere Modelle im Alltag getestet – inklusive Magnet-Case, Kamera-Guard und entspiegeltem Armorite-Glas.
Hier geht’s zu unserem Praxis-Check der Hüllen am Gerät:
„Im Test: Rundum-Schutz fürs Samsung Galaxy S26 mit ESR – Case und Glas im Praxis-Check“
Wenn du also überlegst, beim Preis zu sparen, aber nicht beim Schutz, findest du dort alle Details inklusive Passform, Magnetstärke, Kameraabdeckung und Displayqualität.



