Die Dexcom Follow App soll eigentlich ein beruhigendes Werkzeug sein. Sie ist Teil des Dexcom-CGM-Ökosystems und richtet sich an Angehörige oder Freunde von Menschen mit Diabetes. Über die App können sogenannte „Follower“ die Glukosewerte einer anderen Person nahezu in Echtzeit verfolgen – etwa Eltern, die die Werte ihres Kindes überwachen, oder Partner, die im Alltag ein Auge auf kritische Werte haben möchten. Die Idee dahinter ist einfach: Wenn ein Wert zu hoch oder zu niedrig ist, bekommt der Follower eine Warnung und kann reagieren.
Doch ein Blick in die Bewertungen im Google Play Store zeigt ein völlig anderes Bild. Mit rund 1,8 Sternen bei mehreren hundert Rezensionen gehört die App derzeit zu den am schlechtesten bewerteten Gesundheits-Apps im Store. In den Kommentaren wird schnell deutlich, dass sich die Kritik nicht um Kleinigkeiten dreht, sondern um Funktionen, die für viele Nutzer essenziell sind.
Warnungen kommen zu spät oder gar nicht
Der häufigste Kritikpunkt betrifft die Alarmfunktion. Genau diese Funktion ist eigentlich das zentrale Sicherheitsmerkmal der App. Follower sollen sofort benachrichtigt werden, wenn ein Glukosewert außerhalb des Zielbereichs liegt. Laut vielen Rezensionen funktioniert das jedoch nicht zuverlässig.
Mehrere Nutzer berichten, dass Warnungen verspätet erscheinen oder gar nicht ausgelöst werden. Eine Nutzerin schreibt etwa:
„Erste Warnung immer 5 Minuten verzögert, obwohl keine Verzögerung eingestellt ist.“
In der Praxis kann eine solche Verzögerung problematisch sein. Gerade bei stark fallenden Glukosewerten zählt jede Minute. Besonders Eltern kritisieren daher, dass sie sich nicht mehr darauf verlassen können, rechtzeitig informiert zu werden.
Werte werden erst angezeigt, wenn die App geöffnet wird
Ein weiterer häufig genannter Kritikpunkt ist die fehlende Aktualisierung im Hintergrund. Mehrere Rezensionen beschreiben ein ähnliches Verhalten: Die App zeigt zunächst keine aktuellen Werte an, erst nach dem Öffnen oder Aktualisieren erscheinen neue Daten.
Eine Nutzerin beschreibt das so:
„Warnungen erscheinen gar nicht und man muss die App öffnen, um überhaupt aktuelle Daten zu erhalten.“
Damit verliert die App einen Teil ihres eigentlichen Nutzens. Wenn Follower regelmäßig selbst nachsehen müssen, statt automatisch informiert zu werden, wird aus einem Sicherheitswerkzeug schnell eine passive Anzeige.
Wegfall praktischer Funktionen der alten Version
Besonders viel Kritik richtet sich auch gegen Änderungen gegenüber der Vorgängerversion. Viele Nutzer vergleichen die aktuelle App direkt mit der früheren Dexcom Follow Version – und sehen darin eine deutliche Verschlechterung.
Ein häufig erwähnter Punkt ist die fehlende Anzeige im Sperrbildschirm oder in der Statusleiste. In der alten Version konnten aktuelle Glukosewerte direkt angezeigt werden, ohne die App zu öffnen. Diese Funktion scheint in der neuen Version zu fehlen.
Eine Rezension bringt die Frustration deutlich auf den Punkt:
„Die Vorgänger App hat überwiegend funktioniert und man konnte im Sperrbildschirm die aktuellen Daten sehen. Diese App ist ein Witz.“
Für Nutzer, die Werte regelmäßig im Blick behalten müssen, bedeutet das zusätzliche Schritte im Alltag.
Synchronisationsprobleme zwischen Sensor und Follow-App
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Synchronisation der Daten. Einige Nutzer berichten, dass die Follow App zeitweise meldet, es seien keine Messwerte vorhanden, obwohl der Sensor des „Sharers“ weiterhin Daten liefert.
Eine Nutzerin beschreibt dieses Verhalten so:
„Die App zeigt ständig an, dass keine Messwerte vorhanden wären. Schaut man dann in die alte Follow App, sind kontinuierlich Werte vorhanden.“
Solche Synchronisationsprobleme führen dazu, dass die App zeitweise gar nicht genutzt werden kann. Gerade wenn die App zur Überwachung eines Kindes gedacht ist, sorgt das verständlicherweise für Verunsicherung.
Besonders problematisch für Eltern
Viele Rezensionen stammen von Eltern, die die Glukosewerte ihrer Kinder überwachen. Für sie ist die Follow App nicht nur ein praktisches Tool, sondern ein wichtiges Sicherheitsinstrument – etwa wenn das Kind in der Schule ist oder unterwegs.
Entsprechend deutlich fällt die Kritik aus, wenn Funktionen nicht zuverlässig arbeiten. Eine Mutter schreibt:
„So ist die App definitiv noch nicht vertrauenswürdig und für mich als Mutter eher noch unbrauchbar.“
Dieser Punkt taucht in mehreren Rezensionen auf. Während kleine Bugs in anderen Apps meist nur ärgerlich sind, können sie bei einer Diabetes-Monitoring-App deutlich größere Auswirkungen haben.
Dexcom reagiert mit Standardantworten
Auffällig ist auch der Umgang des Entwicklers mit den Bewertungen. Dexcom antwortet auf viele Rezensionen – allerdings meist mit sehr ähnlichen Standardtexten. Nutzer werden häufig gebeten, sich über ein Support-Portal oder eine Hotline zu melden.
Typischerweise lautet die Antwort etwa:
„Thank you for your review. We will pass your feedback along to our Product team.“
Konkrete Hinweise auf Fehlerbehebungen oder geplante Änderungen finden sich in den Antworten jedoch selten.
Fazit: Gute Idee, schwache Umsetzung
Die Grundidee der Dexcom Follow App ist sinnvoll. Angehörige können die Glukosewerte einer Person aus der Ferne überwachen und bei kritischen Werten reagieren. In der Praxis scheint die aktuelle Version jedoch noch mit mehreren Problemen zu kämpfen.
Die häufigsten Kritikpunkte aus den Bewertungen lassen sich auf drei Kernprobleme reduzieren:
- Warnungen funktionieren nicht zuverlässig
- Werte werden teilweise verspätet angezeigt
- wichtige Funktionen der alten App fehlen
Für eine App, die im Umfeld eines medizinischen Sensors eingesetzt wird, ist Zuverlässigkeit entscheidend. Die Rezensionen zeigen deutlich, dass viele Nutzer hier derzeit noch Verbesserungsbedarf sehen.
Sollte Dexcom die gemeldeten Probleme in zukünftigen Updates beheben, könnte sich die Bewertung schnell verbessern. Bis dahin bleibt der Eindruck, dass die App aktuell hinter den Erwartungen vieler Nutzer zurückbleibt.



