Mobile-Games, die mehrere Systeme gleichzeitig kombinieren, sind längst kein Einzelfall mehr. Basebuilding, Helden-RPG, Ressourcenmanagement und Gacha-Mechaniken werden regelmäßig in ein einziges Spiel gepackt. Immortal Clan: Grand Mastery von Efun Game folgt genau diesem Muster, versucht aber über Setting und Präsentation eine eigene Nische zu besetzen. Statt klassischer Fantasy orientiert sich das Spiel an einer ostasiatischen Wuxia- beziehungsweise Xianxia-Ästhetik, also einer Welt voller spiritueller Kultivierung, mystischer Energie und aufstrebender Krieger.
Schon in den ersten Minuten wird klar, dass hier kein schneller Arcade-Titel wartet, sondern ein langfristig angelegtes Systemspiel. Der Fortschritt ist bewusst gestreckt, viele Aktionen sind zeitgebunden, und das Spiel lebt davon, dass du regelmäßig zurückkommst, optimierst und weiter ausbaust.
Basisaufbau als zentrales Fortschrittssystem
Der Einstieg in Immortal Clan: Grandmastery beginnt klassisch mit einer kleinen, beschädigten Basis. Gebäude werden repariert, neue Strukturen errichtet und Produktionsketten aufgebaut. Häuser, Farmen und Werkstätten liefern kontinuierlich Ressourcen, die wiederum für Upgrades, Crafting und Fortschritt notwendig sind. Das System funktioniert nach bekannten Mobile-Prinzipien: Aufgaben starten, Zeit verkürzen, Ressourcen einsammeln, nächste Stufe freischalten.
Interessant ist die Einbindung von Charakteren in diese Prozesse. Helden stehen nicht nur für Kämpfe zur Verfügung, sondern werden auch aktiv in Produktionsstätten eingesetzt. Dadurch entsteht ein doppelter Nutzen: Ein Charakter kann entweder wirtschaftlich oder militärisch eingesetzt werden, was Entscheidungen erzwingt. Gerade am Anfang wirkt das simpel, später dürfte sich daraus aber ein Optimierungsspiel entwickeln, bei dem Effizienz entscheidend wird.
Die Basis selbst wächst sichtbar. Neue Areale werden freigeschaltet, Hindernisse entfernt und zusätzliche Slots für Gebäude entstehen. Dieses langsame Expandieren gehört klar zum Kern der Motivation, da jede Erweiterung neue Möglichkeiten eröffnet.
Kämpfe bleiben funktional, nicht spektakulär
Neben dem Aufbau gibt es klassische Kämpfe gegen Gegner und Bosse. Diese laufen in einem eher simplen, taktisch angehauchten System ab. Die Positionierung der Einheiten spielt eine Rolle, genauso wie ihre Rollenverteilung. Frontkämpfer, Support und Schadensverursacher bilden die Grundlage für funktionierende Teams.
Die Gefechte in Immortal Clan: Grandmastery selbst sind kurz gehalten und wirken eher wie ein Mittel zum Zweck. Sie dienen dazu, Gebiete freizuschalten, Ressourcen zu sichern oder Story-Fortschritt zu triggern. Wer auf komplexe Kampfsysteme hofft, wird hier nicht fündig. Der Fokus liegt klar auf Progression und nicht auf spielerischer Tiefe im Gefecht.
Helden, Gacha und Progression greifen ineinander
Wie erwartet setzt Immortal Clan: Grandmastery auf ein Rekrutierungssystem. Neue Helden werden über Summons freigeschaltet, mit unterschiedlichen Seltenheiten und Rollen. Die ersten Einheiten sind schnell gesammelt, doch die langfristige Motivation liegt im Optimieren und Austauschen stärkerer Charaktere.
Die Progression der Helden erfolgt über klassische Werte wie Angriff, Verteidigung, Lebenspunkte und Geschwindigkeit. Zusätzlich gibt es Aufstiegsmechaniken, mit denen Charaktere weiter verstärkt werden. Ausrüstung spielt ebenfalls eine Rolle und ergänzt das System um eine weitere Ebene.
Dabei zeigt sich ein typisches Problem des Genres: Frühe Items und Einheiten verlieren schnell an Bedeutung. Das Spiel zwingt dich indirekt dazu, ständig zu verbessern, zu ersetzen und neu zu kombinieren. Wer solche Systeme kennt, wird sich sofort zurechtfinden, Überraschungen bleiben allerdings aus.
Atmosphäre als stärkster Differenzierungsfaktor
Was Immortal Clan: Grand Mastery von vielen ähnlichen Spielen abhebt, ist die visuelle Präsentation. Der Stil orientiert sich stark an fernöstlicher Fantasy mit spirituellen Elementen, leuchtenden Effekten und einer ruhigen, fast meditativen Grundstimmung. Gebäude, Charakterdesigns und Umgebung wirken stimmig und geben dem Spiel eine klare Identität.
Gleichzeitig fehlt aktuell eine Lokalisierung ins Deutsche, was den Einstieg erschwert. Wer mit englischen Menüs kein Problem hat, kommt zurecht, aber ein Teil der Zielgruppe wird hier ausgebremst. Gerade bei komplexeren Systemen kann Sprache schnell zur Hürde werden.
Tempo und Grind bestimmen das Spielerlebnis
Das Spiel macht früh deutlich, dass es kein schneller Titel ist. Fortschritt braucht Zeit, viele Systeme greifen erst nach mehreren Stunden oder Tagen ineinander. Ressourcen müssen produziert werden, Bauzeiten laufen, Missionen werden Schritt für Schritt abgearbeitet.
Diese Struktur richtet sich klar an Spieler, die langfristige Entwicklung mögen. Wer schnelle Belohnungen erwartet, wird eher frustriert. Der Grind ist kein Nebeneffekt, sondern zentraler Bestandteil des Designs.
Einordnung: Solider Genre-Mix ohne echte Risiken
Immortal Clan: Grand Mastery liefert genau das, was man von einem modernen Mobile-Strategie-RPG erwartet. Basebuilding, Heldenmanagement, Gacha und Progression greifen sauber ineinander, ohne große Experimente einzugehen.
Die Stärke liegt weniger in Innovation als in der Kombination und im Setting. Das Wuxia-Thema hebt das Spiel optisch ab, während die Mechaniken vertraut bleiben. Dadurch entsteht ein Titel, der leicht zugänglich ist, aber wenig überrascht.
Unklar bleibt, wie stark Monetarisierung und spätere Progressionshürden ausfallen. Erste Hinweise auf In-App-Angebote sind vorhanden, was im Genre üblich ist. Wie stark das Gameplay davon beeinflusst wird, zeigt sich erst im späteren Verlauf.
Für Spieler, die genau diese Mischung suchen, funktioniert das Konzept. Wer dagegen nach neuen Ideen oder ungewöhnlichen Mechaniken sucht, wird hier wenig finden.



