Wer Kleidung online verkaufen will, landet fast automatisch bei drei Apps: Vinted, Kleinanzeigen und eBay.
Doch welche Plattform bringt Verkäufern tatsächlich das meiste Geld? Ein Blick in Reddit-Diskussionen und Community-Threads zeigt ein relativ klares Muster: Jede App funktioniert nach einer eigenen Marktlogik.
Vinted: viele Käufer – aber niedrige Preise
In Diskussionen rund um den Wiederverkauf von Kleidung taucht Vinted fast immer als erste Empfehlung auf. Der Grund ist simpel: Die Plattform ist vollständig auf Mode ausgerichtet und hat eine große Community.
Viele Verkäufer beschreiben dort jedoch ein typisches Problem. Artikel bekommen zwar Likes oder Favoriten, werden aber oft erst verkauft, wenn der Preis deutlich sinkt. Ein Nutzer beschreibt, dass Angebote zwar schnell Aufmerksamkeit bekommen, Käufer aber häufig warten, bis der Preis reduziert wird.
Auch in anderen Threads wird ein ähnlicher Punkt genannt: Kleidung verkauft sich auf Vinted oft nur dann zuverlässig, wenn sie sehr günstig ist.
Die Plattform funktioniert deshalb für viele Verkäufer wie ein digitaler Flohmarkt. Wer alte Kleidung schnell loswerden will, findet dort meist Käufer. Wer möglichst viel Geld verdienen möchte, stößt jedoch schnell an eine Preisgrenze.
eBay: bessere Preise – aber mehr Aufwand
Ganz anders wird häufig eBay beschrieben. Auf Reddit berichten mehrere Nutzer, dass identische Artikel dort höhere Preise erzielen können als auf Vinted.
Ein Verkäufer schildert beispielsweise, dass ein Paar Schuhe auf Vinted kaum Aufmerksamkeit bekam, während es auf eBay relativ schnell verkauft wurde.
Ein weiterer Vorteil: Angebote auf eBay können verbindlich sein. Wird ein Preis akzeptiert, ist der Verkauf abgeschlossen. Das reduziert laut einigen Nutzern die typischen Preisverhandlungen, die auf Second-Hand-Apps sehr verbreitet sind.
Der Nachteil ist der höhere Aufwand. Versand, Beschreibung und Gebührenstruktur wirken für viele private Verkäufer komplizierter als bei spezialisierten Modeplattformen.
Kleinanzeigen: lokal verkaufen statt verschicken
Die dritte große Plattform ist Kleinanzeigen. Hier funktioniert der Markt oft anders als bei Mode-Apps.
Viele Verkäufe laufen lokal ab, häufig ohne Versand. Dadurch entfallen Gebühren und Versandkosten. Einige Nutzer berichten deshalb, dass sie dort Kleidung oder Schuhe schneller loswerden als auf Modeplattformen, besonders wenn Käufer sie direkt abholen.
Der Nachteil ist die geringere Spezialisierung. Wer gezielt nach Mode sucht, geht eher auf Vinted. Kleinanzeigen ist stärker ein allgemeiner Marktplatz für alles von Möbeln bis Elektronik.
Warum die Preise generell so niedrig sind
Ein Punkt zieht sich durch nahezu alle Diskussionen: Kleidung verliert nach dem Kauf extrem schnell an Wert.
Der Grund ist vor allem das riesige Angebot an Fast-Fashion-Produkten. Marken wie H&M oder Zara bringen ständig neue Kollektionen auf den Markt. Dadurch landen große Mengen kaum getragener Kleidung auf Second-Hand-Plattformen.
Wenn hunderte ähnliche Artikel gleichzeitig angeboten werden, sinken die Preise automatisch.
Welche App bringt also wirklich Geld?
Die Reddit-Erfahrungen lassen sich relativ klar zusammenfassen:
| Plattform | Typisches Ergebnis |
|---|---|
| Vinted | schnelle Verkäufe, aber niedrige Preise |
| eBay | höhere Preise, mehr Aufwand |
| Kleinanzeigen | lokal gut, stark abhängig von Region |
Die Wahl der Plattform hängt deshalb weniger von der App selbst ab als vom Ziel des Verkäufers.
Wer möglichst schnell Platz im Schrank schaffen will, findet auf Vinted meist am schnellsten Käufer. Wer für einzelne Markenstücke mehr Geld erzielen möchte, hat auf eBay oft bessere Chancen. Kleinanzeigen liegt irgendwo dazwischen – besonders für lokale Verkäufe.
Am Ende zeigt der Vergleich vor allem eines: Der Second-Hand-Markt wächst zwar stark, aber gebrauchte Alltagskleidung ist heute oft deutlich weniger wert, als viele Verkäufer erwarten.
Warum gebrauchte Kleidung heute oft nur noch wenige Euro bringt, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag über den Preisverfall auf Vinted und Kleinanzeigen.



