HoYoverse ist bislang vor allem für große Marken mit klarer Anime-Optik, aufwendiger Inszenierung und oft recht deutlicher Action- oder RPG-Ausrichtung bekannt. Gerade deshalb fällt Petit Planet sofort auf. Das neue Spiel schlägt sichtbar eine andere Richtung ein und setzt nicht auf Hektik, Kampf oder permanente Überforderung, sondern auf eine ruhige, fast schon verträumte Mischung aus Life-Sim, Aufbaugefühl und sozialem Miteinander. Genau das macht den Titel auf den ersten Blick spannend, denn Cozy Games gibt es inzwischen viele, aber nicht jedes schafft es, wirklich entspannt, eigenständig und zugleich hochwertig zu wirken.
Nach dem aktuellen Material sieht Petit Planet jedenfalls nicht wie ein schnell zusammengesetzter Trend-Nachzügler aus. Schon der Trailer transportiert eine sehr weiche, friedliche Stimmung. Da ist dieses Bild eines kleinen kosmischen Wesens, das fast einen ganzen Planeten in den Armen hält, dann wieder eine Szene mit Erde, Steinen und Pflanzen, in der eine Hand ins Bild greift, und später eine freundlich gestaltete Figur mit großer Mütze und Schürze unter einem sternklaren Himmel. Das wirkt alles bewusst langsam, freundlich und nahbar. Es ist kein Spiel, das sofort mit Systemtiefe protzt, sondern eines, das erstmal Atmosphäre aufbaut.
Der Stardrift-Test startet am 21. April auf PC, iOS und Android
Wie HoYoverse jetzt mitgeteilt hat, startet am 21. April der nächste geschlossene Betatest von Petit Planet. Dieser läuft unter dem Namen „Sternenreise-Test“ beziehungsweise „Stardrift Test“ und ist für PC, iOS und Android angekündigt. Die Anmeldung ist bereits geöffnet, Interessierte können sich also jetzt für die Testphase registrieren. Laut Pressemitteilung bringt diese Version unter anderem neue Nachbarn, ein überarbeitetes Erkundungserlebnis im Sternenmeer sowie zusätzliche Inhalte rund um den Galaktischen Basar mit.
Das ist mehr als nur ein kleiner technischer Testlauf, denn HoYoverse beschreibt hier bereits sehr klar, worauf Petit Planet hinauswill. Im Mittelpunkt stehen nicht nur Deko und Farming, sondern auch Beziehungen, Begegnungen und die Entwicklung eines eigenen kleinen Kosmos. Spieler übernehmen die Rolle eines Planetenbauers, erkunden das Sternenmeer, gestalten ihre Umgebung und treffen auf flauschige Nachbarn mit eigenen Geschichten, Persönlichkeiten und Träumen. Auch das klingt erstmal vertraut, aber durch das Weltraum-Setting und die sehr weiche, fast märchenhafte Präsentation bekommt das Spiel einen eigenen Rahmen.
HoYoverse setzt hier nicht auf Spektakel, sondern auf Ruhe
Gerade das ist wahrscheinlich der Punkt, an dem Petit Planet für viele interessant wird. In den letzten Jahren haben viele Spiele versucht, „cozy“ zu sein, ohne wirklich entschleunigt zu wirken. Oft bleibt am Ende doch nur ein Aufgabenkatalog mit süßer Grafik übrig. Bei Petit Planet sieht es aktuell eher so aus, als wolle HoYoverse tatsächlich auf Stimmung, Beziehungspflege und dieses Gefühl setzen, sich einen Ort langsam zu eigen zu machen. Pflanzen, Angeln, Kochen, Sammeln, Dekorieren und die Entwicklung des eigenen Planeten gehören laut Pressemitteilung klar zum Kern des Spiels. Gleichzeitig sollen Begegnungen mit Nachbarn und Aktivitäten auf dem Basar das soziale Element stärken.
