Der Start von Mongil Star Dive bringt genau das mit, was viele neue Gacha-RPGs auszeichnet: viel Hype, viele Charaktere, viele Meinungen – und erstaunlich wenig Klarheit. Innerhalb weniger Tage kursieren bereits Tier Lists, Builds, Empfehlungen und vermeintliche „Must Pulls“. Das Problem dabei ist nicht, dass diese Einschätzungen falsch sind, sondern dass sie selten eingeordnet werden. Was am ersten Tag stark wirkt, basiert oft auf begrenzten Tests, auf isolierten Eindrücken oder auf Daten aus anderen Versionen.

Genau deshalb lohnt sich ein nüchterner Blick auf eine kombinierte Launch-Tier-List. Wenn mehrere Quellen zusammenlaufen und man sich zusätzlich die Fähigkeiten der Charaktere im Detail anschaut, entsteht ein stabileres Bild. Kein endgültiges – dafür ist das Spiel zu frisch – aber eines, mit dem du arbeiten kannst. Gerade im Early Game geht es weniger darum, die perfekte Meta zu spielen, sondern darum, keine groben Fehlentscheidungen zu treffen. Wer früh die falschen Figuren investiert oder falsche Erwartungen hat, verliert Zeit, Ressourcen und oft auch Motivation.

Wichtig ist dabei auch der Kontext: Diese Tier List ist kein Endgame-Ranking für spezialisierte Modi wie Dimensional Rift oder Conquest, sondern eine General-Purpose-Einschätzung für den Start. Und das bedeutet konkret: Story-Progression, erste Events, grundlegendes Team-Building. Genau dort entscheiden sich die meisten Accounts – nicht im theoretischen Max-Level-Setup.

SSS-Tier: Die klaren Carry-Units zum Launch

An der Spitze steht eine kleine Gruppe von Charakteren, die sich sofort bemerkbar machen, weil sie wenig Setup brauchen und gleichzeitig konstant Leistung liefern. Esther, Sangun und Flare gehören hier klar in die oberste Kategorie, allerdings aus unterschiedlichen Gründen.

Esther überzeugt vor allem durch ihre Flächenkontrolle. Ihr gesamtes Kit dreht sich um AoE-Schaden, kombiniert mit Effekten wie Verwirrung, die Gegner nicht nur treffen, sondern auch kontrollieren. Entscheidend ist dabei, dass selbst ihre normalen Angriffe in bestimmten Zuständen Flächenschaden verursachen. Das macht sie extrem stabil im Story-Progress, wo Gegnergruppen dominieren.

Sangun wirkt im Vergleich fast simpel, aber genau das ist seine Stärke. Während andere Figuren von Ressourcen, Aufladungen oder bestimmten Bedingungen abhängen, liefert er konstant Schaden. Seine Fähigkeit, Gegner zusammenzuziehen und direkt weiterzuverarbeiten, sorgt dafür, dass Kämpfe schneller und kontrollierter ablaufen. Weniger Setup bedeutet hier mehr Effizienz.

Flare geht einen anderen Weg und spielt ihre Stärke besonders gegen stärkere Gegner aus. Ihr Fokus liegt weniger auf breitem AoE und mehr auf konstantem Druck und Defensiv-Debuffs. Gerade Bosskämpfe profitieren davon, weil sie nicht nur Schaden macht, sondern Gegner aktiv schwächt. Das macht sie langfristig wertvoller, als es ihre anfängliche AoE-Bewertung vermuten lässt.

SS-Tier: Starke Optionen mit kleinen Einschränkungen

Direkt darunter findet sich eine breite Gruppe an Charakteren, die absolut konkurrenzfähig sind, aber etwas mehr Kontext oder Setup brauchen. Mina, Ophelia, Gabby, Jiwon und Angel fallen in diese Kategorie.

Mina ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark ein Charakter sein kann, wenn seine Mechanik funktioniert. Ihr gesamtes Kit baut auf sogenannten Essence-Stacks auf. Hat sie diese, entfaltet sie starken AoE-Schaden und zusätzliche Effekte. Das Problem ist nicht ihre Stärke, sondern ihre Abhängigkeit davon, dass diese Ressourcen sauber aufgebaut werden.

Ophelia zeigt das Gegenteil: solide, konstant, aber mit klarer Schwäche bei Flächenkämpfen. Ihr Schaden kommt stark über normale Angriffe, was sie in Bosssituationen stabil macht, aber gegen größere Gegnergruppen weniger effizient.

Gabby bringt interessante Kontrolle ins Spiel, insbesondere durch Versteinerungseffekte. Allerdings hängt ein Teil ihrer Ressourcengenerierung von Zufallselementen ab. Das sorgt dafür, dass sie nicht immer gleich zuverlässig performt, obwohl ihr Kit grundsätzlich stark ist.

Jiwon ist ein klassischer Support-Fall mit Einschränkung. Sie entfaltet ihr Potenzial erst richtig, wenn sie mit passenden DPS-Charakteren kombiniert wird, insbesondere mit Wind-Figuren wie Esther. Ohne diese Synergie wirkt sie deutlich schwächer.

