Ein Rasierer ohne App, ohne Bluetooth und ohne den ganzen vernetzten Zusatzballast – und trotzdem wirkt der Metz Sword Shaver wie ein Tech-Produkt. Das liegt nicht an irgendwelchen smarten Funktionen, sondern am Auftritt: Metall, Magnetdetails, Touch-Slider, halbtransparente Front. Der Metz will nicht wie ein gewöhnlicher Elektrorasierer wirken, sondern wie ein Gadget fürs Badezimmer.
Dazu kommt ein ungewöhnlich starkes Set. Der Metz kommt nicht einfach in einer Verpackung, sondern in einem festen, cognacfarbenen Koffer mit Griff und Reißverschluss. Innen sitzt alles sauber eingebettet: Rasierer, Zubehör, Nasenhaartrimmer, Kabel. Der erste Eindruck ist dadurch nicht nur gut, sondern bewusst gesetzt. Das ist kein Zufall, sondern Strategie. Metz will hier sichtbar mehr sein als Standardware.
Die entscheidende Frage ist damit gesetzt: Bleibt das Ganze ein schönes Gadget mit Rasurfunktion – oder ist es wirklich ein guter Rasierer?
Der erste Eindruck ist kein Zufall, sondern Teil des Konzepts
Der Koffer ist kein beiläufiges Extra, sondern Teil des Produkts. Er wirkt stabil, sauber verarbeitet und deutlich wertiger als das, was man sonst in dieser Kategorie bekommt. Innen sorgt Formschaum dafür, dass alles seinen festen Platz hat. Das macht das Set reisetauglich und gleichzeitig präsentationsfähig. Gerade als Geschenk funktioniert das sofort.

Auch der Rasierer selbst bestätigt diesen Eindruck. Die Materialwahl aus Metall und Kunststoff ist so umgesetzt, dass das Gerät kühl und solide in der Hand liegt. Die Farbgebung bewegt sich zwischen Titan, Bronze und dunklen Akzenten. Das ist bewusst auffällig, ohne billig zu wirken. Auffällig ist vor allem die Front: halbtransparent, mit sichtbarer Struktur darunter, kombiniert mit einer vertikalen Touch-Leiste. Das erzeugt genau diesen „Smart“-Look, obwohl technisch nichts vernetzt ist.

Der Scherkopf greift das Design auf. Drei runde Elemente, sauber eingefasst, fast wie kleine Turbinen. Die Schutzkappe sitzt magnetisch und wirkt präzise, nicht locker oder klapprig. Insgesamt entsteht ein stimmiges Bild. Der Metz sieht nicht wie ein umgelabeltes Standardprodukt aus, sondern wie ein bewusst gestaltetes Gerät.
Zubehör ist hier kein Beiwerk, sondern Teil der Inszenierung
Der Nasenhaartrimmer ist ein gutes Beispiel dafür. Normalerweise sind solche Extras einfache Beigaben ohne Anspruch. Hier ist das anders. Der Trimmer ist schlank, schwarz, mit sauberer Kappe und wirkt optisch wie ein eigenes kleines Produkt. Er passt zum Gesamtbild und fühlt sich nicht wie Resteverwertung an.

Auch das restliche Zubehör fügt sich ein. Kabel, Bürste, Tasche – alles ist da, alles ordentlich integriert. Trotzdem bleibt wichtig: Das Zubehör macht den Eindruck besser, aber nicht die Rasur. Genau hier sollte der Fokus im Test bleiben.
Bedienung und Aufbau zeigen, wohin das Gerät will
Der Touch-Slider an der Front ist das prägendste Bedienelement. Statt eines klassischen Knopfes wird der Rasierer durch eine Wischbewegung aktiviert. Das sieht moderner aus und verhindert unbeabsichtigtes Einschalten. Im Alltag ist das funktional, aber nicht automatisch besser als ein einfacher Button. Es ist eine bewusste Designentscheidung, die den Charakter des Geräts unterstreicht.

Die Reinigung ist dagegen klar praktisch gelöst. Der Scherkopf lässt sich leicht abnehmen, die Konstruktion wirkt aufgeräumt und nachvollziehbar. Wasserresistenz ist vorhanden, sodass das Abspülen unkompliziert möglich ist. USB-C als Ladeanschluss gehört ebenfalls dazu und macht das Gerät im Alltag flexibler als viele ältere Modelle mit proprietären Steckern.

