Eine Szene, die derzeit viele Nutzer von Second-Hand-Apps wiedererkennen: Kleidung, die neu 25 oder 40 Euro gekostet hat, lässt sich gebraucht kaum noch verkaufen. In Kommentaren unter Social-Media-Videos berichten Verkäufer, dass selbst neue Teile mit Preisschild für wenige Euro liegen bleiben. Manche geben frustriert auf und spenden die Sachen lieber.

Wer regelmäßig über Plattformen wie Vinted oder Kleinanzeigen verkauft, merkt diese Entwicklung seit einiger Zeit deutlich. Der Gebrauchtmarkt für Kleidung funktioniert heute anders als noch vor einigen Jahren.

Der Neupreis spielt kaum noch eine Rolle

Viele Verkäufer argumentieren mit dem ursprünglichen Kaufpreis. Eine Jacke habe schließlich einmal 30 Euro gekostet oder eine Uhr sogar über 200 Euro. Für Käufer ist das jedoch meist irrelevant.

Entscheidend ist der aktuelle Markt. Wenn ähnliche Artikel dutzendfach verfügbar sind, orientieren sich Käufer am günstigsten Angebot. In Community-Diskussionen auf Plattformen wie Reddit taucht deshalb immer wieder derselbe Hinweis auf: Der Wiederverkaufswert eines Kleidungsstücks hat oft wenig mit dem ursprünglichen Preis zu tun.

Gerade bei einfachen Basics sinkt der Wert nach dem Kauf extrem schnell.

Fast Fashion hat den Markt überflutet

Ein zentraler Grund liegt im massiven Angebot. Große Modeketten wie H&M, Zara oder Shein bringen ständig neue Kollektionen in den Markt.

Kleidung wird günstiger produziert und häufiger ersetzt. Gleichzeitig landet ein großer Teil dieser Stücke nach kurzer Zeit auf Second-Hand-Plattformen. Dadurch entstehen riesige Angebotsmengen mit sehr ähnlichen Artikeln.

Wenn hunderte vergleichbare Pullover online sind, sinkt automatisch der Preis.

Versandkosten verändern die Rechnung

Ein weiterer Faktor taucht in vielen Nutzerkommentaren auf: die Versandkosten. Ein Beispiel zeigt das Problem recht deutlich.

Ein Artikel wird für fünf Euro angeboten. Dazu kommen Versandkosten von etwa vier bis fünf Euro sowie eventuell Gebühren für Käuferschutz. Am Ende zahlt der Käufer schnell neun oder zehn Euro.

In dieser Preislage vergleichen viele Käufer mit neuen Produkten im Sale oder bei Discountern. Der Preisvorteil von Second-Hand schrumpft damit erheblich.

Käufer kalkulieren ein Risiko ein

Anders als im Laden lässt sich Kleidung online nicht anprobieren. Größe, Passform oder Zustand können von der Beschreibung abweichen. Rückgaben sind auf vielen Plattformen kompliziert oder nicht vorgesehen.

Viele Käufer berücksichtigen dieses Risiko im Preis. Sie kaufen nur dann, wenn das Angebot deutlich günstiger ist als neue Kleidung.

Das erklärt, warum selbst sehr niedrige Preise manchmal noch verhandelt werden.

Second-Hand-Apps funktionieren wie Flohmärkte

In der Praxis haben sich Plattformen wie Vinted stark in Richtung digitaler Flohmarkt entwickelt. Verkäufer wollen häufig einfach Platz im Schrank schaffen, während Käufer gezielt nach Schnäppchen suchen.

Das führt zu einer Preisspirale nach unten. Wenn einige Nutzer Kleidung für ein oder zwei Euro anbieten, orientieren sich andere Verkäufer zwangsläufig daran.

In vielen Kommentaren liest man deshalb denselben Satz: Für wenige Euro lohnt sich der Aufwand kaum noch. Manche geben ihre Kleidung stattdessen direkt in Kleiderspenden oder Sozialkaufhäuser.

Marken und Spezialstücke bleiben gefragt

Trotz dieser Entwicklung gibt es weiterhin Kategorien, die sich gut verkaufen lassen. Dazu gehören vor allem Markenartikel, limitierte Sneaker, Vintage-Mode oder hochwertige Outdoor-Kleidung.

Hier ist das Angebot deutlich kleiner und die Nachfrage spezifischer. Käufer suchen gezielt nach bestimmten Marken oder Modellen und sind bereit, dafür höhere Preise zu zahlen.

Der starke Wertverlust betrifft vor allem einfache Alltagskleidung ohne besondere Marke.

Der Second-Hand-Markt zeigt den Konsum im Überfluss

Second-Hand-Apps machen sichtbar, wie stark sich der Modemarkt verändert hat. Kleidung ist günstiger geworden, wird häufiger ersetzt und verliert nach dem Kauf schnell an Wert.

Für Käufer bedeutet das eine riesige Auswahl an günstiger Kleidung. Für Verkäufer dagegen oft eine Ernüchterung: Ein Kleidungsstück, das neu mehrere Dutzend Euro gekostet hat, bringt gebraucht manchmal nur noch ein paar Euro ein.

Wer selbst Kleidung verkaufen möchte, steht schnell vor der nächsten Frage: Welche Plattform bringt eigentlich noch Geld? Genau das schauen wir uns im Vergleich Vinted, Kleinanzeigen oder eBay – wo bekommt man 2026 noch Geld für gebrauchte Kleidung? genauer an.

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