Fensterputzroboter machen in Reviews oft einen guten Eindruck. Die eigentliche Frage zeigt sich aber erst Monate später: Wird das Gerät Teil der eigenen Routine – oder verschwindet es nach dem ersten Einsatz wieder im Schrank? Beim ECOVACS WINBOT MINI Fensterputzroboter kann ich diese Frage inzwischen beantworten. Ich nutze ihn seit etwa einem Jahr. In dieser Zeit dürfte er rund 30-mal im Einsatz gewesen sein. Nicht täglich, aber regelmäßig – vor allem nach dem Winter, bei starkem Pollenflug oder wenn einzelne Fenster sichtbar verschmutzt sind. Der entscheidende Punkt nach dieser Zeit: Der Roboter ersetzt das Fensterputzen nicht. Aber er verändert die Routine.
Im April 2025 hatte ich den ECOVACS WINBOT MINI Fensterputzroboter erstmals ausprobiert. Damals ging es vor allem um den ersten Eindruck: kleines Gehäuse, überraschend starke Saugleistung und die Frage, ob so ein kompakter Fensterroboter im Alltag wirklich sinnvoll ist. Der erste Test fiel positiv aus – besonders bei kleineren Fenstern und engen Bereichen unter Griffen.
Fensterputzen als Teamarbeit
Nach einigen Einsätzen hat sich bei mir eine feste Arbeitsweise entwickelt. Der Roboter arbeitet nicht alleine, sondern als zweiter Schritt der Reinigung.
Ich beginne immer klassisch mit einem Eimer Wasser und etwas Glasreiniger. Zuerst gehe ich über die Fensterrahmen. Gerade nach dem Winter sammelt sich dort erstaunlich viel Schmutz. Danach wische ich einmal grob über die Scheibe.
Dann warte ich kurz, damit die Oberfläche nicht mehr komplett nass ist, und setze den WINBOT an.
Während der Roboter seine Bahn über die Scheibe fährt, gehe ich bereits zum nächsten Fenster und bereite dieses vor. Dadurch entsteht eine Art Arbeitsteilung. Ich kümmere mich um Rahmen und Vorbereitung, der Roboter übernimmt die gleichmäßige Reinigung der Glasfläche.
Wenn man mehrere Fenster hintereinander macht, funktioniert das erstaunlich effizient. Während ich am zehnten Fenster arbeite, ist der Roboter meist noch beim vorherigen.
Das Reinigungsergebnis nach einem Jahr
Die Scheiben werden zuverlässig sauber. Staub, Pollen und normale Verschmutzungen entfernt der Roboter ohne Probleme. Die Ultraschall-Düsen verteilen die Flüssigkeit sehr fein, sodass kaum Wasser über die Scheibe läuft.
Ganz ohne Nacharbeit geht es aber nicht. Die Stelle, an der man den Roboter am Ende abnimmt, bleibt leicht feucht. Dort gehe ich einmal kurz mit einem Ledertuch drüber. Das dauert ein paar Sekunden.
Bei stärker verschmutzten Scheiben lasse ich den Roboter einfach ein zweites Mal laufen. Gerade nach dem Winter ist das manchmal sinnvoll.
Wartung und Verschleiß
Nach einem Jahr zeigt sich auch, wie pflegeleicht das Gerät ist. Die Mikrofasertücher werden regelmäßig ausgespült und gelegentlich ersetzt. Mein erstes Pad sieht inzwischen deutlich benutzt aus, funktioniert aber immer noch.
Ansonsten beschränkt sich die Wartung darauf, gelegentlich die Düsen zu kontrollieren und das Gerät kurz zu reinigen. Mehr Pflege braucht der Roboter nicht.
Ein Punkt, der sich über die Zeit als Vorteil herausgestellt hat: Der MINI arbeitet mit Kabel. Es gibt also keinen Akku, der geladen oder irgendwann ersetzt werden muss. Man steckt ihn ein und kann sofort starten.
Gerade im Vergleich zu größeren Modellen mit Basisstation ist das manchmal sogar praktischer.
Warum der MINI seine eigene Rolle hat
Nach längerer Nutzung wird auch klar, wofür der MINI eigentlich gebaut wurde. Sein größter Vorteil ist nicht unbedingt die Technik – sondern seine Größe.
Viele Fenster in deutschen Wohnungen sind relativ klein. Große Fensterputzroboter kommen dort oft nicht richtig unter Fenstergriffe oder in enge Bereiche. Der MINI passt dagegen problemlos auch auf kleinere Scheiben.
Bei großen Glasflächen funktioniert er ebenfalls, braucht aber entsprechend Zeit. Seine Stärke liegt eindeutig bei kleineren oder schwer zugänglichen Fenstern.
Was andere Nutzer berichten
Ein Blick auf die Käuferbewertungen zeigt ein ähnliches Bild. Bei Amazon liegt der WINBOT MINI aktuell bei rund 4,0 von 5 Sternen aus über 800 Bewertungen.
Viele Käufer loben vor allem drei Punkte: das kompakte Design, die sichere Haftung am Glas und die Zeitersparnis bei großen Fensterflächen. Gerade bei schwer erreichbaren Scheiben oder Wintergärten wird der Roboter häufig als praktische Hilfe beschrieben.
Kritik gibt es vor allem bei stark verschmutzten Fenstern. Einige Nutzer berichten, dass ein zweiter Durchgang nötig ist oder leichte Schlieren sichtbar bleiben, wenn die Sonne direkt auf die Scheibe scheint. Auch der Punkt, an dem man den Roboter abnimmt, muss gelegentlich nachgewischt werden.
Diese Erfahrungen decken sich ziemlich gut mit dem, was ich im Alltag beobachte.
Fazit nach zwölf Monaten
Der WINBOT MINI ist kein Gerät, das das Fensterputzen komplett übernimmt. Dafür spart er aber spürbar Arbeit.
Gerade wenn mehrere Fenster zu reinigen sind, funktioniert er gut als zweiter Schritt nach der Vorbereitung. Während man selbst Rahmen und groben Schmutz entfernt, übernimmt der Roboter die gleichmäßige Reinigung der Scheibe.
Seine größte Stärke bleibt das kompakte Format. Für kleinere Fenster oder schwer erreichbare Glasflächen ist er deutlich praktischer als viele größere Modelle.
Nach einem Jahr Nutzung ist der MINI bei mir jedenfalls kein Gadget im Schrank geworden. Er gehört inzwischen einfach zur Frühjahrs- und Fensterputzroutine dazu.