Ein Blick in die Anleitung zeigt allerdings auch eine kleine Schwäche. Während das Produkt außen sehr hochwertig wirkt, fällt die Dokumentation teilweise sprachlich und gestalterisch ab. Das ist kein funktionales Problem, zeigt aber, dass die Premium-Inszenierung nicht in jedem Detail gleich stark durchgezogen wird.
Rasurleistung: ordentlich, angenehm, aber ohne klare Dominanz
Im Einsatz zeigt der Metz Sword Shaver eine solide Leistung. Der Rasierer arbeitet vergleichsweise leise, gleitet angenehm über die Haut und hinterlässt ein sauberes Ergebnis. Besonders positiv fällt auf, dass die Rasur nicht aggressiv wirkt. Hautreizungen bleiben gering, auch bei sensibleren Bereichen.

Die Stärke liegt dabei weniger in maximaler Aggressivität, sondern in einer eher sanften, kontrollierten Arbeitsweise. Für den täglichen Einsatz oder kurze Stoppeln funktioniert das gut. Bei dichterem oder länger gewachsenem Bart zeigt sich jedoch, dass mehrere Durchgänge nötig sein können, um wirklich sauber zu arbeiten. Das ist kein Ausreißer, aber auch kein klarer Vorteil gegenüber etablierten Geräten.

Technische Angaben wie 45 Klingen oder hohe Drehzahlen wirken auf dem Papier beeindruckend, sind im Alltag aber weniger entscheidend als das Zusammenspiel aus Druck, Führung und Hautkontakt. Hier liefert der Metz gute Ergebnisse.

Das eigentliche Thema ist der Preis
Der Metz Sword Shaver bewegt sich in einer Kategorie, in der Käufer mehr erwarten als nur eine funktionierende Rasur. Für rund 200 Euro geht es nicht mehr um „funktioniert“, sondern um „überzeugt“. Und genau hier wird die Bewertung differenzierter.

Das Gerät punktet klar beim Design, beim Set, bei der Haptik und bei Details wie USB-C und einfacher Reinigung. Gleichzeitig ist die Rasurleistung gut, aber nicht außergewöhnlich. Der Unterschied zu günstigeren Geräten ist vorhanden, aber nicht in jeder Situation deutlich spürbar.

Hinzu kommt ein Punkt, der sich nicht direkt technisch messen lässt: Sichtbarkeit und Vertrauen. In dieser Preisklasse erwarten viele Käufer etablierte Marken, breite Verfügbarkeit und zahlreiche Vergleichstests. Der Metz wirkt hier noch wie ein Produkt, das sich erst im Markt etablieren muss. Das ist kein direkter Nachteil für die Nutzung, beeinflusst aber die Kaufentscheidung.

Das Aufladen gehört zu den praktischen Stärken des Metz. Statt eines proprietären Steckers setzt er auf USB-C. Das klingt banal, ist im Alltag aber entscheidend. Ein Kabel weniger, kein spezielles Ladegerät, einfach das gleiche Netzteil wie fürs Smartphone. Gerade auf Reisen ist das ein echter Vorteil. Laut Hersteller ist der Akku in rund 1,5 Stunden voll und reicht für etwa 60 Minuten Nutzung. Im Test passt das grundsätzlich, ohne Ausreißer nach unten.
Fazit: Starkes Set, starker Auftritt – aber nicht automatisch die beste Wahl
Der Metz Sword Shaver ist kein gewöhnlicher Rasierer. Er ist ein bewusst gestaltetes Grooming-Gadget, das über Design, Material und Zubehör eine klare Premium-Atmosphäre aufbaut. Der Koffer, der Nasenhaartrimmer, die magnetischen Details und die Touch-Bedienung sorgen dafür, dass das Gerät sich deutlich von typischen Modellen abhebt.
Im Alltag bestätigt sich ein Teil dieses Anspruchs. Die Rasur ist angenehm, die Handhabung durchdacht, die Verarbeitung überzeugend. Gleichzeitig bleibt der funktionale Vorsprung gegenüber bekannten Alternativen begrenzt. Genau deshalb ist der Preis der entscheidende Faktor.
Wer Wert auf Design, Set und eine moderne Anmutung legt, bekommt hier ein stimmiges Gesamtpaket. Wer primär auf maximale Leistung pro Euro schaut, wird genauer vergleichen müssen. Der Metz Sword Shaver ist damit kein Blender, aber auch kein Selbstläufer. Er überzeugt über seinen Auftritt – und muss sich genau daran messen lassen.
Kauf: Wer ein auffälliges, hochwertig wirkendes Grooming-Set mit USB-C, Reisekoffer und starkem Design sucht, kann sich den Metz Sword Shaver hier ansehen.