Angel schließlich ist eine solide Hybrid-Option aus Schaden und Support. Sie bringt zusätzliche Effekte ins Team, ohne dabei aufwendig zu sein. Gerade als Ergänzung zu einem starken DPS funktioniert sie gut.

S-Tier: Gute Allrounder mit klaren Grenzen

Die S-Tier-Charaktere sind spielbar, oft sogar stark, aber sie definieren das Spiel nicht. Hier landen unter anderem Cloud, Benjamin, Bonnie, Sarah und Penny.

Cloud ist interessant, weil sein Schaden über ein internes Ressourcen-System läuft. Er erzeugt Eis-Kristalle und nutzt sie für verstärkte Angriffe. Das funktioniert, braucht aber entweder Zeit oder Upgrades, um wirklich flüssig zu laufen.

Benjamin bewegt sich genau an der Grenze zum SS-Tier. Er bringt solide Unterstützung, zusätzliche Effekte durch Klone und gute Luftkontrolle. Gleichzeitig fehlt ihm etwas, das ihn klar über andere Support-DPS-Hybriden hebt.

Bonnie wirkt auf den ersten Blick wie ein Support, spielt sich aber eher wie ein indirekter Damage Dealer. Ihre Explosionseffekte skalieren mit Fortschritt und machen sie mit etwas Investment deutlich besser.

Sarah und Penny teilen ein ähnliches Problem: Beide haben funktionierende Kits, aber kleine mechanische Einschränkungen. Bei Penny ist es das Coin-System, das nicht immer zuverlässig arbeitet. Bei Sarah ist es der Bedarf an bestimmten Upgrades, bevor sie ihr volles Potenzial erreicht.

A-Tier: Situativ brauchbar, aber selten erste Wahl

Im A-Tier finden sich Charaktere wie Yeonhwa, Ellie, Francis, Rena und Verna. Diese Figuren sind nicht unbrauchbar, aber sie brauchen entweder zu viel Setup oder liefern im Vergleich zu besseren Optionen zu wenig Mehrwert.

Yeonhwa ist ein klassischer Skalierungs-Charakter. Anfangs schwach, später deutlich besser. Das Problem ist, dass viele Spieler diese Entwicklung nicht abwarten oder investieren wollen.

Ellie bringt Support über Heil- und Buff-Mechaniken, die im Early Game schlicht nicht zwingend notwendig sind. Dasselbe gilt in abgeschwächter Form für Francis, die als Hybrid-Healer eher in schwierigeren Modi relevant wird.

Rena und Verna leiden vor allem darunter, dass sie nichts wirklich herausragend gut machen. Solide Werte reichen im Gacha-Kontext selten aus, wenn andere Charaktere klar definierte Stärken haben.

F-Tier: Kaum relevant im aktuellen Stand

Ganz unten landen Figuren wie Daisy und Lee. Der Grund ist weniger ein einzelner schwacher Wert als ein Gesamtbild aus ineffizientem Kit, schlechten Bedingungen oder schlicht fehlendem Nutzen im aktuellen Spielverlauf.

Daisy scheitert vor allem daran, dass ihr Heilkonzept zu passiv ist und Bewegung einschränkt. In einem Spiel, das auf dynamischen Kampf setzt, ist das ein klarer Nachteil.

Lee wirkt wie ein Charakter ohne klare Rolle. Ein bisschen Schaden, ein bisschen Kontrolle, aber nichts davon auf einem Level, das ihn rechtfertigt.

Warum diese Mongil Star Dust Tier List nicht in Stein gemeißelt ist

So hilfreich eine solche Übersicht ist, sie hat klare Grenzen. Star Dive ist zum Launch noch in Bewegung. Balance-Änderungen, neue Charaktere, Event-Modi und Spielererfahrungen werden das Bild verschieben. Gerade Charaktere, die stark von Awakening oder Synergien abhängen, können sich innerhalb weniger Wochen deutlich nach oben oder unten bewegen.

Ein weiterer Punkt ist der Spielmodus. Diese Tier List orientiert sich stark am allgemeinen Progress. In spezialisierten Modi können ganz andere Faktoren zählen. Supporter werden wichtiger, Kontrolleffekte relevanter, und bestimmte Mechaniken können plötzlich entscheidend sein.

Fazit: Wen du jetzt wirklich spielen solltest

Für den Start lässt sich die Empfehlung klar herunterbrechen. Wenn du Zugriff auf Charaktere wie Esther, Sangun oder Flare hast, bist du auf der sicheren Seite. Sie tragen dich durch den Großteil des frühen Spiels, ohne dass du komplizierte Setups brauchst.

Direkt dahinter bieten Mina, Angel oder Jiwon starke Alternativen, wenn du ihre Bedingungen verstehst und entsprechend spielst. Alles darunter ist nicht automatisch schlecht, aber erfordert mehr Aufwand für weniger direkten Nutzen.

Die wichtigste Erkenntnis bleibt aber: Eine Tier List ersetzt keine Entscheidungen. Sie hilft dir, grobe Fehler zu vermeiden, aber sie nimmt dir nicht die Verantwortung ab, dein Team sinnvoll zu bauen. In Star Dive gewinnt am Ende nicht der Spieler mit der perfekten Liste, sondern der, der versteht, warum bestimmte Charaktere funktionieren – und wann eben nicht.

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