Der Trailer unterstützt genau diesen Eindruck. Er verkauft nicht Lautstärke, sondern Gelassenheit. Die gezeigten Farben sind weich, die Animationen freundlich und die gesamte Bildsprache wirkt darauf ausgelegt, nicht zu stressen. Das ist ein gutes Zeichen, weil bei solchen Spielen die Grundstimmung oft wichtiger ist als ein einzelnes Feature. Wer sich in den ersten Sekunden schon wohlfühlt, bleibt viel eher dran als bei einem Titel, der zwar viele Systeme hat, aber keinen echten Charme entwickelt.
Das Sternenmeer ist mehr als nur Kulisse
Interessant ist auch, dass HoYoverse das Sternenmeer nicht nur als hübschen Hintergrund benutzt, sondern als zentrales Element der Spielwelt. Laut Mitteilung können Spieler über eine Karte gemeinsam mit ihren Nachbarn Sterneninseln erkunden. Außerdem soll der Galaktische Basar ein Ort werden, an dem man nicht einfach nur Menüs abarbeitet, sondern Kaffee trinkt, am Lagerfeuer sitzt, tanzt, Wahrsagen ausprobiert oder sogar an Auktionen teilnimmt. Das klingt fast ein wenig wie ein sozialer Treffpunkt zwischen Aufbau-Spiel, Lebenssimulation und leichtem Online-Erlebnis.
Genau hier könnte Petit Planet später seinen eigenen Platz finden. Viele Genrevertreter funktionieren gut im Solo-Modus, verlieren aber schnell an Magie, wenn ihre Welt zu statisch bleibt. HoYoverse erwähnt ausdrücklich, dass weiterhin an Multiplayer-Gameplay und einem immersiven Spielerlebnis gearbeitet wird. Das sollte man noch nicht überbewerten, weil aus einer Testankündigung noch kein fertiges Endprodukt abzuleiten ist. Aber als Richtung ist das nachvollziehbar. Wenn das Spiel seine ruhige Atmosphäre bewahrt und gleichzeitig soziale Interaktion sinnvoll integriert, könnte daraus mehr werden als nur ein hübscher Beta-Kandidat.
Noch ist vieles offen, aber der Ersteindruck ist ungewöhnlich stark
Natürlich bleibt Petit Planet im Moment vor allem ein schöner Ersteindruck. Ein ruhiger Trailer und eine gut formulierte Pressemitteilung machen noch kein dauerhaft motivierendes Spiel. Entscheidend wird sein, wie frei sich das Gestalten wirklich anfühlt, wie lebendig die Nachbarn am Ende geschrieben sind und ob die Aktivitäten mehr sind als nur hübsch verpackte Routinen. Gerade bei Cozy Games merkt man relativ schnell, ob hinter der friedlichen Oberfläche wirklich ein tragfähiger Spielfluss steckt oder nur sehr viel Deko.
Trotzdem: Für einen ersten größeren Blick macht Petit Planet vieles richtig. Das Spiel sieht friedlich aus, freundlich, etwas verspielt, aber nicht beliebig. Es wirkt nicht wie eine laute Großoffensive, sondern eher wie ein Projekt, das bewusst auf Wohlgefühl, Charme und eine sanfte Form von Entdeckung setzt. Genau deshalb dürfte der Titel für viele Spieler sofort interessanter sein als manch größer angekündigte Neuerscheinung.
Anmeldung ab sofort möglich
Der Stardrift-Test von Petit Planet beginnt am 21. April auf PC, iOS und Android, die Anmeldung ist laut HoYoverse ab sofort geöffnet. Wer sich für entspannte Life-Sims, kreative Gestaltung und ein freundliches Science-Fiction-Setting interessiert, sollte diesen Titel zumindest im Blick behalten. Denn selbst wenn noch nicht alle Fragen beantwortet sind, hinterlässt Petit Planet schon jetzt einen Eindruck, den viele Spiele nicht einmal kurz vor Release schaffen: Es sieht nach einem Ort aus, an dem man tatsächlich gern ein wenig Zeit verbringen würde.


